Polizeistatistik

21 Menschen sterben 2012 auf Aargauer Strassen – das sind 7 mehr als 2011

2012 kamen 21 Menschen auf den Aargauer Strassen ums Leben (Symbolbild).

2012 kamen 21 Menschen auf den Aargauer Strassen ums Leben (Symbolbild).

Im Jahr 2012 gab es weniger Verkehrsunfälle, aber mehr Verkehrstote. Die Zahl stieg um 7 auf 21 Personen. Darunter sind auch 11 tödlich verunfallte Fussgänger.

Die dunkle Seite des Aargaus liegt vor – schwarz auf weiss. Der Jahresbericht der Kantonspolizei Aargau zeigt, dass  im vergangen Jahr drei Menschen im Aargau ermordet wurden.

Acht weitere Tötungsdelikte konnten glücklicherweise nicht vollendet werden. Es kam 2012 zu einem Raub mehr als 2011. 91 Menschen wurden ausgeraubt. Insgesamt 28 Vergewaltigungen hat die Polizei registriert, wovon 25 aufgeklärt wurden.

Erfreulicherweise ist die Anzahl Verkehrsunfälle auch dieses Jahr wieder gesunken. Es sind allerdings sieben Menschen mehr gestorben als 2011. Es waren 2012 insgesamt 21.

Gegensteuer der Politik

Auf den ersten Blick ist das Jahr 2012 ein Kriminaljahr wie andere. Das täuscht: Nur dank der Gegensteuer der Politik und vielen investieren Millionen in das Projekt «Crime Stop» zur Bekämpfung krimineller Asylbewerber wird 2012 nicht als Jahr der Einbrüche und Fahrzeugaufbrüche in die Geschichte eingehen.

Denn Anfang Jahr waren die Einbrüche dermassen drastisch angestiegen, dass die Aktion «Crime Stop» ins Leben gerufen wurde. Trotz der Aktion gab es 2012 mehr Einbrüche als im Vorjahr.

«Die Aufklärungsquote konnte dank «Crime Stop» sicher gesteigert werden», sagt Regierungsrat Urs Hofmann, der am Donnerstagmorgen zusammen mit der obersten Führung der Kantonspolizei Aargau das vergangene Jahr bilanzierte.

Es sei schwer zu allerdings schwer sagen, ob die Anzahl Einbrüche ohne die Aktion noch drastischer zugenommen hätte.

Wichtig sei vor allem, dass sich das subjektive Sicherheitsgefühl der Aargauer Bevölkerung verbessert habe, sagte Hofmann.

Eine Umfrage zeigt: «96 Prozent der Aargauerinnen und Aargauer fühlen sich sicher oder sehr sicher», sagt Hofmann. «Wir setzen alles daran, dass der Aargau ein sicherer Kanton bleibt und von der Bevölkerung auch so wahrgenommen wird», fügte er an.

Kantonspolizei – leistungsstark und bürgernah

In seinem Referat blickte Oberstleutnant Winzenried in seiner aktuellen Funktion als Polizeikommandant ad interim auf ein Berichtsjahr ohne herausragende Grossereignisse zurück.

Dennoch war die Grundbelastung des ganzen Polizeikorps konstant sehr hoch. Die Umsetzung der Massnahmen der Aktion «Crime Stop» erwies sich als zusätzliche Herausforderung für die gesamte Organisation.

«Crime Stop» erzielte die erhoffte Wirkung

Mit 35 Prozent lag auch die Aufklärungsquote bei der Gesamtkriminalität höher als im Vorjahr. Dabei kann die Zahl aller zur Anzeige gebrachten Delikte nach Strafgesetzbuch trotz leichter Steigerung um 5 Prozent immer noch als stabil bezeichnet werden.

Unbefriedigend ist die mit 36 Prozent nach wie vor tiefe Aufklärungsquote bei den Raubüberfällen. Als Chef der Kriminalpolizei zeigte sich Oberstleutnant Winzenried befriedigt, dass alle zwölf Tötungsdelikte geklärt oder auf dem Weg zu Klärung sind.

Ferner zeigte er auf, dass der Anteil der ausländischen Straftäter im Aargau 2012 erstmals seit Jahren wieder über 50 Prozent betrug. «Diese Entwicklung müssen wir aufmerksam beobachten», so Winzenried.

Vom vergangenen Jahr werden vor allem die zwei aussergewöhnlichen und schwer aufzuklärenden Tötungsdelikte in Brittnau und Gränichen in Erinnerung bleiben, sagt Winzenried.

Weniger Verkehrsunfälle, aber mehr Verkehrstote

Im Verhältnis zum weiter angestiegenen Motorfahrzeugbestand registrierte die Kantonspolizei Aargau im letzten Jahr so wenige Verkehrsunfälle wie noch nie. Der Anteil schwerer Personenschäden ist auf dem tiefen Vorjahresniveau praktisch identisch geblieben.

Leider stieg die Zahl der Verkehrstoten von 14 auf 21 an. Ins Gewicht fielen elf tödlich verletzte Fussgänger. Major Rudolf Scherer, Chef der Mobilen Einsatzpolizei, zeigte allerdings gleichzeitig auf, dass die Gesamtzahl der verunfallten Fussgänger deutlich sank.

Durch ihren Einsatz im Rahmen der Aktion «Crime Stop» war die Kantonspolizei ab Mitte Jahr gezwungen, Personalressourcen zu verlagern. Dies ging auch zu Lasten des allgemeinen Kontrolldrucks im Strassenverkehr.

Dank zielgerichteter Präsenz konnte die Verkehrssicherheit trotzdem auf hohem Niveau gewährleistet werden. Die Bekämpfung grober Verkehrsdelikte wie etwa Fahren unter Alkoholeinfluss oder Raserei sind und bleiben verkehrspolizeiliche Schwerpunkte. (AHU/WUA)

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