Strafgericht
20-Jähriger bekommt vier Jahre Gefängnis für eine wilde Raubnacht

Ein Lehrling muss wegen fünf Überfällen und zwei weiteren schweren Prügeleien für vier Jahre ins Gefängnis. Sein Mittäter erhielt eine teilbedingte Strafe. Die Lehre darf der Haupttäter noch abschliessen, dann muss er die Strafe antreten.

Patrick Rudin
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Wie von der Staatsanwaltschaft beantragt, verurteilten ihn die fünf Richter unter anderem wegen mehrfachen bandenmässigen Raubes. (Symbolbild)

Wie von der Staatsanwaltschaft beantragt, verurteilten ihn die fünf Richter unter anderem wegen mehrfachen bandenmässigen Raubes. (Symbolbild)

Keystone

«Diese vier Jahre sind das absolute Minimum, was ihnen das Gericht auferlegen kann», sagte Gerichtspräsidentin Kathrin Giovannone dem 20-jährigen Hauswartslehrling. Seine Lehre wird er wohl noch abschliessend können, danach aber die Strafe antreten müssen: Eine Freiheitsstrafe von vier Jahren kann nur unbedingt ausgesprochen werden.

Wie von der Staatsanwaltschaft beantragt, verurteilten ihn die fünf Richter unter anderem wegen mehrfachen bandenmässigen Raubes. Er hatte zusammen mit zwei Kumpels alleine in einer Nacht im Dezember 2011 fünf Raubüberfälle begangen. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig - sowohl die beiden Verurteilten wie auch der Staatsanwalt können den Fall noch weiterziehen.

Das Strafgesetzbuch sieht allerdings bei bandenmässigem Raub bereits eine Mindeststrafe von zwei Jahren vor. Ausserdem muss er einem Opfer, dem er bereits im September 2012 am Aeschenplatz ins Gesicht getreten hatte, 5000 Franken Genugtuung bezahlen.

Ein ebenfalls 20-jähriger Monteur wurde als Mittäter verurteilt. Er diente an jenem Dezemberabend hauptsächlich als Chauffeur, hat aber mindestens einmal ebenfalls zugeschlagen.

In seinem Schlusswort hatte er gesagt, er habe erst später durch die Staatsanwaltschaft erfahren, wie schwer die Opfer bei den Überfällen verletzt worden seien. Dies führte beim Gericht zu Kopfschütteln, er sei «uneinsichtig»: Kathrin Giovannone betonte, er habe beim Überfall am Messeplatz gesehen, dass ein Opfer bewusstlos am Boden gelegen sei.

Ein Jahr Fussfessel

Das Gericht ordnete bei ihm eine teilbedingte Freiheitsstrafe von insgesamt drei Jahren an: Zwei Jahre auf Bewährung, ein Jahr unbedingt. Ins Gefängnis muss er wohl nicht: Da er eine feste Stelle hat, kann er dieses eine Jahr mit der elektronischen Fussfessel jeweils abends und am Wochenende zu Hause absitzen. Das Gericht setzte die Probezeit auf das Maximum von fünf Jahren fest: Wird er rückfällig, muss er die ganze Strafe absitzen.

Die Beiden waren mit einem jüngeren Dritten quer durch die Region gefahren, suchten jüngere Männer als Opfer aus und erbeuteten jeweils mit Drohungen oder Prügel mehrere Mobiltelefone. «Es gab kein nachvollziehbares Motiv, sie taten es als Freizeitvergnügen», kommentierte die Gerichtspräsidentin. Beide wurden geschnappt, als sie im Januar 2012 ein geraubtes Smartphone im Internet versteigerten. Die Überfälle fanden in Basel statt; die Täter wohnen alle im Laufental.

Der Dritte im Bunde war zur Tatzeit noch nicht 18 Jahre alt. Er wurde nach Jugendstrafrecht zu drei Monaten bedingt verurteilt.