Brand

14 Tote bei Brand in Behindertenwerkstatt in Deutschland

Bei einem Brand in einer Behindertenwerkstatt im Schwarzwald sind am Montag mindestens 14 Personen getötet worden. Unter den Opfern sind Behinderte und Betreuer. Todesursache sei vermutlich Rauchvergiftung, teilte die Polizei am Abend an einer Medienkonferenz mit.

Sieben weitere Personen wurden verletzt. Sie Verletzten seien aber ausser Lebensgefahr, berichtete die Polizei. In einer dramatischen Rettungsaktion hatten Feuerwehrleute mit schwerem Atemgerät zuvor zahlreiche Menschen aus dem brennenden und völlig verrauchten Gebäude geborgen.

In der Caritas-Werkstatt in Titisee-Neustadt rund 40 Kilometer östlich von Freiburg im Breisgau arbeiten etwa 120 Personen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung. Bei Ausbruch des Feuers befanden sich etwa 100 Menschen in dem Gebäude.

Brandursache möglicherweise Explosion

Ausgelöst wurde das Feuer nach ersten Ermittlungen durch eine Explosion in einem Lagerraum. Ob in dem Raum Chemikalien gelagert wurden, war noch unklar. In den Werkstätten wird Holz verarbeitet.

Auch Stunden nach Ausbruch des Feuers drang noch Rauch aus dem Gebäude. 300 Einsatzkräfte befanden sich am Brandort, mehrere Rettungshelikopter waren im Einsatz. Gut zwei Stunden nach der Explosion gab die Feuerwehr an, den Brand unter Kontrolle zu haben.

Psychologen betreuten die Angehörigen der Opfer. Viele Werkstatt-Mitarbeiter waren wegen der Flammen in Panik geraten. "Wir haben hier mit Menschen zu tun, die naturgemäss nicht rational reagieren", sagte ein Feuerwehrmann.

Werkstatt bleibt einige Tage geschlossen

Egon Engler von Caritas sagte an der Medienkonferenz, die Werkstatt werde für einige Tage geschlossen. "Der Betrieb wird sicherlich nicht in den kommenden Tagen wieder aufgenommen." Der Sachschaden sei noch unbekannt.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann von den Grünen zeigte sich erschüttert über den Vorfall. Zusammen mit dem Innenminister Reinhold Gall flog er am Montag per Helikopter zum Unglücksort, wie die Stuttgarter Staatskanzlei mitteilte.

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