Flug- und Bahnverkehr

14-Jähriger blendet Piloten und Lokführer mit Laserpointer

Der Regierungsrat begrüsst ein Verbot von starken Laserpointern (Symbolbild).

Der Regierungsrat begrüsst ein Verbot von starken Laserpointern (Symbolbild).

Der Pilot eines Linienflugzeugs sowie zwei Lokomotivführer des Bahnunternehmens BLS sind am vergangenen Wochenende in Wabern bei Bern Opfer von Laserpointer-Attacken geworden. Zu Unfällen kam es nicht, doch mussten sich die Lokführer in ärztliche Behandlung begeben.

Den Piloten und die beiden Lokomotivführer geblendet hat ein 14-jähriger Knabe, wie die bernische Jugendanwaltschaft und die Berner Kantonspolizei am Mittwoch mitteilten.

Der Jugendliche gab in den polizeilichen Befragungen zu, mehrmals einen Laserpointer eingesetzt zu haben. Die Polizei beschlagnahmte den Pointer. Der Knabe wird sich nun vor der Justiz zu verantworten haben.

Die beiden Lokomotivführer haben keine gesundheitlichen Schäden davongetragen und sind wieder einsatzbereit. Das sagte BLS-Sprecher Michael Blum auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Solche Angriffe auf Lokomotivführer kämen leider immer wieder vor. In diesem Jahr seien es knapp ein Dutzend gewesen.

Weder die Kantonspolizei Bern noch der Flughafen Bern-Belp konnten auf Anfrage Aussagen machen zur allfälligen Gefahr, welche von der Laserattacke auf den Piloten ausging. Dieser befand sich mit seiner Maschine auf dem Anflug auf den Regionalflughafen Bern-Belp, als er vom 14-Jährigen geblendet wurde.

Schutzbrillen für Rega-Piloten

Laserpointer-Attacken auf Lokomotivführer oder Piloten haben in den letzten Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. So musste etwa im September 2011 bei Lausen BL ein Lokführer seinen Zug stoppen und ins Spital, nachdem ebenfalls ein Jugendlicher ihn mit einem Laserstrahl geblendet hatte. Die SBB musste einen Ersatzzug organisieren.

Im Oktober des letzten Jahres gab die Rega bekannt, sie werde ihre Piloten gegen solche Attacken mit Schutzbrillen ausrüsten. 2009 zählte die Rega sechs, 2010 elf Laserpointer-Attacken auf ihre Helis. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) sprach sogar von je rund 150 Fällen in den Jahren 2010 und 2011 in der ganzen Schweiz.

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