Rettungsaktion
«127 Hours» im Tessin: Höhlenforscher klemmt Arm unter Felsen ein

Ein Tessiner Höhlenforscher hat unfreiwillig die Nacht in einer Grotte verbracht, weil er seinen Arm unter einem Felsen eingeklemmt hatte. Im Gegensatz zum Bergsteiger aus dem Film «127 Hours» kam der Schweizer aber glimpflich davon.

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Szene aus dem Film «127 Hours».

Szene aus dem Film «127 Hours».

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Ein Tessiner Höhlenforscher hat unfreiwillig die Nacht in einer Grotte verbracht, weil er seinen Arm unter einem Felsen eingeklemmt hatte. Der Mann war am Samstagnachmittag als vermisst gemeldet worden. Aufgefunden wurde er am Sonntagvormittag.

Zunächst wurde der Rucksack des Speläologen im Höhleneingang einer der zahlreichen Grotten des Karstsystems San Giorgio in der Nähe des Castello die Tremona entdeckt, wie die Tessiner Kantonspolizei mitteilte. Fünfzehn Meter weiter hinten lag der Mann.

Seine Suche und Befreiung stellte für die Rettungskräfte eine Herausforderung dar: Vier Spezialisten des Tessiner Höhlenrettungsdienstes wurden dabei von fünfzehn SAC-Helfern, sechs Sanitätern und zwanzig Feuerwehrleuten unterstützt. Die Rega flog den 47-jährigen Pechvogel mit seiner Armverletzung schliesslich ins Spital. Koordiniert wurde der Einsatz, "der erste dieser Art im Tessin", von der Tessiner Kantonspolizei, wie diese weiter schrieb.

Der Monte San Giorgio ist gemäss Wikipedia die weltweit bedeutendste Fundstelle für marine Fossilien und wurde 2003 von der UNESCO zum Welterbe erklärt. Er liegt zwischen den beiden südlichen Armen des Luganersees.

Mehr Glück als im Film

Der Fall erinnert an die Geschichte von Bergsteiger Aron Ralston. Dieser war in einem abgelegenen Canyon ebenfalls mit einem Arm unter einem Felsen steckengeblieben. In dem er sich den Arm amputierte konnte Ralston sich befreien und sein Leben retten.

Die Geschichte erlangte als Buch und später im Film «128 Hours» von Regisseur Danny Boyle grosse Bekanntheit. Dem Tessiner Höhlenforscher blieb dieses Schicksal glücklicherweise erspart. (sda/cze)