Die Wasserausbrüche gehen laut dem Grindelwalder Gemeindepräsidenten Emanuel Schläppi auf die hohen Temperaturen und das viele Schmelzwasser zurück, wie er auf Anfrage sagte. Er bestätigte damit Angaben der Internetausgabe des «Berner Oberländer» vom Freitag und von weiteren Berner Internetportalen.

Nach der Evakuation am Donnerstagabend verbrachten Gäste des Campingplatzes mit Wohnmobilen die Nacht auf Freitag auf einem für solche Fälle vorgesehenen Parkplatz an einem sicheren Ort in Grindelwald. Leute mit Zelten übernachteten auf einem anderen Zeltplatz und die übrigen Personen in einem Hotel.

Keine Überschwemmung

Zu Überschwemmungen kam es nicht. Die Gäste des Zeltplatzes nahmen laut Schläppi die Evakuation mit Verständnis auf. Im Verlauf des Samstags entscheidet die Gemeinde, ob die Gäste auf den fraglichen Zeltplatz an der Schwarzen Lütschine zurückkehren können.

Schon letztes Jahr kam es laut Schläppi beim Oberen Grindelwaldgletscher zu solchen Wasserausbrüchen. Sie sind also nichts Aussergewöhnliches. Laut einer Mitteilung der Gemeinde Grindelwald vom Freitag hat die Schwarze Lütschine ihren Namen vom schwarzen Schiefer, den sie in solchen Fällen mitreisst.

Der Obere Grindelwaldgletscher ist nicht zu verwechseln mit dem Unteren Grindelwaldgletscher, wo der Kanton Bern wegen der Gefahr durch einen Gletschersee einen Abflussstollen gebaut hat.