Ein Frühlingsgeschenk auf acht Pfoten

Bis 2013 muss René Strickler eine neue Heimat für seine Raubtiere gefunden haben. Dies hält ihn aber von aktuellen Plänen für seinen Tierpark nicht ab. Neustes Unikum: ein weisser Löwe.

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Ein Frühlingsgeschenk auf acht Pfoten

Ein Frühlingsgeschenk auf acht Pfoten

Solothurner Zeitung

Andreas kaufmann

Während fast alle vierpfotigen Parkbewohner in der Frühlingssonne vor sich hindösen, wirft sich René Strickler zwischen die neusten Zuzüger: Ein sieben Monate alter weisser Löwe und sein weibliches Gspänli tollen um den Inhaber des Raubtierparks herum. «Die beiden sind ein Geschenk des Belgrader Zoos. Gerade das weisse Männchen ist schweizweit das einzige», kommentiert Strickler diese «Laune der Natur, die in freier Wildbahn kaum überlebensfähig ist.» Die noch namenlose Neuankömmlinge ergänzen seit drei Wochen den Park und ziehen bereits die Aufmerksamkeit von Gross und Klein auf sich.

Investitionen trotz absehbarem Ende

In dreieinhalb Jahren steht der Umzug des Tierparks aus: Der Mietvertrag für das Subinger Grundstück wurde gekündigt und nach einer erwirkten Mieterstreckung bis 2013 verlängert. Doch die schwerwiegenden Änderungen schmälern Stricklers fortwährenden Tatendrang in keiner Weise: «Wir sind diesen Winter neue Investitionen angegangen», betont er und verweist auf die Verlegung und Umgestaltung des Eingangsbereichs. Dazu zählen unter anderem ein Kiosk und eine Ausstellungsecke über den Werdegang Stricklers.

Wo wächst die neue Raubtieroase?

Dass der Dompteur nun aus der Not der Mietkündigung gar eine Tugend macht, zeigt sich an seinen Plänen: Bereits seit sieben Jahren nährt er die Absicht, in Dompierre FR «Jungle World» zu gründen, ein Habitat, wo «der Besucher hinter Gittern ist und nicht die Raubtiere». Dimension: 90000 Quadratmeter, Kostenpunkt: 35 Millionen. Das Bauland ist reserviert, aber die Möglichkeiten potenzieller Investoren haben sich im Gefolge der Wirtschaftskrise etwas geändert. Doch auch wenn sich Strickler bei seinen Plänen nach der Decke strecken muss, ambitioniert bleibt er allemal. Unter anderem sind für ein angepasstes «Jungle World» auch Grenchen, Langenthal oder Wiedlisbach im Gespräch. Nebst allen Erwägungen steht dabei aber für Strickler vor allem das Wohl der Tiere im Vordergrund: Und was er sich von dieser neuen Heimat wünscht, ist nicht finanzielle Unterstützung, sondern: «Man muss den Rückhalt der Gemeinde spüren.»

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