Tatwaffe im Schaukasten: Aargauer Polizeimuseum erinnert an grausame Verbrechen

Drucken
Teilen
Die Führungen sind bereits ausgebucht: Polizeisprecher Bernhard Graser im Museum in Aarau.
Im Museum werden brutale Kriminalfälle aus dem Aargau dokumentiert. Zum Beispiel der Raubmord von Baden im Jahr 1957. Ein Mann lockte zusammen mit seiner Geliebten einen jungen Handelsreisenden in eine Falle. Das Opfer wollte ihm ein Auto abkaufen, die beiden Täter waren jedoch nur am Geld interessiert.
Mit einem Wagenheber, der heute in einem der Schaukästen im Museum ausgestellt ist, haben sie ihrem Opfer zuerst mehrmals gegen den Kopf geschlagen und den jungen Mann schliesslich von der Brücke zwischen Mülligen und Birmenstorf in die Reuss geworfen.
Das Opfer hatte sich auf ein Inserat im Aargauer Tagblatt gemeldet. Der Täter hatte es aufgegeben. Er suchte einen Käufer für sein Auto. Im Museum ist der handgeschriebene Zettel mit dem Text des Inserats ausgestellt. Er lässt sich nur entziffern, wenn man ganz genau hinschaut.
Auch eine Geiselnahme in Buchs im Jahr 1987 wird im Museum dokumentiert. Zwei Täter wollten eine Bank ausrauben und haben dazu den Bankverwalter aus seinem Schlafzimmer entführt.
Während des Überfalls trugen sie beide Sturmmasken, die heute in einem der Schaukästen des Polizeimuseums ausgestellt sind.
Der Plan der Räuber ging aber nicht auf. Der Tresor war mit einem Zeitschloss gesichert. Dennoch lieferten sich die Polizei und die Täter noch eine wilde Verfolgungsjagd, bevor die beiden verhaftet werden konnten.
Ein Polizeirapport aus dem Jahr 1918. Ein Herr meldete, dass ihm ab dem Fenstersims Fleisch samt Emailplatte gestohlen wurde. Die Nachforschungen nach der Täterschaft verliefen bis dato resultatlos, schliesst der Polizist seinen Bericht.
In den Vitrinen sind auch diverse Drogen ausgestellt, welche die Kantonspolizei Aargau sichergestellt hat.
Dieser Teil der Ausstellung fasziniere jeweils vor allem die jüngeren Besucher, sagt Mediensprecher Bernhard Graser.
Neben Drogen hat die Polizei auch das dazugehörige Besteck wie Spritzen, Löffel oder Feuerzeuge sichergestellt.