Der Sonnenschein und die schöne Seepromenade in Biel hatten am Samstag nachdrücklich zu einem Spaziergang eingeladen, bevor es dann in die unmittelbar am See gelegene Halle zum NLB-Duell ging.

Die entspannte Stimmung vor Ort schien sich auch auf die Protagonisten in den Handballdress zu übertragen, denn die Partie zwischen dem TV Möhlin und dem HS Biel startete gemächlich. Biels Vinzenz Schläfli eröffnete das Skore und schoss mit dem 1:0 die erste und zugleich letzte Führung für die Seeländer. In der Folge übernahm Möhlin das Zepter und hielt sich den Gegner mit zwei bis drei Treffern Unterschied vom Leibe.

Allerdings zeigten sich beide Teams im Abschluss nicht fehlerlos. Nach 26 Minuten stand es magere 7:9 für Möhlin. Das Heimteam konnte aus 26 Abschlussmöglichkeiten sieben Tore erzielen, bei zwölf Fehlwürfen und sieben Ballverlusten. Ebenso kam Möhlin nicht über neun Tore bei elf Fehlwürfen und fünf Ballverlusten aus 25 Angriffschancen.

Erst kurz vor der Pause schaltete der TV Möhlin einen Gang hoch. Nachdem das Team von Trainer Cordas eine Unterzahlsituation überstanden hatte ohne den Zweitorevorsprung einzubüssen, distanzierten sich die Fricktaler durch Treffer von Vizes und Doormann auf 7:11 (30'). Dank einem in der Verteidigung ergatterten Ball traf Tin Tokic kurz vor der Pausensirene ins leere bieler Tor mit einem Weitschuss zum 7:12 Halbzeitresultat.

Möhlin startete zunächst schwungvoll in die zweite Halbzeit und erhöhte die Führung innert drei Minuten auf 7:14. Die Bieler hatten den Gästen nun nichts mehr entgegenzusetzen und beide Teams erlitten zwischenzeitlich einen kleinen Spannungsabfall.

Möhlin liess sich nicht beirren

Zur Mitte der zweiten Halbzeit bäumten sich die Seeländer nochmals auf und verringerten den Rückstand auf 13:17 (42'). Weil sich aber Möhlin dadurch nicht beirren liess, sorgte auch dies nicht weiter für Aufregung.

Für Aufregung sorgten allerdings die ZuschauerInnen auf den Rängen, welche, wohl mangels glanzvoller Aktionen auf dem Spielfeld, ihre Augen auf das Schiedsrichterduo richteten, und lautstark ihr Ein- und Unverständnis bekundeten. Trotz aller Kuriosität gewann Möhlin die Partie schliesslich verdient mit 19:27.

Der fricktaler Verteidigung gelang es insgesamt besser, den gegnerischen Angriffsfluss zu unterbrechen und auch der möhliner Torwart erwies sich einmal mehr als der bessere Rückhalt auf dem Feld (Möhlins Jelovcan 43%, Biels Heyder 31%).

In den letzten drei Partien der Saison bietet sich für Möhlin nun die Chance, sich den dritten Platz zurück zu holen. Die Spiele gegen Stäfa, Basel und Stans verloren die Fricktaler in der Hinrunde, nachdem sie zuvor eine hervorragende Serie mit neun Siegen aus den ersten zehn Partien hingelegt hatten.

Eben diese drei schwierigen Partien stehen dem Team nun noch bevor. Die Möhliner könnten zum Saisonende noch einmal ein Ausrufezeichen setzen, indem sie Solothurn vom dritten Platz verdrängen.