Die SP Surbtal besuchte das 1.-Mai-Fest in Baden und genoss ein musikalisch und politisch inspirierendes Programm. 

BADEN (db) – Das gestrige 1.-Mai-Fest in Baden zeigte, dass ein Feiertag zum Nachdenken über die Arbeits- und Lebensbedingungen in der Schweiz wichtiger ist denn je. Inmitten grössten Reichtums plagen die Menschen auch hier zunehmend Zukunftsängste, Verlustängste und die Angst vor schwindender Solidarität. Die Politik der Zukunft jammert aber nicht und malt auch keine Schreckgespenster. Sie feiert ihre Errungenschaften. Sie feiert, wie vermeintlich Unumstössliches gebodigt und überwunden wurde. Sie erkennt die heutigen Sachzwänge als auflösbar, setzt ihnen sinnvolle Ziele entgegen und macht Mut diese zu erreichen, im gemeinsamen Interesse.

Symbolträchtige Musikwahl

Die grosse, zugige Halle der alten Schmiede erschien beim Eintreten alles andere als heimelig. Trotz zahlreichem Publikum hallte sie leer und liess erahnen wie einsam sich ein Leben nebeneinander, ohne Gemeinsinn anfühlen musste. Um so eindrücklicher war, wie der warme, kraftvolle Gesang von Julia Gründisch den übergrossen Raum einnahm und wie die Gitarre von Djamal Moumene ihre Stimme schlicht, aber herzlich umwob. Die Kälte war gebannt, das Publikum horchte auf, rückte zusammen, besann sich, mitfühlend und mit einem Hauch gemeinsamer Zuversicht.

Dieser verlieh die achtköpfige Pamplona Grup deutlichen Nachdruck mit einer geballten Ladung an musikalischem Aufbruch und Weitblick. Gehegte Sorgen und geschürte Ängste verkümmern zu rechter Augenwischerei, wenn die Zukunft nur so strotzt vor kostbaren Möglichkeiten.

Kultur schuf also Gemeinschaft. Positive Emotionen fegten negative dahin. Erst der Verstand macht eine Politik aber tragfähig und dauerhaft. Dem trugen verschiedene Reden Rechnung.

Die Zukunft liegt im Verbindenden

So erläuterte Regierungsrätin Jacqueline Fehr, wie nahe sich Terroristen dort und Nationalisten hier stehen, indem sie beide Angst und Hass säten, den Zusammenhalt und die Freiheit zerstörten. Dieses Trennende schiebe jegliche Problemlösung nur auf. Das Verbindende werde letztlich stärker sein. Es brauche nur benannt zu werden um seine Wirkung zu entfalten.

Auch die Grossräte Florian Vock und Kurt Emmenegger sprachen sich für eine Gesellschaft der Annäherung, des Ausgleichs und der Chancengleichheit aus. Die zunehmende Ungleichheit der Einkommen und Vermögen würden aber unsere Gesellschaft spalten und die Volkswirtschaft abwürgen. Hier sei die Politik gefordert, eine Trendwende einzuläuten und zwar nicht nur auf nationaler Ebene.

Der wirtschaftlichen Globalisierung wird eine gesellschaftliche und damit politische folgen. Der Nationalismus zuckt bloss nochmals in seinem Todeskampf auf, bevor er überlebt ist und den neuen globalen Wirklichkeiten Platz machen muss. Eine sinnvolle Politik hilft der Gesellschaft, diesen Wandel miteinander zu vollziehen und die Zukunft bewusst zu gestalten.