Dabei will der SVWE gleich doppelt mehr Druck aufbauen. Zum einen bezüglich Serie, indem er auch nach dem Wochenende noch in Führung liegen möchte, zum anderen im Spiel mit dem Ball. Vor allem die Alder- und Hofbauer-Linie hat da sicherlich noch Verbesserungspotential.

Meister Eder hat in Spiel 1 nicht ge(reich)t

Analysiert man Spiel 1, dann könnte man ein einfaches Fazit ziehen: Der Könizer Natigoalie Patrick Eder war nach seinem verletzungsbedingten Comeback - zumindest statistisch - schlicht zu wenig gut.

Der Meister hatte nicht nur mehr Abschlüsse zu verzeichnen (viele davon allerdings aus schlechten Positionen, die auch häufig im Block landeten), sondern auch mehr Schüsse auf dem Tor (19:16).

Doch während SVWE-Goalie Reich 14 dieser 19 Schüsse parieren konnte (savequote 74%), musste Eder 7 von 16 Torschüssen passieren lassen und liegt somit nur knapp über einer 50-Prozent-Quote.

Zum Vergleich: Beim 4:3-Sieg an gleicher Stätte in der Qualifikation lag Eder bei über 80 Prozent. Plakativ gesehen lag die Differenz der beiden Teams also eigentlich nur bei der Goalieleistung. 

Reich, dessen Rückkehr zum Stammverein Chur Unihockey auf nächste Saison hin seit dieser Woche öffentlich ist (der SVWE setzt nächste Saison auf das U21-Meistergoalieduo Menetrey/Flury), zeigte wie zuvor schon in Spiel 4 in Uster (86% Quote beim 3:2) ein starke Vorstellung.

Könizer Spitze gegen SVWE-Breite

Allerdings wäre es wohl zu einfach diese „Battle of Kanton Bern“ hinsichtlich Spiel 1 auf eine „Goalie-Battle“ zu reduzieren. So holte sich die Wiler Defense lange Zeit auch bessere Noten ab als die gegnerische, welche vor allem im Slot erstaunlich viele Abschlüsse zu liess und Eder auch nicht optimal unterstützte. 

Auf Könizer Seite scheint zudem auch die Ausgeglichenheit in der Offensive nicht so gross wie beim SVWE. So stellt sich beim Meister die Frage nach der Konzentration der Kräfte sicher eher als bei Wiler.

Richtig Druck entwickeln konnte Köniz nur, als es seine besten Spieler im Schlussdrittel in einer Linie laufen liess und nur noch mit zwei Blöcken agierte, der zweite Block aber deutlich mit weniger langen Einsätzen.

Dies ist aber über eine ganze Spieldauer kaum möglich, zumal ja an diesem Wochenende zwei Partien anstehen. Beim SVWE hingegen ist aktuell jeweils nur schwer auszumachen, welche Linie in der Offensive die Akzente setzen wird.

Unberechenbare Wiler 

Fähig dazu sollten alle Formationen sein. Dies macht Wiler etwas unberechenbarer, zumal mit Topskorer Känzig ja noch ein Joker in der Hinterhand ist, der in Spiel 1 schon zugeschlagen hat. 

Ja der SVWE leistete sich im Schlussabschnitt nach dem Anschlusstreffer der Könizer, als es galt seinerseits die Linien zu reduzieren und den Rhythmus zu erhöhen,  gar den Luxus die Linie mit Matthias Hofbauer und den Ausländern Lehtinen/Johnsson und Sesulka auf die Bank zu setzen.

Zusammengefasst könnte man hier sagen, Köniz verfügt wohl in der Spitze (sprich bei Konzentration der Kräfte) über die gefährlichste Linie in dieser Serie, aber der SVWE kann dafür auf mehr Breite zählen.