Es ist nicht ein Derby im eigentlichen Sinne, das dieses Wochenende in der CIS-Halle stattfinden wird. Dazu liegen die beiden Städte Solothurn und Möhlin zu weit auseinander. Dennoch ist es immer eine spezielle Atmosphäre, welche die Spiele dieser beiden Mannschaften umgibt.

Das mag daran liegen, dass sich der TVS und der TVM seit über 20 Jahren immer wieder auf dem Platz gegenüberstehen, in den Neunzigerjahren und heute in der NLB, dazwischen auch öfters in der Erstliga.

Beide Klubs und auch die Fans pflegen seit Dekaden eine ausgeprägte sportliche Animosität untereinander. Und wenn es auch kein reines Derby aufgrund geografischer Nähe ist, so ist es doch ein Spiel mit Derby-Charakter.

Möhlins Prunkstück ist die Verteidigung

Emotionen und Härte werden auch in der kommenden Partie nicht fehlen. In der Hinrunde wurden insgesamt elf Strafen ausgesprochen, acht davon gegen Möhlin. Doch nicht nur betreffend Härte hatten die Aargauer die Nase vorn, am Ende holten sie sich auch die zwei Punkte.

22:19 lautete damals das Resultat, für den heutigen Handball eine veritable Abwehrschlacht. Nicht erstaunlich, dass in diesem Duell Möhlin-Hüter Jelovcan Mann des Spiels war, mit einer Abwehrquote von 54 Prozent.

25 Tore pro Spiel

Es war diese Saison übrigens bei Weitem nicht das einzige Spiel, das die Fricktaler dank ihrer Abwehrreihe gewannen. In der Vorrunde stellte der TV Möhlin lange die beste Verteidigung der Liga. Aktuell befinden sich die Aargauer – an den Gegentreffern gemessen – auf dem dritten Platz, mit exakt 500 Gegentoren in 20 Spielen.

Das ist nicht mehr so stark wie noch in der Vorrunde, aber ein Schnitt von nur 25 Toren pro Spiel kann sich durchaus sehen lassen. Besser schneiden in der NLB nur gerade Ligakrösus RTV Basel (496 Gegentore) und – ja genau – der TV Solothurn (492) ab.

Die stärkste Abwehr der Liga

Die stärkste Abwehr der Liga wird der TVS auch benötigen, wenn er den Möhlemern am Samstag Parole bieten will. Denn obwohl die Abwehr des TVM in der Rückrunde öfters geschwächelt hat, zeigten die Fricktaler gerade im letzten Spiel gegen den ungefährdeten Tabellenzweiten STV Baden, wozu sie fähig sind.

Gegen ihre Kantonsgenossen, welche zuvor zehn Spiele in Folge gewannen und seit Beginn der Saison im Schnitt über 30 Tore erzielt hatten, kassierte Möhlin nur gerade 22 Treffer und siegte.

Für einmal ist der Angriff entscheidend

Bei Normalform könnte das Duell zwischen Solothurn und Möhlin aber eine der wenigen Partien werden, in denen der TVS nicht in der Defensive, sondern im Angriff den Unterschied machen muss. Da beide Teams starke Abwehrreihen stellen, wird entscheidend sein, welches Team mit seiner Offensive die gegnerische Verteidigung knacken kann.

Und wem dies gelingt, dem winkt am Ende der alleinige dritte Tabellenplatz, zumindest für eine Runde. Die Zuschauer können sich auf jeden Fall auf ein hart umkämpftes und emotionsgeladenes Spiel einstellen – fast wie in einem Derby eben.