Am Montag, 15.11.10, wurde im Rahmen einer Orientierungsversammlung der FDP Erlinsbach AG über den Voranschlag 2011 der Gemeinde Erlinsbach AG und den Einsatz der Schulinformatik in der Schule Erzbachtal orientiert.
Vizegemeindepräsident Hans Rudolf Hubeli, FDP, präsentierte die wichtigsten Ueberlegungen zur laufenden Ueberprüfung und Anpassung des Finanzplanes. Was letztes Jahr versprochen worden ist, wurde konsequent durchgeführt. Das Investitionsprogramm, die mutmassliche Entwicklung der Schulden, die Steuereinnahmen, die laufenden Ausgaben, die demographische Entwicklung und die wirtschaftliche Situation wurden einander gegenübergestellt. Jede Ausgabenposition wurde kritisch auf ihre Notwendigkeit und Einsparungsmöglichkeit überprüft. Wenn die Projekte Wygärtli und Neues Gemeindehaus abgeschlossen sind, wird das Investitionsvolumen markant zurückgehen. Somit kann das Fernziel Abbau von Schulden und Abschreibung der zu erwartenden Bilanzfehlbeträge angegangen werden. Der Handlungsspielraum bei rund 85 % gebundener Ausgaben setzt aber auch hier Grenzen.
Der Voranschlag 2011 (laufende Rechnung) weist einen Aufwandüberschuss von rund 1,1 Mio Fr aus. Auch für die beiden folgenden Jahre rechnet man mit einem ähnlichen Betrag. Anschliessend soll sich die Situation wieder verbessern. Der Gemeinderat ist deshalb der festen Ueberzeugung, dass für das Jahr 2011 der Steuersatz von 98 % gehalten werden kann. Für ihn gilt der Grundsatz, dass die Fiskalbelastung auf einem Minimum zu halten sei. Dass diese Politik zu Voten besorgter Bürger führte, ist nicht erstaunlich. Hans Rudolf Hubeli gelang es aber, die gröbsten Bedenken zu zerstreuen. Die Versammlung spricht der Vorlage ihr Vertrauen aus und verpflichtet die Behörden, auch weiterhin mit aller Sorgfalt und Konsequenz zu wirtschaften.
Der zweite Teil des Abends drehte sich um den Informatikeinsatz in der Schule Erzbachtal. Seit mehr als 10 Jahren werden auf verschiedenen Stufen IT-Mittel eingesetzt, teilweise eher wenig professionell. Heute präsentiert sich eine reichhaltige Sammlung unterschiedlich alter Geräte und technischer Anwendungen. Hier gilt es, Ordnung zu schaffen und die finanziellen Mittel optimal einzusetzen.
Laut Schulgesetz vom 19.2.97 ist der Einsatz von Informatik an der Oberstufe obligatorisch, seit 2001 auch an Unter-und Mittelstufe. Der Computer soll Arbeitsinstrument werden für Schüler, die als Anwender geschult werden. Da die Gemeinde für die Schulinfrastruktur aufkommen muss, wird auch dieses Projekt durch die beiden Erlinsbach finanziert werden müssen.
Herr Beat Neuenschwander, Mitarbeiter der Public Info Service AG in Lenzburg (www.publis.ch), hat als externer Projektleiter zusammen mit allen Interessierten und Betroffenen eine Lösung erarbeitet, die vom Kindergarten bis in die 4. Sek die benötigte technische Ausrüstung und den Schulungsbedarf für den Lehrkörper festlegt. Die Informatikführung erfolgt mit einer Steuerungsgruppe, der pädagogische Support wird durch schuleigene Coaches vermittelt. Zudem müssen der technische Support, das Leitbild für die Weiterentwicklung und die Benutzungsregeln festgelegt werden. Das Grundinvestitionsprogramm wird rund 550 000 Fr betragen und die laufenden Jahreskosten für die nächsten 5 Jahre werden mit rund 70 000 Fr veranschlagt.
Wenn das aktuell laufende Genehmigungsverfahren positiv abgeschlossen wird, kann bereits in der zweiten Hälfte des Schuljahres 2010/11 die neue Schulinformatik zum Tragen kommen. Die Erfahrungen in Gemeinden der näheren Umgebung sind ermutigend. Die interessierten Zuhörer haben sehr rasch realisiert, dass insbesondere auf die grosselterliche Aufgabenhilfe eine neue Herausforderung zukommt! (rw)