Musikverein Herbetswil

Visionäres aus Musik und Theater

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Sowohl am Freitag- wie am Samstagabend lud der Musikverein Herbetswil in die Turnhalle. Den Schwerpunkt bildete diesmal nicht die Musik, sondern die Aufführung der Theatergruppe mit dem Zweiakter «Manne mit und oohni Visione».

Jeweils vor der Aufführung der Theatergruppe wurde das Publikum mit einem musikalischen Block unterhalten. Am Freitag war dafür die Valley Brass, die Jugendformation der Musikvereine im Dünnernthal, zuständig. Unter der Leitung von Melanie Stalder spielten sie eine fetzige Palette bekannter, stets aktueller Melodien wie «Spinning Wheel», «Sofia» oder «House of Dance». Der frische, engagierte Auftritt der Jugendlichen ist ein Versprechen für die Zukunft der Vereine.

Am Samstag – als die Halle im Unterschied zum Freitag praktisch auf den letzten Platz gefüllt war –  war die Reihe dann am Musikverein Herbetswil selber, den Abend zu eröffnen. Unter der Stabführung von Marco Zehnder kombinierten sie zu Beginn Jazz mit afrikanischen Klängen im wunderbaren Cape-Jazz-Stück «Maraba Blue» von Abdullah Ibrahim. Die Musik des Trickfilms «Spirit: Stallion of the Cimarron», die Liebesballade «I belong to you” von Eros Ramazotti und Anastacia und der Brass Band-Feger «Essence of Brass» stellten ein rundes Programm dar. Der dynamische Einsatz des Dirigenten sprang auf das Korps und von dort auf Publikum über. Das Publikum forderte nach einer Zugabe und erhielt diese im Marsch «Roses des Alpes» von Jean-Pierre Fleury.

Nach den musikalischen Darbietungen zeigte die Theatergruppe unter der Regie von Sascha Schenk ihr Können. Und dieses ist beträchtlich. Das Stück handelt von einem frustrierten Ehemann, der beruflich von seiner Frau überholt wird und deshalb mit esoterischer Telefonberatung versucht, wieder finanzielle Oberhand zu gewinnen. Das esoterisch angehauchte Männergrüpplein bei der Schulung, die feurige spanische Putzfrau, die resolute Schwiegermutter oder die frisch verliebte Freundin: Die Charaktere wurden vom Ensemble authentisch und witzig umgesetzt und entlockten dem Publikum zahlreiche Lacher. Die Darbietung lebte nicht von flachen Witzen oder übermässigem Körpereinsatz, sondern von der gekonnten Herausarbeitung der Charaktere. Diese Ausarbeitung, gepaart mit der feinen Kritik an Esoterik und Zeitgeist, kam beim Publikum an. Es war der Höhepunkt eines Unterhaltungsabend, der diesem Namen vollumfänglich gerecht wurde.

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