Am 25. Juni punktete die Brass Band Full am aargauischen Musiktag in Gansingen mit einer spannenden Mischung aus Alt und Neu.

FULL (mg) – Seit Anfang Jahr steht der 26-jährige Stefan Aegerter aus Rombach in Full am Dirigentenpult und bringt mit neuen und teilweise ungewohnten Methoden frischen Wind in die Probearbeit. Vergangenen Sonntag stand nun mit dem kantonalen Musiktag die erste grosse Bewährungsprobe auf dem Programm.

Ungewöhnliche Vorprobe 

Die Musikantinnen und Musikanten fuhren zusammen mit den PKWs nach Gansingen. Nach einem kurzen Abstecher ins Instrumentendepot ging es gleich weiter zum Konzertvortrag. Dieses Jahr hatten die Fuller das Stück „Triptych“ des zeitgenössischen englischen Komponisten Philip Sparke eingeübt. Da der Verein den Vortrags-Block vom Nachmittag eröffnete, konnte die Vorprobe direkt auf der Bühne abgehalten werden. Sie bestand wie immer aus einem Choral und dem Konzertstück. Ansonsten war es aber eine recht ungewöhnliche halbe Stunde. Tatsächlich gespielt wurde eher wenig. Stattdessen liess Stefan Aegerter seine Band Luft in den verschiedensten Stärken und Arten durch die Instrumente blasen und einige Passagen singen. Zum Abschluss durften die Musikantinnen und Musikanten aufstehen, sich an den Schultern fassen und den ganzen Choral singen und summen. Wer Aegerters Proben nicht gewohnt ist, reibt sich bei so einem Anblick schon mal verwundert die Augen. 

Beim Konzertstück selber kamen dann natürlich wie gewohnt die Instrumente zum Einsatz. In der folgenden mündlichen Beurteilung lobten die Experten den Vortrag als fulminante Interpretation auf höchsten Niveau. Sie wiesen aber auch auf einige Schwachstellen hin und machten Verbesserungs­vorschläge.

Traditioneller Marsch – ungewöhnlich eingeübt

 Nach einer knapp dreistündigen Pause, in der man sich erfrischen oder andere Vorträge anhören konnte, ging es weiter zur Paradestrecke. Mit „The Cossack“ von William Rimmer hatte die Brass Band Full im Vergleich zu anderen Jahren einen sehr traditionellen Marsch gewählt. Auch hier hatte Stefan Aegerter aber die Musikantinnen und Musikanten verblüfft, indem er den Marsch in verschiedenen Tempi und Stilrichtungen (u.a. wie einen Choral) spielen liess. Die Messlatte hatte er mit zwei Siegen seiner anderen Vereine an den Musiktagen von Tägerig und Wittnau gleich selber sehr hoch gelegt. Auch die Fuller erzielten mit 87.25 von 100 Punkten ein Top-Resultat. Nur die Brass Band MG Oberrüti war noch einen halben Punkt besser. Damit verpasste Aegerter den Hattrick denkbar knapp.

Bewährte Kräfte geehrt 

Es folgten das Zobig im Festzelt und der offizielle Festakt. Dieses Jahr konnten gleich vier erfahrene Musikanten geehrt werden. Corinne und Albin Hauser wurden zu eidgenössischen (35 Jahre), Markus Egli und Marcel Graf zu kantonalen Veteranen (25 Jahre) ernannt. Danach liessen diejenigen, welche noch Lust hatten, den Abend gemütlich ausklingen.

Die Brass Band Full wird nun einige Wochen Sommerferien geniessen, bevor sie mit neuer Energie die nächsten Projekte in Angriff nimmt. Es sind dies unter anderem die Titelverteidigung an den Zurzibieter Musikfestspielen am 9. September und das Kinderkonzert am 22. Oktober.