Rheinfelden

Veloclub Rheinfelden auf der 3-Tagestour

megaphone
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Über 300 Kilometer zurückgelegt

Wer wagt gewinnt! Mieser Wetterbericht, aber zunehmend gute Bedingungen...

Unter diesen Voraussetzungen fanden wir uns am letzten Juni-Wochenende zur traditionellen 3-Tagestour vom Veloclub Rheinfelden beim Parkplatz „Drei Könige" ein. Das Wetter verhiess ein eher durchzogenes Weekend zu werden, doch die fröhliche Truppe liess sich nicht beirren. Exakt um 8 Uhr gab der sportliche Leiter Fritz Gallati den Start frei und schickte uns bei sonnig warmem Wetter auf die Strecke in Richtung Seeland. Nach dem oberen Hauenstein wurde planmässig die erste Pause eingelegt. Gestärkt mit Tranksame und einem deftigen „Iklämmte" setzten wir unsere Fahrt fort. Aber schon in der Abfahrt peitschte uns ein kurzer Regenschauer ins Gesicht. Im Intervall wechselten wir für kurzen Zeiten die Regenutensilien. Nach längeren trockenen Abschnitten erreichten wir Gänsbrunnen. Wer sich jedoch vorstellte, dass es flach Richtung Moutier weiter gehen sollte sah sich getäuscht; denn genau hier bogen wir links ab in eine bewaldete, steil ansteigende und schmal asphaltierte Strasse. Dieser längere Aufstieg führte uns auf das gottverlassene, 1006 m.ü.M. gelegene Bergrestaurant de la Binz. Die Wolken hingen bereits vor diesem Kletterspass schwarz und tief. Die ersten erreichten die Passhöhe noch im Trockenen, der andere Teil der Gruppe wurde jedoch fürchterlich verregnet. Über Regen, Sturm und Gewitter war so alles enthalten. Nach Abzug dieses Wolkenbruchs und der Kaffeepause im gemütlichen Beizli genossen wir die lange Abfahrt Richtung Court-Tavanne. Nach dem erklimmen des Col du Pierre Pertuis erreichten wir Sonceboz, wo der Tisch im Restaurant, natürlich dank optimaler Vorausplanung unseres Director Sportivs, bereits gedeckt war und die herrliche Pasta in Form von Tortellinis in Kürze serviert wurden. Im Schnellzugtempo und klassischem Mannschaftsfahren erreichten wir bald Biel und das Tagesziel Studen BE. Frisch geduscht und mit großem Hunger freuten sich alle auf ein feines Abendessen. Ich denke es wurde niemand enttäuscht und alle bestimmt satt! Hier im Hotel Florida, unserer zweitägigen Unterkunft, liessen wir uns zu unserer vollsten Zufriedenheit kulinarisch verwöhnen.

Am Samstagmorgen stärkten wir uns am herrlichen Buffet mit den frischen Produkten; denn die Königsetappe würde uns einiges abverlangen. Im Streckenbeschrieb fanden wir keine langansteigenden Pässe, jedoch war er gespickt mit unzähligen Hügeln - also erwartete uns eine kleine Flandernrundfahrt! So starteten wir bei schönem Wetter und fuhren auf verkehrsarmen Nebenstrassen parallel zum Bielersee in Richtung Ins. Über La Sauge beim Neuenburgersee führte die Route rauf und runter schliesslich in die Nähe des Murtensees nach Avenches, wo wir im Lacotel unsere verdiente Kaffeepause mit Schoggigipfel einschalteten. Weiter ging die Fahrt über zahlreiche Berg- und Abfahrten durch romantische Dörfer und weiten Landstrichen in Richtung Mühleberg. Hier beim gleichnamigen Kraftwerk überquerten wir die Stauseebrücke im Naturparadies am Wohlensee und spulten nochmals über happige Aufstiege nach Meikirch, begleitet von einem kurzen Regenguss zur Frienisberghöhe. In rasender Abfahrt erreichten wir schliesslich den Hirschen im gleichnamigen Dorf Frienisberg zum Fischchnusperli-Essen. Über Aarberg und Lyss gelangten wir am späteren Nachmittag wieder zu unserem Ausgangspunkt Studen zurück. Ein knochenharter aber genussvoller Tag lag hinter uns. Dank seiner vorgängigen Rekognoszierung per Motorrad hatte es Fritz verstanden, uns wiederum auf unbekannten, schönen und verkehrsarmen Strassen zu führen. Entgegen den schlechten Wetterprognosen blieben wir heute weitgehend von Niederschlägen verschont. Der Natur sei Dank für diesen Tag!

Gestärkt vom erneut feudalen Frühstücksbuffet ging es am Sonntagmorgen auf die „Heimwärtsetappe". Der Regenschutz blieb heute demonstrativ im Begleitfahrzeug. Ein letztes Mal sattelten wir die Alu- und Carbonrösser und genossen die Schönwetterfahrt auf verkehrsarmen Strassen, vorbei an Weiden mit Kühen und Pferden, Äckern mit farbigen Feldern, Wäldern mit vielfältigen Grüntönen und Bauernhäusern mit liebevoll gepflegtem Blumenschmuck. Den kulinarischen Mittagshalt verbrachten wir im Rebstock von Wiedlisbach. Der Schweizer Heimatschutz würdigte das attraktive Städtchen, indem es im Jahr 1974 den Henri-Louis-Wakker-Preis, eine Auszeichnung für beispielhafte Ortsbildpflege, erhalten hat. Am Nachmittag stieg das Thermometer rasant an. Nur der Fahrtwind konnte das Kurbeln etwas erträglicher gestalten. Nach Olten-Trimbach stieg uns der Puls beim überqueren des unteren Hauensteins nochmals in rosarote Bereiche. Via Sissach-Ormalingen über den Asp via Wegenstetten erreichte die Truppe rasch das Ziel in Rheinfelden.
Unser Organisator Fritz Gallati hat mit seiner Erfahrung viel dazu beigetragen, dass mit einer disziplinierten Fahrweise unsere über 300 Km lange Reise unfallfrei und ohne Zwischenfälle abgeschlossen werden konnte. Dir herzlichen Dank für deine optimale Betreuung an diesen drei Tagen! Auch die diesjährige Tour war kameradschaftlich und sportlich ein voller Erfolg. So macht radeln Spaß!

Juli 2009 / Peter Born

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