Die Frage vor dem Mosttag war: Kommen so viele Leute zum Mosten wie noch nie oder ist Ende September der grösste Teil des Obstes bereits von den Bäumen gefallen und irgendwie verarbeitet? So viel vorweg: Ersteres ist eingetreten.

Nach dem letztjährigen Unterentfelder Mosttag, für den eine halbe Tonne Obst zugekauft werden musste, trat dieses Jahr das pure Gegenteil ein: Die beiden organisierenden Unterentfelder Vereine, nämlich der Natur- und Vogelschutzverein und der Biologische Gartenbauverein, wurden regelrecht überrannt von Mostkunden. Die Schlange von mit Mostobst wartenden Personen wollte nicht abreissen, so dass bis gegen 18 Uhr gemostet werden musste. In den vergangenen Jahren konnte der Störmoster Nussbaum aus Birrwil so um 17 Uhr seine mobile Mostpresse reinigen und verladen.

So zeichnete sich bald einmal ab, dass der Mosttag 2018 zu einem Rekordergebnis führen würde. Es wurden über 1’100 Liter Most gepresst, was einer Obstmenge von fast 1'600 kg oder ca. 64 Harassen entspricht. Einmal mehr zeigte sich, dass es für die Bevölkerung ein Bedürfnis ist, eine Möglichkeit für die Verwertung des anfallenden Obstes zu haben. Der grosse Vorteil in Unterentfelden ist, dass man am Ende tatsächlich den Most des eigenen Obstes mit nach Hause nehmen kann und nicht ein Gemisch mit dem Most des Nachbarn.
Weil frisch gepresster Apfelsaft etwas vom Feinsten ist, wurden knapp 200 Liter Most von der Laufkundschaft gekauft. Die beliebten Öpfelchüechli waren ebenfalls wieder ein Renner: Das Chüechli-Team konnte knapp 170 Portionen frittieren. Das Kuchenbüffet lud wiederum zum Verweilen ein und bot Gelegenheit, die Zeit des Anstehens für das Mosten etwas zu verkürzen. Musikalisch umrahmt wurde der Anlass vom Alphorntrio Kusema (Kurt, Sepp und Max). An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, die sehr geduldig gewartet haben, bis ihr Obst gepresst werden konnte.

Wie alle Jahre hat die Familie Bolliger-Fierz auch wieder Apfelsorten aus Entfelden und Suhr zusammengetragen und ausgestellt; über 70 waren es dieses Mal. Eine wahre Augenweide nur schon die Vielfalt an Farben und Formen. Aus Platzgründen mussten die Birnen übrigens zu Hause bleiben. Damit die Bestäubungsleistung des Obstes nicht abnimmt, wurden an einem weiteren Stand Nahrungspflanzen für Wildbienen verkauft. Und die Kinder durften Blumentöpfe verzieren, mit Erde füllen und einsäen.