Letzten Samstag reiste das U21-Team ins Oberemmental nach Zollbrück, um das 4. Spiel der laufenden Meisterschaft gegen das Unihockeyteam Schüpbach zu bestreiten. Das Team aus Schüpbach war stark einzuschätzen, hatten sie nach drei Spielen doch bereits 7 Punkte auf ihrem Konto und noch keine Niederlage zu verbuchen. Das Trainergespann der Löwen entschied sich mit zwei Linien zu starten, da einige Spieler im Training dieser Woche durch Abwesenheit glänzten.

Das Spiel begann sehr schlecht für die jungen Löwen, welche anfangs eher kleinen Mitzekätzchen glichen, und durch zwei kapitale Fehler in der 2. und 6. Minute in der Abwehr den Einheimischen zwei Tore schenkten und so 2:0 in Rückstand gerieten. Einige Spieler der Reussstädter waren wohl mit dem Kopf noch nicht ganz in Zollbrück angekommen. Nach einigen personellen Wechseln schon nach kurzer Zeit vermochte sich das Team zu steigern und den stark agierenden Torhüter Renggli in der Defensive zu unterstützen. Auch in der Offensive konnten sich die Löwen allmählich steigern und einige Chancen erarbeiten. Als dann in der 11. Minute ein Einheimischer auf die Strafbank musste, konnte man zum ersten Mal in Überzahl agieren und eine halbe Minute vor Ablauf der Strafe konnte Captain Killer einen Abpraller zum 2:1 verwerten. Kurz darauf erhielt Desch nach einem völlig überflüssigen hohen Stock eine 2-Minuten-Strafe, welche aber ungenutzt blieb. Statt dessen erzielten die Löwen nach überstandener Strafe den Ausgleich zum 2:2. Wiederum war es der Captain Killer der für seine Farben treffen konnte. So ging es mit einem für die Reussstädter glücklichen 2:2 in die Pause betrug das Schussverhältnis doch 31:14 für die Einheimischen aus dem Oberemmental.

Für das zweite Drittel hatte man sich vorgenommen, dessen Start nicht zu verschlafen. Dies gelang kaum, agierte man doch ähnlich schläfrig wie zu Beginn des ersten Drittels. So konnte man das zweite Powerplay nicht ausnutzen und als wäre es nicht schon genug kassierte man durch den Konter, der durch den von der Strafbank kommenden Schüpbacher eingeleitet wurde, auch gleich noch den dritten Gegentreffer. Nur wenig später kassierte Burkard nach einem Stockschlag eine Strafe, welche die Einheimischen im anschliessenden Überzahlspiel zum erneuten Zwei- Tore- Vorsprung nutzen konnten. Das Trainergespann entschied sich darauf das Timeout zu nehmen, welches der stark spielende und immer noch topmotivierte Defensivmann Etienne Meyer sogleich an sich Riss und seinen Mitspielern mit klaren Worten eine 30-sekündige Motivationsspritze einflösste.
Das Team konnte danach wieder die erhoffte Steigerung zeigen und in einem weiteren Überzahlspiel durch Scheidegger zwei Minuten vor der zweiten Pause den 4:3 Anschlusstreffer erzielen. Das Schussverhältnis in diesem Drittel war 25:12 für die Einheimischen.

Im letzten Drittel mussten die Löwen wieder einige personelle Wechsel vornehmen was eine Folge der Müdigkeit in den Beinen war, aber nicht für den Kopf galt. Die Reussstädter zeigten sich zum letzten Drittel von ihrer besten Seite. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff spielte E.Meyer seinen Gegenspieler mittels Bandenpass zu sich selbst aus und startete mit Tempo in die gegnerische Platzhälfte, wo er auf den unbedrängten in der Mitte freistehenden Strebel der zum 4:4 einschiessen konnte. Nur zwei Minuten später konnte Desch nach einem herrlichen Querpass von Scheidegger gar das 4:5 erzielen und seine Farben erstmals in Führung bringen. Das Heimteam reagierte und nahm das Timeout. Von jetzt an begann eine Schlacht um die drei Punkte wobei die Löwen, die in den ersten beiden Abschnitten nicht die beste Figur machten, zeigten warum sie in dieser Liga am richtigen Ort sind. Mit disziplinertem Verhalten im System, gegenseitigem Vertrauen im Team und totalem Einsatz auf dem Feld machte man es dem Heimteam immer schwerer zu guten Chancen zu kommen und kam seinerseits zu einigen Konterchancen. Eine dieser Chancen gipfelte gar in einem Penalty. Captain Killer übernahm die Verantwortung konnte aber die Gelegenheit zur Entscheidung nicht nutzen. Drei Minuten vor Ende der Partie erhielt der junge Jauslin wegen Sperren eine Strafe. Die Schüpbacher liessen sich nicht zweimal bitten und erzielten nur 5 Sekunden nach Beginn der Strafe den nicht unverdienten Ausgleich. Nun waren beide Mannschaften darauf bedacht kein Tor mehr zu kassieren. Doch Sekunden vor der Sirene zeigte der Schiedsrichter nach übermotiviertem Einsteigen eines Einheimischen eine Strafe an, die Reusstädter liessen die Uhr runterlaufen und gingen mit einer Überzahlsituation in die zweite Verlängerung der Saison. Schussverhältnis in diesem Drittel war 26:18.

Die Löwen waren darauf erpicht das Bully zu gewinnen und so sofort in Ballbesitz zu kommen und dem Gegner keine Chance auf das Entscheidungtor zu geben. Nach Bullygewinn und kurzem Ballverlust konnte Meyer den hohen Pass in die Bremgarter Platzhälfte abfangen und das Powerplay aufbauen. Die Löwen spielten dies sehr geduldig liessen den Ball laufen und konnten durch Strebel, der den Abschluss von Desch unhaltbar ins gegnerische Tor ablenkte, nach 1:23 in der Verlängerung das siegbringende Tor erzielen.

Trotz weniger Chancen und körperlicher Unterlegenheit ist dieser Sieg nicht gestohlen, zeigte sich doch, dass man durch effizienteres Schiessen auch Spiele, in denen man mehrheitlich unterlegen ist, gewinnen kann. (Schussverhältnis 82:47 für Schüpbach) Auch die stetige Leistungssteigerung von Drittel zu Drittel trug natürlich zu diesem Sieg bei. Beeindruckend war das mit der länge des Spiels der Teamgeist und der Wille zum Sieg immer mehr zum Vorschein kam, was während dem Powerplay in der Verlängerung ihren Höhepunkt erreichte als die übrigen 11 Spieler auf der Bank anderthalb Minuten lang das UHCB-Lied sangen und so ihre Teamkollegen auf dem Feld zu einer letzten Höchstleistung an diesem Tag antrieben. Herzlichen Dank geht auch an die extra aus dem Aargau angereisten Fans (sogar e Chueglogge het öpper debi gha) für ihre tolle Unterstützung während des ganzen Spiels.

UHT Schüpbach vs. UHCB (2:2/2:1/1:2/0:1)
BOE Zollbrück; 54 Zuschauer
Tore: 2. Neuenschwander (M.Hofer) 1:0; 6. Scheidegger (Mosimann) 2:0; 12. Killer (Ausschluss Berger) 2:1; 16. Killer 2:2; 27. Mosimann (I.Hofer) 3:2; 30. Hirschi (Ausschluss Burkard) 4:2; 38. Scheidegger (E.Meyer/Ausschluss Schärer) 4:3; 43. Strebel (E.Meyer) 4:4; 45. Desch (Scheidegger) 4:5; 58. S.Arn (J.Arn/ Ausschluss Jauslin) 5:5; 62. Strebel (Desch/ Ausschluss Schüpbach) 5:6