Mit Spannung wurde das erste Konzert des Kammerchors Aarau unter seinem neuen Dirigenten Bruno Steffen erwartet. Der Titel des Konzerts „Une soirée française“ mag eine gewisse sommerliche Leichtigkeit, Beschwingtheit suggeriert haben, zumal die äusseren Bedingungen am Samstagabend vom 21. Mai schon vor dem Konzert zu angenehmen Begegnungen und Smalltalks zwischen Konzertbesucherinnen und -besuchern und den Ausführenden verleiteten.

Diese gelöste Stimmung setzte sich dann im Konzertraum weiter fort. Vor dem Hauptwerk des Abends, der Messe in A-Dur von César Franck, kamen sechs kleinere Werke des bekannten französischen Komponisten Gabriel Fauré zur Geltung. Es handelte sich um echte Raritäten, selten gehört und aufgeführt, aus der Sammlung Musique religieuse. Dabei konnten vor allem der Chor und einzel- oder abwechslungsweise auch die Solistin und die Solisten ihr Können unter Beweis stellen.

Die Messe in A-Dur op. 12 von César Franck wurde für den liturgischen Gebrauch an der Sainte Clotilde in Paris geschrieben, der Kirche, an der Franck bis zu seinem Tod 1890 wirkte.  Franck folgte eng dem Text des Ordinariums und setzte den kompositorischen Schwerpunkt im Gloria und Credo. So dauern die beiden Sätze beinahe eine halbe Stunde und zeigen die symphonischen Qualitäten des Komponisten. Das berühmte Panis angelicus wurde erst später zwischen dem Sanctus und dem Agnus Dei eingefügt. Die für grossbesetztes Orchester geschriebene Originalfassung reduzierte Franck aus aufführungspraktischer Rücksicht später auf Streicher, Orgel und Harfe. In dieser Version gelangte das Werk durch den Kammerchor Aarau zur Aufführung.

Unter der sicheren Stabführung des neuen Dirigenten Bruno Steffen erzielten der Kammerchor zusammen mit der Solistin Seraina Perrenoud, den Solisten Simon Witzig, Tenor und Marcus Niedermeyr, Bass sowie dem souverän begleitenden Orchester Cantate Cantabile, eine stimmungsvolle, eindrückliche und gewohnt qualitativ hochstehende Aufführung. Die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer dankten dies mit langanhaltendem Applaus.

Viktor Schmid