Frühmorgens waren die acht am Bahnhof Berikon bereit zum Bettags-Abendteuer, denn wir wussten nicht wo uns  Marco + Gaby hinführen werden. Doch zuerst gab es noch ein feines Gipfeli bis wir in den Zug stiegen. Im HB Zürich wollte Alain noch schnell 2 Kaffis holen um dann zum einsteigen aufs Gleis 10 zu kommen. Doch die Baustelle auf Gleis 10 + 11 war das erste Erlebnis. Alain kam nicht. Er stieg auf dem nächsten Gleis ein und fuhr an den Airport. Das Natel hatte er aber vorher in meinen Rucksack gegeben. Alain schwitzte, konnte dann einen Military-Boy dazu bewegen, ihm sein Natel zu geben damit er uns anrufen könne. Marco gab ihm dann ländliche Eindrücke durch und ob er die sehe. Alain nahm den nächsten Zug zurück und nach aufregenden Minuten, nicht nur für ihn, hatten wir ihn wieder. Das konnte ja heiter werden. Im Zug nach St.Gallen verteilte Isa Sudoku-Zettel. Sie wurde ja auf der letzten Reise zur Unterhalterin erkoren. Alle rätselten, Michi schrieb gleiche Zahlen hinein, es ging einfach nicht auf. Die ersten Punkte wurden eingeheimst. Im Postauto nach Heiden waren Urnäscher Turner-Frauen unterwegs welche auf der Suche von Mr. X waren. Alain verköstigte sie mit einem Glaserl Rotem. In Heiden hiess es aussteigen. Nach Kaffihalt wurden die Rucksäcke geschultert und ab auf den Witzweg J.Durch Wolfhalden mit Sicht auf den Bodensee ging die abwechslungsreiche Fussreise. Wir amüsierten uns ob all den träfen Appizöllerwitzen an den Tafeln entlang des Weges. An der letzten Feuerstelle wurde Mittags-Pause gemacht, unsere Männer suchten Holz und machten Feuer. Bald schon brutzelten die Würste auf dem Grill. Vielen Dank an Alain für den feinen Vino Rosso. Im ganzen Gebiet frästen Velofahrer umher und hatten nach Proberunden auch ein Rennen ab zu solvieren. Mit rasantem Tempo flogen sie  über die Kieswege und die Wälder an uns vorbei. Bald darauf erreichten wir talwärts Walzenhausen wo ein Trinkhalt an der Sonne genossen wurde. Mit der alten Standseilbahn fuhren wir durch einen langen Tunnel talwärts nach Rheineck, von da aus mit dem Zug nach Appenzell wo wir einen Rundgang im schönen Städtchen machten.

Zum Nachtessen sassen wir gemütlich im Rest. Hörnli bei Kartoffelröschti + Salat zusammen.  Da holte Isa zum 2. Schlag aus. Wir hatten einige lustig umschriebene Brotgebäcke zu erraten. Die Köpfe rauchten da wieder gehörig. Danach liessen wir die Rucksäcke dort stehen und machten uns auf zur Kirche wo uns bereits der Nachtwächter in seiner Montur mit Laterne, erwartete. Er schilderte uns eindrücklich die Geschichte von Appenzell, dem Brand im Jahre 1500 und zeigte uns die sehenswerten Bauten auf dem Dorfrundgang. Beim Kaffi avec im Hörnli gesellte sich auch Josef, Parkplatzwächter in Wasserauen, zu uns. Dann ab zum Bahnhof, wir fanden noch einen Hotelschlüssel auf der Strasse, welchen Marco zum richtigen Hotel zurückbrachte. Dann bestiegen wir einen Post-Publicar welchen uns hinein in die Nacht fuhr. Wo landen wir wohl um die Nacht zu verbringen? Die Taschenlampe hervor und schon machte Marco die Türe zum „Schlafen im Stroh“ Hüttchen auf. Oh, machten da einige und sortierten sich auf dem Stroh, vier unten wir andern die Treppe hoch. Nach Gästebuch-Gedanken und einem Gläschen sanken wir bald darauf in den Schlafsack. Schlafen, was ist das, es pikste immer irgendwo und auch Doris ersehnte den Morgen herbei.

Nach ausschütteln der Decken genossen wir ein feines Frühstück welche uns die Bäuerin per Wägeli brachte. Ein herrlicher Tag ohne Wolken erwartete uns derweil wir auf den Publicar warteten. Wir sahen ihn, er konnte uns aber nicht orten. Endlich konnte es losgehen und nach umsteigen in Appenzell in den Zug nach Wasserauen. Hunderte von Wanderer waren da unterwegs, die Ebenalp-Bahn fuhr wie’s Trämli. In 10 Minuten Bergfahrt erblickten wir auf 1600m ein super Panorama des Alpstein-Gebietes und hinunter zum Seealpsee. Oh, was kommt da auf uns zu. Auf der Terrasse genossen wir dann erstmals Kaffi + Gipfeli und berieten welchen Weg wir nun hinunter unter die Füsse nehmen sollen.

Angeschnallt, die Stöcke ausgefahren, den startenden Deltaseglern zugeschaut, machten wir uns auf in einer Kolonne talwärts. Durchs Bergasthaus Aescher-Wildkirchli, den hohen Felswänden entlang Richtung Bärenhöhle. Man muss hier schon trittfest sein und die Stöcke waren dabei eine willkommene Hilfe. In der dunklen feuchten Höhle, der Weg führte da durch, hatten wir Mühe trotz schwachem Licht, dem Geländer nach, da durch zu marschieren. Hoppla, und schon machte die Schreiberin einen halben Salto rückwärts. Mit dreckigen Hosen, den Fuss kurz umgeknickt, den Arm am Ellenbogen etwas gequetscht, half man mir wieder auf die Beine. Wieder an der Sonne, etwas wacklig und zitternd ob nicht mehr passiert war, ging es weiter.

Ueber steile Steinwege, durch Wald und Flur, mit viel Gegenverkehr, landeten wir gegen Mittag am schönen Seealpsee. Alle waren froh, dass wir dies geschafft hatten und so erlabten wir uns an Spätzli oder Schnitzel. Ich erhielt von Vreni noch einen Wundverband, der Arm schillerte in dunkelviolett. Ein Appenzeller-Chor sang auf der Terrasse, ein Ohren- + Augenschmaus.

Was uns dann noch bevorstand, wussten wir nicht. Wieder einigermassen frisch marschierten wir erst geradeaus, dann nur noch ziemlich heftig runter. Das ging aber in die Knie und so jammerten alle ein wenig und hofften dass dies bald ein Ende haben würde.

Endlich sah man dann den grossen Parkplatz Wasserauen, wir haben es geschafft.Im Selbstbedienungsrestaurant behändigten wir uns Flüssigem und wen trafen wir da an, der Josef. Er war so angetan von uns Frauen, fragte alle welcher Boy denn zu ihnen gehöre. Und schon ging die Hochzeitplanerei mit mir los. An Weihnacht wird Verlobung gefeiert und am nächsten Bettag bin ich Frau Josef. Er würde alles verkaufen, nicht mehr rundum Rasen mähen und auch nicht mehr Parkplatzwächter machen, wenn er eine Frau finden würde.  Er schickte Küsschen und winke winke, als wir im Zug waren, was für ein Erlebnis. Somit habe ich bereits Brautführer + Blumenmädchen und alles was dazu gehört. Nach viel Gelächter und umsteigen in Appenzell und St.Gallen, eröffnete uns Isa, wer denn nun im Unterhaltungs-Cup Sieger war. Die liebe Präsidentin Doris hat die Ehre, auf der „Hochzeitsreise“ uns zu unterhalten, Gratulation. Via Zürich und Dietikon landeten alle wieder auf dem Berg. Dani Schober wartete da mit dem Roller auf Isa, oh noch eine Ueberraschung. Isa Du hast die Enternainerin top gemacht.

Wir danken Gaby und Marco ganz herzlich für diese abwechslungsreiche Bettagsgsreise mit viel Witz und Kultur !

Susanne Stulz