Handball NLB

Turbulenter Heimsieg gegen Emmen: Gegen den Aussenseiter kann sich der STV Baden erst spät durchsetzten

In einer lebhaften Partie konnte der STV Baden lange nicht so dominant auftreten, wie man es sich erhofft hatte.

In einer lebhaften Partie konnte der STV Baden lange nicht so dominant auftreten, wie man es sich erhofft hatte.

60 Minuten lang kämpften die Gäste aus der Innerschweiz unablässig um ihre letzte Hoffnung auf den Ligaerhalt. Das Städtli 1 wankte in der lebhaften Partie zwischenzeitlich, setzte sich aber schliesslich verdient durch - und macht so trotzdem Lust auf mehr.

Alles oder nichts hiess es am Samstag für die Handballer aus Emmen: Nur mit einem Sieg würden sich die Gäste wenigstens noch rechnerisch eine kleine Chance auf den Ligaerhalt sichern.

Ein Fantransparent liess darauf schliessen, dass sich die Emmener Fans bereits auf den Wiederaufstieg in einem Jahr konzentrieren. Die Spieler sahen das offensichtlich anders. Und Städtli 1 hatte definitiv keine Lust, sich wie vergangene Saison gegen Birsfelden zu blamieren und damit den Verlauf der Abstiegsrunde ungebührlich zu beeinflussen.

Von Beginn weg entwickelte sich so eine lebhafte Partie, bei der Baden zwar meist die Nase vorn hatte, es aber nicht schaffte, die unablässig anrennenden Innerschweizer nachhaltig auf Distanz zu halten. 

Offensivspieler setzten Akzente

Da sie sich die Schlussleute hüben wie drüben nicht entscheidend in Szene setzen konnten, war es an den Offensivspielern, die Akzente zu setzen. Auffälligster Spieler auf Badener Seite: Ilan Baumann (12/14), der nicht nur selber fleissig skorte, sondern auch seine Nebenleute effektiv in Szene setzte und der Partie damit seinen Stempel aufdrückte. 

Dass sich Pascal Bühler nur gerade zwei Treffer gutschreiben lassen konnte, lag daran, dass er in der 27. Minute des Feldes verwiesen wurde. Rot kassierte er für das Unterbinden eines Gegenstosses – in einer Art, die letzte Saison höchstens eine Zeitstrafe abgesetzt hätte. Wenn überhaupt.

Die Schiedsrichter seien angehalten, in solchen Hochgeschwindigkeits-Situationen härter durchzugreifen, hiess es auf Nachfrage. Seine erheblich davon abweichende Regelauffassung liess sich Trainer Björn Navarin mit einer gelben Karte quittieren.

Warnschuss vor den Städtli-Bug

Bühlers Fehlen im Badener Mannschaftsgefüge machte sich erst noch kaum, dann aber doch immer mehr bemerkbar. Das 17:17 in der 34. Minute war ein erster Warnschuss vor den Städtli-Bug, das 19:20 durch Idrizi Ammar (7/8) der Böller zum Auftakt einer Spielphase, in der sich Emmen in den berüchtigten Rausch spielte und in allen Belangen auf Augenhöhe mit dem Tabellenfünften agierte.

Beide Seiten warfen nun alles in die Waagschale, bis schliesslich Ilan Baumann mit vier Toren in Folge und Remo Hochstrasser (4/4) mit seinem dritten Treffer endlich mehr als zwei Zähler Vorsprung für ihr Team herausspielen konnten. 

Die entscheidende Szene dann (erst) in der 58. Minute: Mark Schelbert (4/10) spielt einen «cleveren» Ball zum Flügel, den sich Ilan Baumann aber kurzerhand aus der Luft schnappt und damit Francesco Biffiger (7/11) lanciert, der zum Viertore-Vorsprung einnetzt.

Die Kür wartet

Womit das Spiel zwei Minuten vor Abpfiff gelaufen und die Abstiegsfrage geklärt war – Emmen wird sein letztes Heimspiel gegen Yellow als Abschiedsvorstellung aus der NLB bestreiten.

Städtli 1 steht nach dem Pflichtsieg gegen den Absteiger Nummer zwei nun die Kür gegen den Aufstiegsaspiranten Nummer eins bevor. Und auch wenn es den Surbtalern gegen Möhlin zu nicht mehr als einer (wohl taktisch motivierten) 10-Tore-Niederlage reichte, ist der TV Endingen kommenden Samstag im GoEasy natürlich klarer Favorit. 

Immerhin: Das in der Aue vor 450 Zuschauern Gezeigte lässt auf grossen Sport hoffen – das Badener Team scheint sich endlich gefunden zu haben.

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