Unihockey

SV Wiler-Ersigen: Christoph Hofbauer muss seine Karriere beenden

Ein Bild, das es nie mehr zu sehen geben wird: Christoph Hofbauer bejubelt eines seiner 374 Tore in der NLA für Wiler-Ersigen.

Ein Bild, das es nie mehr zu sehen geben wird: Christoph Hofbauer bejubelt eines seiner 374 Tore in der NLA für Wiler-Ersigen.

Seit dem WM-Halbfinal-Spiel gegen Schweden im Dezember 2016 hatte Christoph Hofbauer kein Spiel mehr bestritten, nun gibt die 34 jährige SVWE-Ikone seinen Rücktritt bekannt.

Anhaltende Knieprobleme haben den jüngeren Hofbauer – des bekanntesten Brüderpaars im Schweizer Unihockey – zu diesem Schritt bewogen. Eine grossartige Karriere geht damit zu Ende und das Schweizer Unihockey im Allgemeinen und Serienmeister Wiler-Ersigen im Speziellen verliert einen ganz grossen Spieler.

Es war quasi ein Rücktritt mit Ansage, waren die Hoffnungen nach Bekanntwerden des Knorpelschadens im rechten Knie vor rund einem Jahr doch nur klein.  Doch Christoph Hofbauer versuchte alles, holte sich verschieden Meinungen von Spezialisten ein und setzte alles daran, doch noch ein Comeback zu schaffen.

Trotz Operation im Mai 2017 und neuerlicher Aufbauphase verlief der Heilungsprozess aber nur schleppend. Ein weiteres MRI letzte Woche sorgte nun  für Klarheit: «Mein Knie lässt eine Fortsetzung der Karriere nicht mehr zu!»

So sehr das Knie und das abrupte Ende schmerzen, so dankbar zeigt sich Christoph Hofbauer dennoch: «Ich durfte unendlich viele schöne Momente in diesem Sport erleben und blieb sehr lange von Verletzungen verschont und das überwiegt doch deutlich.»

9x Meister, über 600 Skorerpunkte

Mit Christoph Hofbauer verliert der SV Wiler-Ersigen einen jener Spieler, welcher massgeblich an der Erfolgsgeschichte des Vereins und dessen Aufstieg zum Liga-Dominator ab Start ins neue Jahrhundert beteiligt war.

Mit dem SVWE holte sich Christoph Hofbauer insgesamt 9 Schweizer Meistertitel und 2 Cup-Trophäen sowie der unvergessene Europacupsieg im Januar 2005 in der Zürcher Saalsporthalle mit einem 9:1-Finalsieg über den schwedischen Kultverein Pixbo.

Dort wurde das Brüderpaar Matthias und Christoph Hofbauer auch international eine feste Grösse. 2007 wechselten die «super bröderna» für zwei Saisons zu IBK Dalen nach Umea in die schwedische Superliga.

Mit Ausnahme von diesen  zwei Jahren bei Dalen spielte Christoph Hofbauer immer für seinen Stammverein, dem er 1994 als C-Junior beigetreten war. Insgesamt  bestritt Christoph Hofbauer für den SVWE 405 Spiele,  erzielte dabei 374 Tore und 256 Assists, total  630 Skorerpunkte.

Für das Nationalteam lief er in insgesamt 128 Spielen (154 Skorerpunkte) und bei sieben Weltmeisterschaften auf und liegt damit auf Rang drei in der Schweizer «Ewigen-Liste“ hinter seinem Bruder Matthias und Michael Zürcher. 

Keine Auftritte in unteren Ligen

Wie es mit Christoph Hofbauer bezüglich Unihockey weiter geht, steht noch in den Sternen. «Ich muss zuerst einmal die Situation verarbeiten.» Klar ist aber, dass es – wenn überhaupt –  in Richtung Trainer geht, denn einen Christoph Hofbauer wird es weder in einer unteren Liga noch im Kleinfeld zu sehen geben.

«Das Knie lässt selbst das nicht zu und es war für mich auch nie ein Ziel, aber andere Sportarten würde ich gerne intensiver machen, jedoch sind die Möglichkeiten aktuell leider sehr stark beschränkt.»  Die J+S-Trainerausbildung hat er aber schon und zugleich – dank den Camps und Trainingstagen der Firma 15/19, die er mit seinem Bruder gegründet hat – ja auch schon Trainererfahrung. (msl)

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