Wie im Vorfeld der Partie bereits vermutet kehrte der ehemalige HSC-Leader David Parolo mit dem Zürcher NLB-Team gegen seinen ehemaligen Verein aufs Schweizer Handballparkett zurück.

Wie wohl er sich dort noch immer fühlt, bewies er in den Startminuten der Partie eindrücklich, und dies obwohl er nach mehr als halbjähriger Abwesenheit erst seit einer Woche wieder trainiert: Den ersten Treffer markierte er in unnachahmlicher Manier gleich selber und auch in der Folge war er an jedem Treffer der Gäste entscheidend beteiligt. Der starke Start des NLB-Vorletzten führte so zu einem überraschend deutlichen 5:10-Vorsprung nach einem Viertel der Partie.

Spannende erste Halbzeit

HSC-Trainer Patrik Fend bat sein Team daraufhin zum Time-out und wechselte zudem André Willimann für den blassgebliebenen Marco Wyss ein. Ljubomir Josic drehte nun auf, erzielte nacheinander die Treffer zum 6:10 und 7:10 und lieferte sich in dieser Phase der Partie ein internes Duell mit David Parolo, der wie der serbische Linkshänder aus allen Lagen warf und traf.

Nicolas Suter und Joel Kaufmann ersetzten daraufhin Patrick Romann und Mark Schelbert. Das eingespielte Duo Kaufmann/Kasapidis wahrte mit den Treffern zum 8:11 und 9:11 in der 20. Spielminute den Anschluss an die noch immer stark aufspielenden Gäste, die auch während der ersten Unterzahl und trotz nun praktizierter Manndeckung auf Parolo in Führung blieben. Ljubomir Josic glich die Partie in der 28. Spielminute erstmals aus (14:14), Parolo legte prompt wieder vor und Josic glich die Partie vor der Pause erneut zum 15:15 aus, was gleichzeitig der ausgeglichene Pausenstand bedeutete.

Nach 34 Spielminuten lag GC Amicitia dann wieder mit 16:18 in Front, was Misha Kaufmann und Nicolas Suter aber innert zwei Minuten wieder auszugleichen vermochten. Bis zum 20:20 entwickelte sich daraufhin ein offener Schlagabtausch bei dem die Gäste jeweils schnell vorzulegen und der HSC Suhr Aarau auszugleichen vermochte.

Die Wende

Das Momentum schien in der 40. Spielminute dann endgültig wieder auf Seiten der Zürcher zu liegen, als der Tabellenführer nach Zeitstrafen gegen Misha Kaufmann und Patrick Strebel in doppelter Unterzahl agieren musste. Patrick Romann sorgte in dieser Phase aber mit einem sehenswerten Rückraumkracher für die erstmalige HSC-Führung und brachte damit die Halle endgültig hinter das Heimteam, das in der Folge nun tatkräftig und lautstark unterstützt wurde.

Captain Kaufmann kehrte nach abgesessener Strafe überragend zurück aufs Parkett, verwandelte erst einen Freistoss frech und direkt zum 21:22, glich wenig später zum 22:22 aus und bediente zwei Mal Kreisläufer Kasapidis, der zum 23:23 und 24:24 ausglich. Schelbert und Romann sorgten in der 47. Spielminute mit einem schnellen Doppelschlag für die erstmalige Zwei-Tore-Führung, die GC-Trainer Simon Maurer zu seinem Time-Out zwang.

Am Ende eine klare Sache

Sein Team war aber in der Folge nicht mehr in der Lage, dem nun in allen Mannschaftsteilen überzeugenden NLB-Leader die Stirn zu bieten und lag in der 52. Spielminute dann bereits mit 29:25 entscheidend zurück. Am Ende gewann der HSC Suhr Aarau sein erstes Heimspiel im Jahr 2014 mit 34:27 und dies dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit verdient.

Misha Kaufmann führte sein Team dabei nach der erhaltenen Zeitstrafe überlegt und überragend zum Ausgleich und später zur Entscheidung, Ljubomir Josic spielte vor allem in der ersten Halbzeit gross auf und erzielte 8 Treffer, Mathias Kasapidis überzeugte in Abwehr und Angriff während der gesamten Spieldauer und André Willimann steigerte sich von Spielminute zu Spielminute, was schlussendlich nach verhaltenem Start doch noch zu einem 34:27-Arbeitssieg führte!

Die Stimmen zum Spiel

Simon Maurer (Trainer GC Amicitia Zürich): "Wir haben eine über weite Strecken überzeugende, leidenschaftliche Performance geboten und dabei genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Leider waren wir dann in der entscheidenden Phase nicht abgeklärt genug und haben den HSC Suhr Aarau aufkommen lassen. Die breitere Bank und die grössere Erfahrung haben daraufhin das Spiel entschieden!"

Zu seinem neuen Spieler und besten Spieler der Partie David Parolo?
Simon Maurer: "David ist erst eine Woche hier, aber bereits voll integriert. So ein Spieler hat uns bisher gefehlt, er bringt ganz neue Werte und Erfahrungen mit ein. Er ist sowohl sportlich als auch menschlich ein echter Glücksgriff!"

David Parolo (Bester Spieler von GC Amicitia Zürich): "Klar freue ich mich über mein gelungenes Comeback. Lieber würde ich aber hier mit etwas zählbarem die Halle verlassen. Ich hätte heute auch eine frühe rote Karte in Kauf genommen und dabei selber nicht überzeugt, wenn wir hier dafür Punkte gewonnen hätten!"

Auf die Frage, was den Ausschlag gegeben hat?
David Parolo: Am Ende wohl Kleinigkeiten wie beispielsweise die schlechte doppelte Überzahl Mitte der zweiten Halbzeit. Wir haben ein junges, unerfahrenes Team, das an solchen Erfahrungen wachsen wird - am Ende ist es aber schade, dass wir uns nicht selber für eine starke erste und gute zweite Halbzeit belohnt haben!"

Patrik Fend (Trainer des HSC Suhr Aarau): "Mit dem Start können wir wiederum auf keinen Fall zufrieden sein. David Parolo hat uns zudem viel Mühe bereitet und wir sind nicht mit letzter Konsequenz in die Zweikämpfe. Die Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit war darum nötig und von meinem Team dann auch stark umgesetzt - am Ende war es heute der erwartet harte Kampf und ein echter Arbeitssieg!"

Auf die Frage, was nun auf die harte Arbeit folgt?
Patrik Fend: "Leider bleibt uns nur wenig Zeit um diese Leistung entsprechend zu würdigen - wir haben am nächsten Samstag in Stans bereits ein nächstes schweres Auswärtsspiel vor uns. Dort wird die Halle voll sein und wir erwarten einen unangenehmen, unbequemen und vor allem heimstarken Gegner!"

Ljubomir Josic (Bester Spieler des HSC Suhr Aarau): "Wir haben heute ein solch schweres Spiel und einen solch hartnäckigen Gegner erwartet. Leider haben wir dabei wiederum nicht wunschgemäss ins Spiel gefunden, aber konnten uns von Spielminute zu Spielminute und vor allem in der zweiten Halbzeit steigern!"

HSC Suhr Aarau - GC Amicitia Zürich 34:27 (15:15)
Schachenhalle Aarau - 445 Zuschauer - SR: Iseli/Ryter.
HSC Suhr Aarau: Wyss (1. - 15.), Willimann (15. - 60.), Kasapidis (4), Suter (2), Romann (5), Josic (8), Schelbert (5), Kaufmann (8), P. Strebel (2), J. Kaufmann, Zuber, Aufdenblatten, Hochstrasser, L. Strebel (n.e.).
GC Amicitia: Gerber (2), Stebler (2), Maurer (2), Färber (3), Wernli (3), Von Ballmoos (5), Rosano (2), Parolo (8).