Der Einladung zum Vortrag von Dr. Roland Kunz Chefarzt am Bezirksspital Affoltern am Albis folgten gut 100 Personen in den Gemeindesaal nach Bözen. Würde, Autonomie und Lebensqualität am Lebensende unter dieses Thema stellte der kompetente Redner seine Ausführungen. Er weist auf die Veränderungen in der Gesellschaft im Umgang von Krankheit, Sterben und Tod hin. Krankheiten sind oftmals behandelbar und Sterben und Tod ein Phänomen des Alters. Das ist eine Herausforderung an unsere Gesellschaft. Die Anti-Aging-Werbung schüren die Erwartungen und die Reaktion der Gesellschaft sind übersteigerte Erwartungen. Die Endlichkeit wird verdrängt.
Der Wunsch von 80 % der Menschen ist zu Hause zu sterben, die Realität ist, dass 70-80 % in einer Institution sterben.
Der palliative Ansatz ist die Auseinandersetzung vom Leben, Geist und Körper.
Wann beginnt „Palliative Care" 1. Symptonbehandlung, Symptonbeurteilung dazu gehören körperlicher, seelischer, sozialer und spiritueller Schmerz. 2. Selbstbestimmung, Eigenver-antwortung. Die Patientenverfügung wird angesprochen. 3. Sicherheit, Vertrauen ist gefragt, ehrliche Antworten, abrufbare Unterstützung, Notfallplanung. 4. Support: Unterstützung und Begleitung der Angehörigen, finanzielle Sorgen, seelsorgliche Unterstützung. 80 % der Palliativen Grundversorgung gehören in den Akut- Lanzeit- und Familienbereich und 20 % sind unterstützende und spezialisierte Angebote, sowie Freiwillige.
Dr. R. Kunz verstand es ausgezeichnet das nicht einfache Thema menschlich und aus der Praxis bezogen an die Interessierten näher zu bringen.

Roland Kunz studierte Medizin in Zürich, Ausbildung zum Facharzt Geriatrie FMH. Nach langjähriger Tätigkeit in Winterthur und am Spital Limmattal ist er seit 2006 Chefarzt für Geriatrie am Bezirksspital Affoltern am Albis, wo er im Auftrag der Gesundheitsdirektion ein Kompetenzzentrum für Palliative Care aufbaut. Seit 20 Jahren befasst er sich mit Palliative Care, ist Co- Präsident der Fachgesellschaft palliative ch und Dozent für Palliativ-medizin an der med. Fakultät der Uni Zürich. Er ist Mitglied der zentralen Ethikkommission der SAMW. (Schweiz. Akademie Medizinischen Wissenschaften)

Bild: Hansueli Soltermann, Präsident der Spitex Oberes Fricktal, Marianne Keller hat den Abend organisiert und der Referet Roland Kyburz (von links)