Mit dem Tabellenzweiten Hockey Huttwil (ehemals EHC Brandis) traf Basel auf eine erfahrene und eingespielte Mannschaft. Im Gegensatz zur offiziellen Aufstellung spielte Heughebaert als 7. Verteidiger. Die vierte Sturmlinie mit den Flügeln Vodoz und Lehner komplettierten abwechslungsweise die anderen Center.

Basel ging anfangs noch konzentriert zu Werke. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel mit zunächst wenig Unterbrüchen. Dies änderte sich gegen Ende des ersten Abschnitts, als erste Strafen ausgesprochen wurden. Im ersten Unterzahlspiel zeichnete sich Osterwalder mit wichtigen Paraden aus.

Als jedoch 34 Sekunden vor Schluss nach einer Rauferei sich gleich drei Basler auf der Strafbank wiederfanden, war auch der Basler Torhüter geschlagen. Nägeli traf 17 Sekunden vor der Sirene bei 5 gegen 3.

Ausgleich im Powerplay

Zu Beginn des Mitteldrittels drückte Huttwil auf den zweiten Treffer. Dabei hatte Basel Glück, dass Matter Sekunden nach Wiederbeginn nur den Pfosten traf. Eine Einzelleistung von Hrabec ermöglichte den Gästen im Powerplay den Ausgleich. In der Folge gab es Chancen hüben wie drüben. Besonders erwähnenswert der doppelte Big Save vom starken Osterwalder in der 35. Minute, als er mirakulös gegen zwei Berner rettete. Kurz vor Drittelsende war Basels Rückhalt dann zum zweiten Mal geschlagen. Gegen den Direktschuss von Hess nach schnellem Querpass von Steiner war er machtlos.

Furioses Schlussdrittel

Das Schlussdrittel begann Basel furios. Mit seinem 2. Tor an diesem Abend glich Hrabec auf Pass von Lanz aus. Sekunden später hat Pozzorini eine sogenannte "Hundertprozentige", um den EHC erstmals in Führung zu schiessen. Basel war jetzt dem Führungstreffer näher, der jedoch wieder den Gastgebern nach einem Energieanfall von Kovac gelang.

Kurz darauf fast der Ausgleich durch Hrabec. Der Pfosten hatte was dagegen. In Unterzahl ergab sich dann auch noch eine Ausgleichsmöglichkeit durch Schir. Beim anschliessenden Gegenangriff gelang Topscorer Steiner dann das vorentscheidende 4:2. Die restlichen zwei Tore durch Lerch und Gurtner, letzteres ins verwaiste Basler Tor waren dann noch Zugabe.

Es fehlt ein Mann vor dem Torhüter

Nicht nur die Verantwortlichen des EHC Basel waren nach dem Spiel "angesäuert", sondern auch Verteidiger Michael Maurer, der diverse Mängel bei seiner Mannschaft ausmachte: «Offensiv waren wir in den Ecken immer am drehen gewesen und haben die Scheibe nicht aufs Tor gebracht. Es fehlte zudem oft ein Mann vor dem Torhüter. Der ist gross und sah alle Schüsse.  Defensiv hatten wir zu lange Einsätze, da der Gegner sehr aggressiv angegriffen hat und wir oft nicht schnell genug wechseln konnten. Dann ist der Rhythmus nicht gut.»

Der Grund, warum sich denn oft niemand vor den Torhüter stellt, sieht Maurer ganz oben am Körper: «Das ist Kopfsache! Vor dem Tor tut es weh, manchmal richtig weh. Wir brauchen Spieler, die keine Angst haben, auch defensiv Leute welche die Scheibe "fressen", sich auch mal in einen Schuss legen. Da gibt es Mannschaften, die einen "Blockshot" nach dem anderen machen. Da haben wir Mühe und müssen das auch im Training mehr machen.»

Aufhören mit den dummen Strafen

Auch die vielen Strafen stören ihn: «Strafen kann man nehmen, aber mit den "dummen" müssen wir dringend aufhören. Zudem ist unser Problem auch, dass wir im Powerplay zu wenig Tore schiessen. Am System liegt es nicht. Der Trainer will, dass wir vor das Tor gehen, reine Kopfsache…»

Die Spieler des EHC Basel haben jetzt vier Tage Zeit, die von Michael Maurer richtigerweise angesprochenen Punkte anzunehmen und aufzuarbeiten. Denn am nächsten Mittwoch steht mit dem Auswärtsspiel gegen Dübendorf ein weiterer harter Brocken im Weg, der nur mit Disziplin, Wille und Einsatz aus dem Weg geräumt werden kann.