Natur- und Vogelschutzverein Rheinfelden NVVR

Spannende Vogel-Exkursion mit Hansruedi Böni

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Über fünfzig Interessierte folgten der vom Natur- und Vogelschutzverein Rheinfelden NVVR organisierten Abend-Exkursion unter dem Thema „Gefiederte Sommergäste in der Altstadt“. Mit viel Sachkenntnis, Erzählkunst und Humor vermittelte der Altmeister in Sachen Natur- und Vogelschutz den Teilnehmern vielseitige Einblicke in unsere lokale Vogelwelt.

An der Schifflände wartete bereits der erste Zweiflügler auf seine Vorstellung. Der Grauschnäpper, ein Langstreckenzieher, der den Winter südlich der Sahara verbringt, kommt jeweils für ein paar Monate zu uns. Wie ein Filmstar sass der eher seltene Vogel auf dem Geländer über der Parkgarage und liess sich bewundern. Nicht zu sehen war indessen der echte Star mit seinem farbig schillernden Federkleid, der dafür bekannt ist, dass er die verschiedensten Töne nachahmen kann.

Vorbei an einem kleinen, betonumrandeten Wieslein mit schönen Wildblumen ging es dann ins Gebiet der alten Garage Grell zu den Mehlschwalben. Diese profitieren im Stadtgebiet stark von den Nistkästen welche der NVVR aufhängt und regelmässig betreut. Mit den Bauprojekten in dieser Gegend gehen aber viele Nistplätze verloren, so dass man beim NVVR als Ersatz von einem grossen Schwalbenhaus träumt. Um einen Standort dafür zu finden, müsse man wohl bei der Stadt anklopfen, meinte Dr. Böni. Der NVVR hofft natürlich dass der anwesende Stadtrat, der die Botschaft gleich mitbekommen hat, diese auch an sein Gremium weiterträgt.

Sehr laut wurde es dann hinter der Martinskirche. Dieser Ort ist für die Spyren beinahe symbolträchtig. Nicht nur hängen hier viele Spyrenkästen von den Bäumen bis in den Kirchturm hinauf, entsprechend gross sind die Schwärme, die mit viel Geschrei um die Wette fliegen. Hier steht auch das kleine Haus in dem Gustav Kaeser, als einer der ersten Vogelkundler, ausgiebig Daten sammelte über die Mauersegler, wie die „Spyren“ offiziell heissen. Viel Erstaunliches hat man seither dazugelernt: Zu Fuss sind die Spyren sehr ungelenk: Landet ein junger Spyr mit seinen kurzen Beinen am Boden kann er kaum mehr alleine starten. In der Luft aber sind die Spyren unübertroffen. Verlässt der Spyr das erste Mal das Nest kommt er nie mehr zurück und fliegt für den Rest des Lebens durch die Luft, bei Geschwindigkeiten bis über 100 km/h. Mit Datenloggern hat man nachgewiesen, dass ein Spyr volle 200 Tage ohne einzigen Unterbruch in der Luft verbracht hat. Lediglich für das Brutgeschäft verbringen die Spyren einige Tage am Boden. Nur drei Monate bleiben sie bei uns. Bald werden sie uns verlassen. Viel zu schnell beendet war leider auch die tolle Exkursion. Ein kleiner Apéro des NVVR liess den Abend bei anregenden Diskussionen gemütlich ausklingen.

NVVR 

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