Trotz kaltem Wetter folgte eine stattliche Anzahl Naturinteressierter der Einladung für eine Frühlingsexkursion zum Thema Gewässer. Die anschliessende Mitgliederversammlung des Natur- und Vogelschutzvereins verlief ohne Überraschungen.

Nach dem späten Wintereinbruch brauchte es ein wenig Überwindung, sich am frühen Sonntagmorgen für die Frühlingsexkursion aufzuraffen. Doch offenbar wollte sich eine stattliche Zahl von 20 Personen diese dennoch nicht entgehen lassen und wurde nicht enttäuscht. Kompetent und mit Leidenschaft berichtete Hanspeter Lüem zum Thema Gewässer und liess die Anwesenden von seiner langjährigen Erfahrung als kantonaler Zuständiger für den Gewässerunterhalt von gut 70 Aargauer Gemeinden profitieren. Interessant war, für einmal die Sicht einer kantonalen Fachstelle zu hören und zu erfahren, wie gross die Erwartungen der Einwohnerinnen und Einwohner sind. Offenbar gibt es nicht wenige Leute, die vom Kanton eine „aufgeräumte“ Gewässerböschung verlangen. Zum Glück sieht Hanspeter Lüem dies etwas pragmatischer und fällt nicht jeden abgestorbenen Baum. Man muss der Natur eben auch mal etwas Raum geben. Diese Haltung kommt ebenfalls bei der Renaturierung der Gewässer zum Tragen. Der Mensch muss nicht immer das Gefühl haben, alles im Griff zu haben. Der Zusammenfluss von Uerke und Suhre wurde revitalisiert, das Gewässer hat mehr Spielraum erhalten. An verschiedenen Orten wurde die hart verbaute Bachsohle entfernt und Schwellen wurden rückgebaut. Böschungen hat man abgeflacht und durch gezielten Rückschnitt der Gehölze hat das Gewässer mehr Licht erhalten. Dies wird von der Bevölkerung sehr geschätzt, denn der Aufenthalt in Wassernähe ist für Jung und Alt attraktiv. Vieles wurde schon erreicht, Potential gibt es aber noch immer. 

Die Mitgliederversammlung musste anschliessend die statutarischen Traktanden abarbeiten. Überraschungen gab es keine. Interessant war der bebilderte Jahresrückblick, der das grosse Engagement der Mitglieder an den Anlässen zeigte. Die Geschäftsführerin von BirdLife Aargau, Kathrin Hochuli, orientierte über die neuesten Erkenntnisse des Brutvogelatlasses und machte Werbung für die beiden von BirdLife Schweiz mitinitiierten Initiativen gegen den Kulturland- und den Biodiversitätsverlust (Landschaftsinitiative und Biodiversitätsinitiative). Es ist erschreckend, wie stark die Brutvögel im Landwirtschaftsgebiet abgenommen haben. Weiter informierte sie über den Stand des Naturzentrums Klingnauer Stausee und darüber, dass dieses am 25./26. Mai 2019 mit einem Tag der offenen Tür offiziell eröffnet wird.

Aus dem Jahresprogramm sollen an dieser Stelle deren zwei Anlässe herausgepickt werden: Am Freitagabend, 7. Juni 2019 findet eine Familienexkursion nach Veltheim zur grossen Fledermauskolonie statt. Und am 28. September 2019 wird der Unterentfelder Mosttag bereits zum zehnten Mal durchgeführt. Näheres kann der Vereinshomepage und der Tagespresse entnommen. Zur Organisation des 40-jährigen Bestehens des Vereins im nächsten Jahr wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt.