Die Stadt Aarau teilte am 1. Februar 2010 mit, dass sie das Label „Energiestadt" für weitere vier Jahre zugesprochen erhielt. Mit dem Label „Energiestadt" wird die städtische Energiepolitik bewertet. Ein Blick in die Resultate des Reaudits zur Wiedererlangung des Labels zeigt: Aarau hat innerhalb der letzten vier Jahre keine energiepolitischen Berge versetzt und die energiepolitischen Leistungen reichen nicht aus, die Energieversorgung Aaraus im Sinne der Nachhaltigkeit auszurichten.

Wenigstens einen Lichtblick kann man aus dem Reaudit feststellen. Die städtische Mobilitätspolitik wird als überdurchschnittlich gut bewertet, wie auch bereits vor vier Jahren. Dieses hervorragende Resultat im Mobilitätsbereich ist nicht zuletzt auch ein Verdienst der verantwortlichen Stadträtin, Jolanda Urech. Insgesamt muss jedoch leider festgestellt werden, dass keine energiepolitischen Fortschritte erzielt wurden.

Offenbar erkennt mittlerweile auch der Stadtrat dringenden Handlungsbedarf und will verbindliche, energiepolitische Ziele setzen und die dafür notwendigen Massnahmen benennen. Insbesondere begrüsst die SP Aarau die Überarbeitung des energiepolitischen Leitbilds mit der Festlegung quantitativer Ziele, welche sich an der 2000-Watt-Gesellschaft orientieren. Die SP Aarau setzt sich als Mitinitiantin der Initiative „Energiestadt Aarau konkret" aktiv für die Senkung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen sowie den Ausstieg aus der Kernenergie ein. Weiter nimmt die SP Aarau erfreut zur Kenntnis, dass der Stadtrat Forderungen der SP Aarau positiv aufnimmt: Eine effiziente Bewirtschaftung städtischer Liegenschaften und die Neuausrichtung des heute weitgehend wirkungslosen, städtischen Förderprogramms sind Elemente des beabsichtigten, stadträtlichen Massnahmenprogramms.

Die SP Aarau steht dafür ein, dass es nicht nur bei stadträtlichen Erkenntnissen und Überlegungen bleibt. Mit der eingereichten Motion „Investitionskredit für ein Vierjahresprogramm zum Erwerb des Goldlabels Energiestadt" fordert die SP Aarau den Stadtrat konkret auf, ein energiepolitisches Massnahmenprogramm auszuarbeiten und Ressourcen bereitzustellen, um den ersten Schritt hin zu einer nachhaltigen und ökologischen Energienutzung zu ermöglichen. Eine zukunftsgerichtete Energiepolitik stellt sich den zentralen Herausforderungen der heutigen Energienutzung: dem Klimawandel, der Ausbeutung nicht erneuerbarer Ressourcen (Erdöl, Erdgas, Uran) sowie der Belastung von Luft und Böden. Um diesen Problemen zu begegnen, ist ein weiterer energiepolitischer Stillstand nicht tolerierbar und gefährdet langfristig die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Lebensgrundlagen.