Mit nur zehn Kaderspielerinnen und dem neuen Head Coach Andi Vollmer hat Sm’Aesch Pfeffingen in den vergangenen Monaten zwischen Oktober 2017 und April 2018 die stärkste Saison in der Vereinsgeschichte gespielt, auch wenn letzten Endes die absolute Krönung gegen den bisherigen Serienmeister Volero Zürich sehr knapp ausgeblieben ist. Doch nicht nur die Resultate allein waren in der Summe positiv, sondern insbesondere die Leistungen des Teams in ganzen vielen Spielen auf nationaler wie internationaler Bühne.

Gleichwohl wird Sm’Aesch Pfeffingen in der Mitte Oktober beginnenden Saison 2018/19 ein stark verändertes Gesicht haben. Sieben der zehn Kaderspielerinnen der vergangenen Meisterschaft werden aus verschiedenen Gründen nicht mehr dabei sein. Gleichwohl heisst das nicht, dass das Baselbieter Ensemble deswegen nicht mit weiterhin ambitionierten Zielen an die künftigen Aufgaben herangehen wird. Vielmehr sind die Vereinsleitung mit Präsident Werner Schmid, den Verwaltungsräten Bernhard Heusler und Marc Troxler sowie Trainer Andi Vollmer derzeit intensiv dabei, das Kader der nahen Zukunft, das aus zwölf Spielerinnen bestehen soll, zusammen zu stellen.

Die Neuen

Bereits nach der ersten Mai-Woche liegen die Vertragsunterschriften folgender fünf neuen Spielerinnen vor.

Dora Grozer. Die 23jährige deutsche Aussenangreiferin kommt aus der Bundesliga vom letztjährigen Cupfinalist VC Wiesbaden nach Aesch und ist gewiss der Zuzug mit dem «grössten» Namen. Den verdankt sie selbstverständlich in erster Linie ihren eigenen Leistungen, die sie bis in die deutsche Nationalmannschaft brachten. Dazu trägt sie einen Namen einer der bekanntesten deutschen Volleyball-Familien: Ihr Vater Georg Grozer senior galt in den Achtziger- und Neunzigerjahren mit dem bezeichnenden Spitznamen «HammerSchorsch» als einer der weltbesten Volleyballspieler. Und ihr Bruder Georg Grozer junior ist einer der erfolgreichsten deutschen Spieler der Gegenwart.

Grozers erster ausländische Verein

Als Jugendspielerin war Dora Grozer beim Moerser SC, beim 1. VV Kamp-Litfort, beim VC Essen-Borbeck, beim USC Münster, dem TV Gladbeck und den Ladies in black Aachen aktiv. Sm’Aesch ist der erste ausländische Verein ihrer bisherigen Karriere.

Andi Vollmer: «Dora ist eine grossartige Person und bringt neben ihrem physischen Talent auch viel Herzblut und Freude am Wettkampf mit. Sie übernimmt bei uns die Powerhitter Position und wird die Leader Rolle übernehmen, die sie in den letzten Jahren in der Bundesliga suchte.»

Gabriele Schottroff. Die 21jährige Mittelblockerin Gabriele Schottroff wechselt nicht mit ihrem letzten Arbeitgeber Volero Zürich in die französische Liga, sondern stösst neu vom Serienmeister zu Sm’Aesch. Die Schweizer Nationalspielerin war 2016 aus Luzern zu Volero gestossen und hat beim Zürcher Spitzenverein in den beiden letzten Saisons regelmässig einen der beiden, den Schweizer Spielerinnen vorbehaltenen, Plätze in der Stammsechs eingenommen.

Erwartungen klar definiert

Andi Vollmer: «Wir freuen uns auf eine weitere Schweizer Mittelblockerin, die wie Madlaina Matter weitere Schritte in ihrer Entwicklung im Training als auch im Wettkampf machen möchte und dies bei uns, ihrer Meinung nach, am besten tun kann. Gabi hat gerade in den Playoff Finals gezeigt, dass sie mehr kann und auch mehr zeigen möchte - diese Gelegenheiten werden wir ihr geben, dafür erwarten wir eine Spielerin, die immer Gas gibt und lernen will.»

Solenn Fabien. Von Edelline Köniz, dem Verein, der sich im Frühjahr 2018 zum Rückzug aus dem Profisport entscheiden musste, stösst die Französin Solenn Fabien zum Team von Andi Vollmer. Die vergangene Saison hatte sie, von Köniz freigestellt, ab März mit Franches-Montagnes beendet. Zuvor war die Aussenangreiferin, die am 6. Juni 20jährig wird, für Genève und Neuchâtel UC aktiv gewesen.

Nachwuchs mit Auszeichnung

Andi Vollmer: «Solenn ist eine sehr vielseitige Spielerin mit hohen Ansprüchen an sich und ihr Spiel sowie an ihre Karriere und deshalb ist sie bei uns genau richtig. Sie ist noch jung an Wettkampfjahren im Spitzenbereich, aber schon selbstbewusst und zielorientiert. Sie wird bei uns weiterwachsen und eine wichtige Rolle im Spiel finden.»

Livia Saladin. Die 15jährige Livia Saladin ist ein Eigengewächs. Sie trat 2010 im Alter von 7 Jahren Sm’ Aesch Pfeffingen bei und wird den gleichen Weg wie Anika Schwörer gehen. Sie wird als Libera vorerst in der ErstligaMannschaft des Vereins spielen, aber mit dem NLA-Team trainieren. Im vergangenen Jahr war Livia Saladin, die nur wenige Fussminuten von der Löhrenackerhalle bei ihren Eltern in Aesch lebt, zur „Most valuable U15Spielerin“ an der Schweizer Nachwuchsmeisterschaft gewählt worden.

Andi Vollmer: «Livia bekommt nun die Chance sich in der NLA weitreichend zu entwickeln, denn ihr Werdegang im Club ist bemerkenswert und ihre Einstellung top – diese Grundlagen waren für uns ein klares GO, um mit ihr in der NLA zu arbeiten.»

Anika Schwörer. Die erst 17jährige Anika Schwörer kommt aus Möhlin und spielte zuletzt gleichzeitig für Volley Schönenwerd, mit dem sie soeben von der 1. Liga in die NLB aufgestiegen ist, sowie parallel dazu in der 2. Liga mit Volley Smash 05 Laufenburg-Kaisten. Sie besucht die Sportklasse an der Alten Kantonsschule Aarau. Bei Sm’Aesch wird das Nachwuchstalent zunächst mit der ersten Mannschaft trainieren und als Aussenangreiferin mit dem Erstliga-Team Spielpraxis sammeln.

Andi Vollmer: «Anika bringt ebenfalls viel Talent mit und ist als Linkshänder dazu sehr interessant - sie wird auf Diagonal als auch Aussen spielen können und trainieren. In der Juniorinnen-Nationalmannschaft hat sie gute Ergebnisse geliefert und es ist Zeit, dies nun auch im Club zu unterstreichen - dazu bieten wir ihr alle Möglichkeiten eines top NLA Teams und Clubs.»

Abgänge

Mit weiteren Spielerinnen, darunter drei Ausländerinnen, ist die Clubleitung derzeit im Gespräch, zumal es gilt, wichtige Leistungsträgerinnen der letzten Erfolgssaison zu ersetzen. Von denen wagt die letztjährige Topskorerin Maja Storck den nächsten Schritt. Sie unterschrieb bei Bundesligist Ladies in black Aachen. Passeuse Tess von Piekartz hat sich entschlossen, ihre Karriere zu pausieren, Nicole Walch kehrt in die USA zurück, die Estin Anu Ennok und die Kanadierin Jazmine White sind derzeit bei anderen Vereinen in Verhandlung, genauso wie die Deutsche Anna Pogany, die es zurück in die Bundesliga zieht. Noch offen ist auch die Zukunft von Elisa Visentin.

Sobald weitere Verträge verbindlich in trockenen Tüchern sind, wird Sm’Aesch die interessierte Öffentlichkeit wieder informieren.

Sm’Aesch Pfeffingen heisst die neuen Spielerinnen mit viel Vorfreude bereits jetzt herzlich willkommen. Umgekehrt bedanken sich Verein und Fans bei den scheidenden Spielerinnen für ihr grosses Engagement und wünschen ihnen für die sportliche und private Zukunft das Beste.