„Mein Ziel war trotz Erkältung, mit einem guten Wettkampf den Final zu erreichen“, blickt Marion Obrist auf die Ausgangslage zurück. 613,4 Punkte aus 60 Schüssen bedeuteten gegenüber der Aargauer Meisterschaft eine deutliche Steigerung, die just für Rang 8 und damit die Finalteilnahme genügten.

„Sie musste gegen Schluss hart kämpfen und war ausgelaugt“, schilderte ihr Trainer von den Sportschützen Muhen, Simon Hediger, den Wettkampf. Doch die Sekundarschülerin, die im Sommer eine Lehre als Lebensmitteltechnologin beginnt, erholte sich in der Pause gut.

Nerven unter Kontrolle

„Ich hatte nichts zu verlieren und konzentrierte mich auf jeden einzelnen Schuss gut“, beschreibt die Oberentfelderin den Finalbeginn. Prompt gehörte sie nach zehn Schüssen dem punktgleichen Leadertrio an. Ab dem 13. Schuss lag sie sogar an der Spitze. Davon unbeeindruckt, hielt Marion Obrist dieses Niveau. „Plötzlich war ich unter den letzten Drei. Da spürte ich die Nervosität“, schildert sie ihre Emotionen.

Mit dem drittletzten Schuss ging die Thurgauerin Sarina Hitz in Führung. Aber Obrist war in den letzten beiden Schüssen wieder präziser und schnappte sich mit 0,7 Punkten Vorsprung den Schweizer Meistertitel.

„Ein Talent mit grossem Trainingseifer, das schnell dazu lernt“, beschreibt Trainer Simon Hediger das neue Aushängeschild der Sportschützen Muhen. Schulsportleiter in Oberentfelden, wo Obrist entdeckt wurde, ist Arthur Wegmüller von der SG Oberentfelden.

Verlass auf Altmeister Dieter Grossen

Auf Topniveau schoss einmal mehr auch Nicole Häusler. Die 39-jährige Luzerner Gewehrschützin, die für die Sportschützen Kölliken schiesst, verteidigte ihren Titel bei den Behinderten mit dem Topresultat von 628,5 Punkten aus 60 Schüssen.

Nicole Häusler verteidigte ihren Titel als beste Gewehrschützin bei den Behindertensportlern.

Nicole Häusler verteidigte ihren Titel als beste Gewehrschützin bei den Behindertensportlern.

Die dritte Aargauer Gewehrmedaille ging in Bern auf das Konto von Conny Füglister. Die Nussbaumerin verfehlte im Auflageschiessen bei den Senioren den Titel nur um sechs Zehntelpunkte und musste sich mit Bronze begnügen. Die restlichen Aargauer Gewehrresultate fielen bescheiden aus und bestätigten die Aargauer Baisse in dieser Schiessdisziplin.

Ebenso fehlt dem Aargau bei den 10-m-Pistolenschützen die Breite. Doch Altmeister Dieter Grossen ist an Schweizer Meisterschaften immer für eine Medaille gut. In seinem letzten Jahr bei der Elite qualifizierte er sich souverän für den Final und lieferte dem Freiburger Laurent Stritt einen packenden Zweikampf um Gold.

Am Schluss fehlten nach 24 Schüssen nur 1,3 Punkte für den Titel. Für einen weiteren Aargauer Lichtblick sorgte Lara Furrer. Die 19-jährige Juniorin, die dem PC Fahrwangen angehört, steigerte sich nach sicherer Finalqualifikation. Ab den ersten Finalschüssen lag sie auf einem Medaillenplatz. Dank starker Schlussphase kam sie der Zürcher Siegerin Christelle Rösler noch auf 0,5 Punkte nahe. Bei der U17-Jugend erzielte der Remetschwiler Andrin Bürgin immerhin Rang 8.