HSC SUHR AARAU

Schweizer Finale am Alpen Adria Cup 2018

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Foto Wagner, Siglistorf

Foto Wagner, Siglistorf

Wer dieses Spiel verpasst hat, dem ist etwas entgangen - nur wer in der Halle oder via Livestream mit dabei war oder sich die Aufzeichnung des Spiels ansieht, kann dies nachvollziehen! Denn das Spielgeschehen und diese Schlussphase kann kaum in Worte gefasst werden - wir versuchen es an dieser Stelle aber selbstverständlich trotzdem:

Vier Minuten vor dem Spielende lag der HSC Suhr Aarau noch mit vier Toren gegen das slowenische Topteam aus Maribor scheinbar vorentscheidend zurück. Aufgrund des Spielverlaufs, in dem das Team von Cheftrainer Misha Kaufmann trotz grossem, leidenschaftlichem Kampf Rückständen von bis zu fünf Toren (17:22 in der 52. Spielminute) hinterher rennen musste und sich einem Gegner gegenüber sah, der von grosser individueller Klasse, taktischer Raffinesse und Eingespieltheit sprühte, schien der reine Schweizer-Final (der BSV Bern qualifizierte sich im Spiel zuvor souverän gegen Krka) ein Traum zu bleiben. Mit dem Spiel tags zuvor gegen Ferlach hatte dieser intensive Schlagabtausch, in dem Maribor ab dem 2:2 stets vorzulegen vermochte, kaum etwas gemein.

Der am Freitag gross aufspielende Tim Aufdenblatten zog sich dabei leider bereits in der 23. Spielminute eine Verletzung am Oberschenkel zu, die ihn erst nur einschränkte und kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit leider ganzheitlich ausser Gefecht setzte. Dies hatte die erste Umstellung der Abwehr auf ein 6:0-System mit den Hünen Martin Slaninka und Martin Prachar zur Folge. Letzterer kugelte sich wenig später gar noch den kleinen Finger aus, konnte im Verlauf des Spiels jedoch wieder in die Partie eingreifen, welcher HSC-Torhüter Dario Ferrante bis zur Pause mit mehreren sehenswerten Paraden ebenso seinen Stempel aufdrücken konnte wie der wurfgewaltige und spielfreudige Milan Skvaril.

Nach dem Pausenrückstand von 11:13 gelang dem Team danach der Start in den zweiten Durchgang trotz erster und einziger Überzahl leider nicht wunschgemäss. In neun Spielminuten seit dem Wiederanpfiff gelang gerade einmal ein Tor (12:16 39. Spielminute). Das spielstarke Maribor vermochte seinen Vorsprung fortan gekonnt zu verwalten, führte bis zur 45. Spielminute begünstigt durch eine doppelte Überzahl (Slaninka und Skvaril kassierten nacheinander je eine Zeistrafe) mit 14:19 und sieben Minuten später in der besagten 52. Spielminute gar mit 17:22.

Der HSC Suhr Aarau stellte nach seinem Time-Out in der 54. Spielminute erneut um, deckte offensiver und mannbezogener und agierte im Angriff mit dem siebten Feldspieler. Für die nun benötigten, schnellen Tore zeigte sich Milan Skvaril verantwortlich, der zudem seine beiden Kreisläufer Martin Slaninka und den bereits gestern gross aufspielenden und treffsicheren Lukas Strebel, vermehrt sehenswert in Szene setzte. Unterstützt von einem entfesselten und angestachelten Raphael Rohr sowie begünstigt durch nicht mehr ganz so clevere Entscheidungen des Gegners gelang so das scheinbar Unmögliche: Der Anschluss zum 24:25 rund 25 Sekunden vor dem Ende!

Weil der slowenische Spielmacher mit der Nummer 55 dann ca. drei Sekunden vor dem Ende den Ball auf dem Boden liegend blockierte und das gesamte HSC-Team dies beim italienischen Schiedsrichter-Gespann wehement aber zurecht monierte, hatte dies eine rote Karte sowie einen Siebenmeter zur Folge, den Milan Skvaril eiskalt zum 25:25-Ausgleich verwertete und sein Team so ins alles entscheidende Siebenmeterwerfen um den Finaleinzug führte.

Dort zeigte sich das Team, gestärkt durch diese fulminante Schlussphase, als noch geschlossenere Einheit: Dario Ferrante (im zweiten Durchgang und nach starker erster Halbzeit zwischenzeitlich etwas abgetaucht) parierte zwei Siebenmeter, zudem verfehlte der erste Mariborer Schütze das Tor gar ganz. Beim HSC scheiterte einzig Skvaril, danach trafen Aufdenblatten, Baumann und letztlich Reichmuth souverän nacheinander - der umjubelte Finaleinzug war sensationell geschafft, wer hätte das vier Minuten vor Spielende noch geglaubt!?

Wahnsinn, was das HSC-Team da bot, welchen Kampf und welche Leidenschaft es an den Tag legte. Dieser Wille, unbedingt gewinnen zu wollen, er war stets, aber besonders dann spürbar, als der Weg bereits beinahe aussichtslos schien. Diese Moral, schlicht grandios. Und dieser Verlauf, abgesehen von den beiden Blessuren bei Tim Aufdenblatten und Martin Prachar, für den Zusammenhalt und die weitere Entwicklung von grosser Bedeutung - ein unbezahlbarer Moment. 

Damit kommt es am Sonntag, 21. Januar 2018 am letzten Tag des Alpen Adria Cup ab 16.00 Uhr zum Schweizer Finale zwischen dem BSV Bern Muri und dem HSC Suhr Aarau. Die riesige, zu gewinnende Trophäe ist bereits seit Turnierbeginn als Objekt der Begierde am Spielfeldrand platziert - der HSC Suhr Aarau greift morgen gemeinsam danach und hofft auf die Unterstützung in Form von vielen, gedrückten Daumen zu Hause in der Schweiz vor dem Livestream und Liveticker - HOPP HSC!

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