Der Altersunterschied ist schon von weitem nicht zu übersehen: Die in Skianzüge gepackten kleinen „Biber" werden von den Pfadfinderinnen um mehrere Köpfe überragt. Der Altersunterschied beträgt auch bis zu zehn Jahre. Dennoch haben sich die Leiterinnen und Leiter das Ziel gesetzt, an diesem altersgemischten Nachmittag ein Programm zu bieten, das den Bedürfnissen beider Pfadigruppen gerecht wird.

Die Kinder und Jugendlichen besuchen in gemischten Kleingruppen Posten, an denen sie Aufgaben lösen und Spiele machen, um dafür Material zu erhalten. Das Ziel des Spiels ist es nämlich, mit dem Material ein Miniatur-Schloss zu bauen. Klar, dass jede Gruppe am Ende das schönste und am besten ausgestattete Schloss präsentieren will. An den Posten geht es laut zu und her. Die Pfadis versuchen alles, um von den Leitern für die Aufgabe möglichst viele Punkte zu erhalten. Beim Erraten von Joghurtsorten stehen die kleinen Kinder den grossen Mädchen in keiner Weise nach. Bei den strategischen Spielzügen, dem geschickten Kaufen und Handeln mit dem Bastelmaterial, haben aber die Älteren die Fäden in der Hand. Die „Biber" scheint das aber nicht zu stören, sie geniessen es, in den kleinen Gruppen im Mittelpunkt zu stehen. Sabrina Zäch schaut verschmitzt zu den beiden 15-Jährigen in ihrer Gruppe auf und sagt: „Mit den Grossen gefällts mir besser."

An der nächsten Pfadiaktivität werden die „Grossen" aber nicht mehr dabei sein. Denn im Normalfall haben die verschiedenen Altersgruppen ein getrenntes Programm. Am Ende der Aktivität ist sich das Leiterteam aber einig, dass der Altersstufen-gemischte Nachmittag eine gute Erfahrung für beide Seiten war, weil sie so etwas Neues kennen gelernt haben. „Ich war nicht unterfordert", sagt die 15-jährige Nina Ramp, Leña genannt. Das Dabeihaben eines jüngeren Gruppenmitglieds sei eine Herausforderung gewesen.

Nicht alle Pfadiabteilungen führen eine Biberstufe, die geschlechtergemischte Gruppe für die 5 bis 7-Jährigen. Die Pfadi Wohle hat die Biberstufe vor zwei Jahren eingeführt. Auf ihr Alter angepasst, erleben die Kinder grundsätzlich Ähnliches wie die anderen Pfadis: Sie spielen mit Gleichaltrigen, bewegen sich viel und sind in der Natur.

 Infos zur Biberstufe
- Ab dem Frühling des ersten Kindergartenjahrs können die Kinder dabei sein.
- Im Frühling der ersten Klasse wechseln die Mädchen zu den Bienli und die Knaben zu den Wölfli.
- Ca. jeden zweiten Samstag wird eine Aktivität durchgeführt, die hauptsächlich im Freien stattfindet.
- Zurzeit sind rund 15 Kinder in der Biberstufe, die durch ein 5-köpfiges Leiterteam betreut werden.
- Interessierte können sich jederzeit an Philippe Keller (079/ 541 24 77) wenden. (fhu)