In der 1. Cup-Runde kassiert der SC Siggenthal gegen den HV Herzogenbuchsee eine derbe 37:25-Klatsche. Und dies, obwohl nach drei Vierteln der Spielzeit noch nicht viel daraufhin gedeutet hat. Damit ist die Reise im Cup jäh und unsanft zu Ende.

Startschwierigkeiten bekundeten die Aargauer im Gegensatz zu ihrem ersten Meisterschaftsspiel keine. Sie gingen sogleich in Führung und hielten das Spiel ausgeglichen. Das Momentum, wie auch die Führung, kippten in der ersten Halbzeit aber noch mehrere Male.

Zwischentief vor der Pause

Nachdem der HV Herzogenbuchsee nach zwölf Minuten die 7:5-Führung durch Simon Mühlemann herbeiführte und sich leichte Vorteile zu erschaffen schien, kamen die Gäste zurück. In der Person von David Binder erzielten sie nur zwei Zeigerumdrehungen später das 7:8. Knapp fünf Minuten später lag das Heimteam aber bereits wieder mit 11:9 in Front. Es war ein stetes Hin und Her, in welchem die Hausherren den besseren Schlussspurt vor der Pause hatten. Knapp drei Minuten vor der Sirene erzielte Maximilian Feldmann das 15:13, Siggenthal war voll im Spiel. Mit drei technischen Fehlern und einem Fehlwurf im Anschluss brachten sich die Gäste aber selbst um die gute Ausgangslage. Zudem kassierten sie noch drei Treffer und lagen zur Pause mit 18:13 im Hintertreffen.

Duo Schärer/Tatarinoff nützt Freiheiten aus

Nach der Pause gerieten die Siggenthaler sogleich mit sechs Längen in Rückstand, der Match schien ein erstes Mal entschieden. Doch sie gaben sich nicht auf und verringerten kontinuierlich, wenn auch nur langsam den Rückstand. Nach Pascal Mosers Tor zum 25:22 kassierte Robin Moolan eine Zwei-Minuten-Strafe. Es war die perfekte Gelegenheit für die Gäste, in einer Überzahlsituation den Anschluss definitiv wieder herzustellen. Gelungen ist es ihnen nicht. Im Gegenteil. Die zweiminütige Überzahl «verloren» sie mit 2:0 Toren und lagen damit wieder mit fünf Treffern in Rückstand.

Diese zwei Minuten waren nach einer Dreiviertelstunde der Genickbruch, muss man rückblickend sagen. Zwölfeinhalb Minuten vor dem Ende stellte Maximilian Feldmann – mit sieben Toren bester Werfer beim SCS – den Kontakt in einer weiteren Überzahl noch einmal einigermassen her. Die Abwehr hatte aber zu dieser Zeit schon zu viel Mühe mit dem quirligen Samuel Schärer und dem immer besser in Fahrt kommenden Andri Tatarinoff. Zu selten konnten diese beiden Akteure, die zusammen 20 Tore erzielten, gestoppt werden.

Erstes Derby steht an

Nach der 48. Minute und dem 27:24 ging plötzlich alles ganz schnell. Der HVH, konditionell und auch in Sachen Konzentration noch auf dem höchsten Niveau, zerzauste den SCS regelrecht. Die Abwehr des Heimteams packte noch einmal ordentlich zu, provozierte so Fehler bei den Siggenthalern. Diese schossen in den letzten zwölf Minuten noch genau ein Tor – kassierten aber deren zehn! Ein unglaubliches Schlussfeuerwerk der Hausherren, auf der Gegenseite aber auch ein unglaublicher Bruch im Spiel der Gäste.

Der HV Herzogenbuchsee gewinnt am Ende klar und deutlich 37:25. Das Ergebnis fällt am Ende vielleicht etwas zu hoch aus, denn über weite Strecken hat der SC Siggenthal mitgehalten. Im Endeffekt hatte er aber zu wenig Zugriff in der Abwehr und leistete sich in der Offensive zu viele vermeidbare technische Fehler. Will er am Sonntag gegen den TSV Frick die ersten Punkte in der Meisterschaft einstreichen, muss eine Steigerung her. Eine deutliche Steigerung.

SC Siggenthal mit: Crippa (1.-30. / 1 Tor) / Seifert; Brändle, Feldmann (7), Meier, Schmid (1), N. Moser, Wyss, Strittmatter, Kalt (5), Spuler (5/1), Binder (3), P. Moser (2), N. Moser (1).

SC Siggenthal ohne: Adamcic, Rosenthal, Sichi (alle verletzt), Wiederkehr (privat), Büsching, Eglauf, Hauller (Ausland), Grau, Küttel und Mühlebach (andere Mannschaften).