Gemischter Chor Riniken

Reges Leben herrscht auf der Piazza

megaphoneVereinsmeldung zu Gemischter Chor RinikenGemischter Chor Riniken

Viel Volk traf sich am vergangenen Sonntag, dem 5. November, „auf der Piazza“ im Zentrum Lee in Riniken. Vor einem prallvollen Saal präsentierte der Gemischte Chor Riniken unter der Leitung von Isabelle von Arx sein Jahreskonzert, begleitet vom Drehorgelmann Bruno Leoni aus Brugg mit zwei seiner „Lieblinge“.

In Liedern und mit Drehorgelklängen erzählten der Chor und der Drehorgelmann, was auf einer Piazza so geschieht. Früher war sie Treffpunkt für Jung und Alt. Hier trafen sich die Dorfbewohner zum Klatsch wie auch die Liebespaare zum heimlichen Stelldichein. Illustriert wurden die Lieder durch die Projektion von passenden Bildern.

Zu Konzertbeginn tummelten sich einige Kinder auf der Bühne und spielten ungeniert miteinander. Erst der Auftritt des Drehorgelmanns lenkte sie von ihrem Spiel ab und zog sie in seinen Bann. Allmählich tauchten die Sängerinnen und Sänger des Chores auf und begannen das Konzert mit einem Quodlibet, einem Kindervers und einem lateinischen Sprechchor von Carl Orff über den Tratsch der Frauen. Mit diesem erfrischenden Auftakt war der Chor im Konzert angekommen.

Nun folgten weitere musikalische Piazza-Episoden. Eine Wandergruppe zog vorbei, Arbeiter kamen am Feierabend auf ein Bier vorbei, Gastarbeiter trafen sich und erzählten von ihrer Sehnsucht nach der Heimat, Liebespaare schworen sich ewige Treue, Einsame beklagten ihr Schicksal. Schliesslich wurde es Nacht, die Menschen kehrten nach Hause zurück.

Das abwechslungsreiche Programm mit gefühlvollen und frischen Liedern und Drehorgelstücken kam beim Publikum gut an. Der Funke sprang über. Besonders mit dem Schlussbild entstand ein emotionales Gemeinschaftsgefühl.

Der Chor verstand es, die komödiantische als auch die einfühlsame Seite der Lieder gut zu interpretieren, immer aufmerksam den Intentionen der Dirigentin folgend: Ungewöhnlich die Form des Quodlibets, wo einzelne Gruppen sich gegenseitig zum Singen animierten. Das georgische Volkslied „Jilvelo“ trug der Chor im Kreis vor, geführt von der Dirigentin als Vorsängerin. Beeindruckt haben auch der präzis gesprochene rhythmische Sprechchor und das frische Lied vom Spazzacamino, dem Kaminfeger aus dem Trient.  Daneben berührten die gefühlvoll vorgetragenen Lieder „Du fragsch mi“ und „S isch no ni lang, dass’ grägelet het“ das Publikum. Das abwechslungsreiche Konzert fand beim Publikum ein gutes Echo.

 Richard Wullschleger

Meistgesehen

Artboard 1