Stillstand würde auch beim Powerman Zofingen ein Rückschlag bedeuten, weshalb man in die Qualität des weltbesten Duathlons investieren will. Damit ITU Powerman Long Distance Duathlon World Championships auch nach 2020 noch in Zofingen ausgetragen werden können, benötigen die Organisatoren zusätzliche professionelle Verstärkungen im Personalbereich, aber auch zusätzliche Sponsoringgelder. Wie man dies schaffen will, erzählt Stefan Ruf, der sein 17. Jahr als OK-Präsident in Angriff nimmt, im Interview.

Stefan Ruf, am 7./8. September 2019, also in rund fünf Monaten, geht der 31. Powerman Zofingen über die Bühne. Sind Sie schon ein wenig nervös?

Stefan Ruf: Ein wenig nervös bin ich schon, schliesslich geht es um den ersten Powerman Zofingen nach dem 30-Jahr-Jubiläum. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass wir nie vor Überraschungen gefeit sind. Zudem haben wir einige Ressorts personell neu besetzt und die neuen Verantwortlichen müssen sich zuerst in ihre Aufgaben einarbeiten.

Im letzten Jahr gab es eine neue Rad-Streckenführung. Gibt es da im Hinblick auf dieses Jahr erneut Anpassungen?

Wir haben 2018 viel Zeit und Energie investiert, um eine Radstrecke zu finden, die die nächsten Jahre Bestand halten kann. Darum soll es keine Änderungen geben, sondern lediglich kleinere Optimierungen.

Wie kam die neue Rad-Streckenführung, die mehrheitlich durch den Kanton Aargau geht, bei den Athleten, Sponsoren und bei der Bevölkerung an?

Ich darf wirklich sagen, dass die neue Radstrecke überall auf positiven Anklang gestoßen ist. Unsere Erwartungen wurden übertroffen. Im Nachhinein muss man sich sogar die Frage stellen, ob vielleicht sogar schon früher eine neue Strecke von Vorteil gewesen wäre.

«12 Durchfahrtsgemeinden – ein Rennen», heisst ein Slogan im Zusammenhang mit der seit letztem Jahr neuen Radstrecke. Wie will man die Durchfahrtsgemeinden da miteinbinden?

Wir fahren in der Tat durch viele neue Gemeinden und bei den bestehenden über eine andere Strecke oder in die umgekehrte Richtung. Die Radstrecke ist quasi das Herz unserer Veranstaltung. Wir wollen die neue Ausgangslage nutzen, um die Beziehung zu den Durchfahrtsgemeinden deutlich zu stärken. Wir möchten nicht einfach nur die Strassen benutzen, sondern eine gegenseitige befruchtende Partnerschaft aufbauen. Nicht jede Gemeinde hat die Gelegenheit, Partnerin einer Weltmeisterschaft zu sein und sich so in einem ganz exklusiven Gewand zu zeigen. Unser Ziel für 2019 ist es, dass in jeder einzelnen Gemeinde eine spezielle Aktivität stattfindet, irgendeinmal im Jahr, am Anlass selbst oder sogar während des ganzen Jahres.

In Reitnau soll es dabei einen speziellen Ganz-Jahres-Event geben an dem jedermann/jederfrau auf dem Bike mitmachen kann. Wie sehen da die Details aus?

Die Idee ist es, an einer der attraktivsten Stellen unsere Radstrecke, im Aufstieg von Reitnau, eine permanente Zeitmessstrecke einzurichten. Radfahrerinnen und Radfahrer aller Alters- und Leistungsklassen können sich so während des ganzen Jahres messen, sei es hinsichtlich der schnellsten Zeit oder der total absolvierten Höhenmeter. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir entsprechende Partner finden könnten, um dieses Projekt zu realisieren.

Seit 17 Jahren Ok-Präsident: Stefan Ruf.

Seit 17 Jahren Ok-Präsident: Stefan Ruf.

Welche Änderungen darf man auf den 31. Powerman Zofingen hin erwarten?

2019 ist ein Jahr der Konsolidierung. Wir dürfen dieses Jahr und auch 2020 ITU-Weltmeisterschaften ausrichten. Das gibt uns eine gewisse Planungssicherheit. Wir wollen diese Zeit nutzen, die Qualität unserer Organisation weiter zu verbessern.

Was muss in Zukunft noch besser werden?

Wir benötigen weitere Partner, welche uns professionell mit ihren Dienstleistungen unterstützen können. Nur so wird es möglich sein, auch in Zukunft die Weltnummer 1 im Duathlonsport zu bleiben. Selbstverständlich benötigen wir auch in Zukunft Sponsoringgelder in cash, vermehrt aber auch Sponsorings in Form von Zurverfügungstellung von hochqualifiziertem Personal.

Der Vertrag mit der ITU (International Triathlon Union) wurde neu unterschrieben. Es wird also auch 2019 und 2020 in Zofingen ITU Powerman Long Distance Duathlon World Championships geben. Ehrt Sie das, dass die ITU und die IPA (International Powerman Association) schon zum zwölften und 13. Mal, notabene zum neunten und zehnten Mal in Serie, in Zofingen machen wird?

Es ist in der Tat etwas, worauf ich persönlich sehr stolz bin. Dass uns die ITU dieses Vertrauen entgegen bringt, hat den Grund in unserer Transparenz und im Umgang mit dem internationalen Verband. Wir müssen uns aber jederzeit bewusst sein, dass diese WM-Geschichte jederzeit vorbei sein kann. Insofern müssen wir gerade deswegen in die Organisationsqualität und in die Athletenwerbung investieren. Unser Anspruch muss sein, dass genau gleich viele Athletinnen und Athleten kommen, ob nun in Zofingen eine WM stattfindet oder eben nicht.

2019 nehmen Sie persönlich Ihr 17. Jahr als OK-Präsident des Powerman Zofingen in Angriff. Ist der Elan immer noch so gross wie im ersten Amtsjahr?

Ich habe die Jahre nie gezählt und das ist ein gutes Zeichen für mich persönlich. Powerman ist für mich ein Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit und muss darum Spass machen. Dazu braucht es zwei Dinge: Erfolg und ein positives, optimistisches Umfeld. Beides haben wir im Moment, was zum Beispiel vor 17 Jahren noch nicht der Fall war.

Auf internationaler Ebene läuft es vor allem den weiblichen Aushängeschildern des Powerman Zofingen top. Die aktuelle Zofingen ITU Powerman Long Distance Duathlon World Championship Petra Eggenschwiler gewann dieses Jahr den Powerman Mallorca und die Vize-Champion Melanie Maurer soeben den Powerman Greece. Solche Werbebotschafterinnen tun dem Powerman Zofingen sicherlich gut?

Petra Eggenschwiler und Melanie Maurer geben dem Duathlon-Sport zur Zeit mächtig Rückenwind. Der letztjährige Schweizer Doppelsieg in Zofingen hat unter anderem dazu geführt, dass der Powerman Zofingen sowohl im Sportpanorama als auch in der Hauptausgabe der Tagesschau des Schweizer Fernsehens präsent war. Dies zeigt eindrücklich auf, wie wichtig Aushängeschilder aus dem eigenen Land in einer Sportart sind. Ich könnte auch sagen, wir profitieren im Moment vom sogenannten Federer-Effekt. Die erfreuliche Aussicht ist, dass beide Schweizerinnen im besten Alter sind und diese Sportart noch über einige Jahre hinweg mitprägen können.

Auf nationaler Ebene will der Powerman Zofingen mit dem Powerman Tramelan und mit Swiss Duathlon enger zusammenarbeiten. Welche Ziele verfolgt man da?

Der Schweizer Markt ist relativ klein. Es macht deshalb keinen Sinn, dass verschiedene Organisationen und Veranstaltungen das gleiche Kundensegment bearbeiten. Gemeinsam kann man das verfügbare Budget wesentlich effizienter und zielgerichteter einsetzen und damit letztendlich deutlich mehr Leute vom Duathlon-Sport begeistern.

Das OK ist mittlerweile auf rund 50 Leute angewachsen. Wo gibt es noch Vakanzen, die besetzt werden können/müssen?

Für den Powerman Zofingen als weltweit wichtigster Duathlonanlass und Weltmeisterschaft muss der Focus primär bei den ausländischen Teilnehmern liegen. Da können und müssen wir zweifelsohne noch viel mehr machen. Im Inland arbeiten wir neu enger mit Swiss Duathlon zusammen und sind heuer offizieller Supporter und Partner der Swiss Duathlon-Rennserie, die 2019 auf 12 Veranstaltungen angewachsen ist.

Auch bei der Powerman CHARITY und bei den PowerKids rührt man die Werbetrommel intensiver. Profitieren da auch die Teilnehmer davon?

Das unbestrittene Highlight unserer Veranstaltung ist zweifelsohne das Langdistanzrennen. Darauf haben sich alle Aktivitäten primär auszurichten. Der CHARITY-Lauf und die Powerkids sind jedoch zwei weitere Standbeine, mit denen wir auch lokal und regional etwas anbieten wollen. Die Unterstützung von wohltätigen Organisationen und die Förderung des Nachwuchs-Sports liegen uns deshalb auch in Zukunft am Herzen.

In der heutigen Zeit nehmen die social media einen immer wichtigeren Platz bei Sportveranstaltungen ein. Hat dies der Powerman Zofingen erkannt?

Gerade im Sport haben die sozialen Medien eine grosse Bedeutung. Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt können sich darüber austauschen. Auch die Veranstalter müssen diese Medien nutzen um mit ihren Teilnehmern zu kommunizieren, was in Zukunft sicherlich noch viel wichtiger werden wird. Denn die allerbeste Werbung ist und bleibt die Empfehlung und ein positive Beurteilung wird über die sozialen Medien sehr rasch und sehr weit verbreitet. Darum werden auch wir den Auftritt in den sozialen Medien weiter ausbauen.