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Odd Fellows Rheinfelden und Care-Team Aargau

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Die Odd Fellows Rheinfelden und das Care-Team Aargau - Hilfe in Notlagen, die uns alle betreffen können.

Vom Einsatz des Care-Teams Aargau erfährt man meistens, wenn sich Schreckliches ereignet hat, etwa bei Unfällen, Verbrechen oder Suizid.

Am 5. Oktober referierte Frau Ursula Wüthrich-Hediger anlässlich einer Veranstaltung der Odd Fellows Rheinfelden im Hotel Schützen. Die Referentin ist in Rheinfelden wohnhaft, seit 2009 im Care-Team tätig und seit Januar 2015 als Mitglied des Vorstands für die Region Frick zuständig.

Hinter diesem Team stecken viele freiwillige Helfer, vornehmlich aus Berufen wie Theologen, Psychologen oder Pflegefachleuten. Weil eine gewisse Lebenserfahrung vorausgesetzt wird, müssen die Mitglieder mindestens 35 Jahre alt sein. Die Schweigepflicht über die Einsätze ist selbstverständlich, Berichte werden anonymisiert erstellt. Es braucht aber nicht nur Fachleute mit hohen Kompetenzen im Umgang mit Menschen, sondern auch eine effiziente Einbindung in eine organisatorische und logistische Struktur, die innerhalb des KKE (Kantonales Katastrophen Einsatzelement) sichergestellt wird.

Was ist Care und wer kann sie in Anspruch nehmen? Man versteht darunter psychische, soziale und praktische Unterstützung, sowie die soziale und fachliche Vernetzung als Nothilfe bei ausserordentlichen Ereignissen.

«Care-Arbeit in der Akutphase dient der Vorbeugung möglicher posttraumatischer Belastungsstörungen. Menschen, die ein unerwartet belastendes Ereignis erfahren, empfinden oft Gefühle und Gedanken, die sie noch nie erlebt haben. Die psychologischen Interventionen in dieser frühen Phase haben vor allem sichernden und unterstützenden Charakter. Ihr Hauptziel ist es, den akuten Stress zu reduzieren, die Betroffenen wieder handlungsfähig zu machen und ihre Bewältigungsmöglichkeiten wie Ressourcen zu aktivieren.»

Soweit die Definition der angestrebten Ziele. Was steckt konkret hinter den Einsätzen des Care-Teams Aargau? Es sind beeindruckende Zahlen: Im 2015 gab es im Kanton Aargau 130 Ereignisse, bei welchen ein Care-Team zum Einsatz kam, davon waren 29 Unfälle oder Verbrechen, 31 Suizide und 51 Einsätze nach Todesfällen. Dabei waren 184 sogenannte «Care-Giver» im Einsatz.

Es versteht sich von selbst, dass Angehörige des Care-Teams, die sich notfallmässig mit belastenden Situationen konfrontiert sehen, in der Lage sein müssen, Hilfe zu leisten. Dies bedingt die Fähigkeit, sich in kürzester Zeit auf eine komplexe Situation einzustellen, sie richtig und möglichst vollständig zu erfassen und zweckmässig zu handeln. Die Referentin schilderte auf eindrückliche Weise, wie man sich auf die schwierigen und belastenden Einsätze vorbereiten kann. Die Überbringung einer Todesnachricht, schwerverletzte oder sterbende Menschen oder Unfälle mit Beteiligung von Kindern und Jugendlichen stellen grosse Belastungen dar. Es gilt letztlich auch, sich selber durch verschiedene Massnahmen zu schützen, etwa durch einen Austausch mit KollegInnen nach dem Einsatz. Jeder Einsatz ist verschieden, es gibt nie eine Routine!

Wir können alle in die Lage geraten, auf menschlichen Zuspruch, Mitgefühl und Unterstützung im Notfall angewiesen zu sein, sei es als direkt Betroffene, Angehörige, Zeugen, Nachbarn usw.. Es ist gut zu wissen, dass es die Institution des Care-Teams Aargau gibt!

Wer kann sich in einer Notsituation an das Care-Team wenden? Im Grundsatz kann jeder über die Nr. 143 (Die dargebotene Hand) aktiv werden und Kontakt mit Fachleuten aufnehmen!

Die ungeteilte Aufmerksamkeit und die hohe Wertschätzung für die Arbeit des Care-Teams Aargau waren der Referentin gewiss.

Die Odd Fellows stehen ein für ethisches und humanistisches Denken und Handeln sowie für die Pflege der Freundschaft. Die Waldstadt-Loge Nr. 12 in Rheinfelden führt regelmässig öffentliche Veranstaltungen zu interessanten und aktuellen Themen durch. Die Ziele der Odd Fellows und ihr Verhältnis zur Gesellschaft sind auf ihrer Homepage www.oddfellows.ch ersichtlich.

Lukas Jehle, 7.10.2016

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