Am 2. April 2009 lud der Natur und Vogelschutzverein Stetten zum Vortrag über „NATURGÄRTEN" ein. Martin Dietwiler, Besitzer der Naturerlebnisgärtnerei Dietwiler in Rüfenach, zeigte in seinem Dia-Vortrag auf eindrückliche Weise, wie mit wenig Kosten- und späterem Pflegeaufwand unsere Gärten vielfältig gestaltet werden können.
Um die Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt in unseren Gärten zu fördern, können wir zum Beispiel:

- Einheimische Wildgehölze pflanzen, die Nahrung für viele Insekten bieten. Diese wiederum stehen auf dem Speiseplan von Vögeln. Die im Frühling viel und gern gesehene Forsythie hingegen ist ein nicht fortpflanzungsfähiger Strauch, wird von keinem Insekt besucht, sogar die gefrässigen Läuse verschmähen ihn! Auch der Sommerflieder oder Budleya ist eine schöne Insektenweide für viele Schmetterlinge und Bienen, aber kein einziges Insekt kann sich darauf entwickeln, keine Raupe sich von deren Blättern ernähren.
Bei der Pflege werden Wurzelstöcke liegengelassen und die geschnittenen Äste zu einem Haufen unter den Sträuchern geschichtet, et voilà: Igel, Käfer, Amphibien etc. finden ein neues Zuhause! Damit der Boden unter der Hecke bedeckt ist und nicht austrocknet, können wir darunter Waldmeister, Lungenkraut oder Bärlauch pflanzen. Von letzterem ist überdies alles essbar von den Blättern, über die Blütenknöpfe (in Essig eingelegt ergeben sie falsche Kapern) bis zu den Zwiebeln.
Grundsätzlich sind viele Wildpflanzen sehr schmackhaft, wertvoll für die Ernährung und können unseren Speiseplan auf neue Art erweitern.

- Ein Stück unseres englischen und aufwändig gepflegten Rasens in eine Magerwiese umwandeln, indem wir die Humusschicht abtragen und durch Wandkies aus der Kiesgrube ersetzen. In den Kies säen oder setzen wir Wildblumen, die für viele Insekten Nahrungsgrundlage darstellen. Und: statt jede Woche die mehr oder weniger lästige und lärmige Pflicht des Rasentrimmens zu erledigen, setzen wir uns in den Liegestuhl und freuen uns über die entstehende Magerwiese und deren summende Besucher!

- Gräser und reife Blütenstände im Herbst stehen lassen. Sie bieten vielen Insekten ein willkommenes Winterquartier, und die Vögel ernähren sich von den Samen und den einquartierten Insekten.
Gefallenes Laub kehren wir zu einem Haufen zusammen und lassen diesen z.B. unter der Hecke liegen: die Igel, Kleinsäuger und Blindschleichen werden sich über die sich darin eingenisteten Schnecken und Insekten freuen.
Was uns vielleicht unordentlich erscheinen mag: für die Natur ist diese so genannte „Unordnung" Lebensgrundlage und absolut unentbehrlich.

- Trockenmauern bauen als Unterschlupf für Eidechsen. Senkrecht geschichtete Sandsteine speichern die Feuchtigkeit besser.

- Falls genügend Platz vorhanden ist: unter kundiger Anleitung einen Weiher bauen.
Dabei muss er für die Sicherheit von Kindern möglichst flach und schlecht zugänglich sein. Mit einer dichten Randbepflanzung können Kinder ferngehalten werden.

- Grössere Steine zu einem Haufen zusammentragen und so den Amphibien ein Winterquartier anbieten.

In einem vielfältig gestalteten Garten reich an verschiedenen Pflanzen und Tieren können viele spannende Beobachtungen gemacht und eindrückliche Erfahrungen über Werden und Vergehen gesammelt werden, die für uns alle, aber vor allem für Kinder sehr wichtig und wertvoll sind.

Stetten, 16. April 2009 yhb