Gespannt folgten die zahlreichen Besucher und Besucherinnen den Erläuterungen von Präsident Josef Monn, welcher die Gestaltung und den Aufbau der Ausstellung mit Hilfe zahlreicher Leihgaben der präsentierten Firmen und von befreundeten Museen realisierte. Durch das Studium von Literatur hat sich Josef Monn grosse Kenntnisse um die Industriealisierung erworben und verstand es auch dies ausgezeichnet vorzutragen. Gesamt haben in einem Jahr über 750 Personen die Ausstellung besucht! Ein enormer Erfolg für ein Ortsmuseum! Viele der BesucherInnen hatten auch einen persönlichen Bezug zu all den Firmen sei es, dass sie selber in einem oder mehreren Betrieben arbeiteten oder durch familiäre Verbindungen.
Eine spannende History: Von Kastor Egloff (1820-1905) dem mit 6 Jahren verdingten Bub und späteren Firmengründer der EGRO anno 1849! Die Ausstellung führte über 160 Jahre, zu Georg Kaufmann bis heute.
Unglaublich die Zusammenhänge von EGRO, Merker, Oederlin, Birchmeier und Wetter. Viele Burschen begannen die Ausbildung mit einer Lehre in einer der genannten Firmen und erweiterten ihre Kenntnisse in der Metallverarbeitung und Giessereitechnik in den anderen Betrieben.
Der Präsident verstand es auch die Geschehnisse im grösseren Zusammenhang aufzuzeigen. So die Verbesserungen der Verkehrsverhältnisse von der Postkutsche Bellikon-Dättwil bis zur heutigen Busflotte der Steffen Bus AG, welche Baden über den Rohrdorferberg mit Zürich verbindet und mit 60 Chauffeuren über 4 Millionen Fahrgäste befördert. Dabei zeigte er auch die Bedeutung der Nationalbahn mit der Station Dättwil auf und schilderte den Kampf der Bahngiganten Joh. Jacob Sulzer (1806-1883) und Alfred Escher (1819-1882). Spannend war auch die Information über den mit 24 Jahren von England zu Sulzer Winterthur eingewanderten Charles Brown (1827-1905), dann 1871 seine Gründung der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik Winterthur. Bereits 1884 wechselte der Vater mit seinen Söhnen Charles E.L. (1863-1924) und Sidney (1865-1941) zur Maschinenfabrik Oerlikon wo er für die Weiterentwicklung der Elektrosparte engagiert wurde - ein Wandel von der Dampfkraft zur Elektroenergie. Mit Walter Boveri (1865-1924), dem mit 20 Jahren von Bamberg her zum Team gestossenen Prüfstandtechniker ergänzten sich die Browns und sannen schon bald eine eigene Firma zu gründen, 1891 die Brown, Boveri & Cie., eine Erfolgsstory für die Region als Ausbildungs- und Arbeitsplatz.
Nach dem 2. Weltkrieg ein grosser Aufbruch! Viele junge Pioniere gründeten in der Region Unternehmungen in der Metallbranche. So entstanden aus EGRO, Merker, Oederlin, Birchmeier viele neue Betriebe der Chromstahl verarbeitenden Industrie. Alles hatte Zusammenhänge, von Noser in Oberrohrdorf über Belinox Stetten zu Alfred Suter in Niederrohrdorf danach Suter-Inox in Schinznach, dann Starinox Oberrohrdorf, Simeta Niederwil, Wetter in Stetten bis zur Firma Franke in Aarburg.
Den Abschluss des Rundganges bildete die Firma Georg Kaufmann Busslingen. Georg in Bellikon aufge-wachsen begann seine Karriere mit der Lehre als Werkzeugmacher bei Birchmeier in Künten. Vor Grün-dung seiner Firma anno 1972 in Bellikon, bildete er sich zum Konstrukteur aus und erweitere seine Kennt-nisse durch Tätigkeiten bei SIBIR und Merker. Heute beliefert die Firma alle Automobilhersteller mit den modernsten Werkeugen für die Fabrikation hochkomplexer Einheiten und bildete schon über 60 Lehrlinge aus.
Nach den Führungen konnten sich die Gäste noch mit einer feinen „Blechsuppe" aus der Gamelle oder aus dem Teller stärken und bei Kuchen, Kaffee und Getränken beisammen sein und so auch der ausgezeichnet geführten „Museumsbeiz" zum Erfolg verhelfen.
Museumsverein Bellikon