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Möhlin will sich rehabilitieren

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Nach der deutlichen 21:32-Niederlage auswärts gegen Zofingen müssen die Möhliner Handballer zeigen, dass sie eine Enttäuschung rasch wegstecken können. Am Wochenende spielt der TVM zweimal im Steinli – zunächst am Samstag gegen Leader Willisau (19 Uhr), tags darauf empfängt er im Cup-Achtelfinal Ligakonkurrent Frauenfeld (16 Uhr).

Gegen den Tabellen-Fünften Zofingen musste der TV Möhlin auswärts eine schmerzlich hohe 21:32-Niederlage einstecken. Bis zum 3:3 war alles in Ordnung. Doch immer mehr zeichnete sich eine miserable Chancenauswertung der TVM-Spieler ab. Zur Pause führten die Gastgeber mit 16:7. Sieben Möhliner Tore in 30 Minuten, das ist schlicht inakzeptabel. Nur gerade 25 Prozent aller TVM-Würfe wurden bis hierhin verwertet. Auch in den zweiten dreissig Minuten änderte sich nichts Grundlegendes. Zofingen genoss in seinem Angriff grosse Freiheiten, vor allem der 2-Meter-grosse Kreisläufer Robert Nieberg. Er warf acht Tore selbst und bekam dazu noch drei Penaltys. Da hatten die Gastgeber so ziemlich die empfindlichste Stelle in der Möhliner Abwehr getroffen. Ärgerlich. „Eigentlich zeigte Zofingen ein einfaches Spiel, das sicher zu durchkreuzen gewesen wäre", so Trainer René Hüsser. „Aber wenn wir unseren Job nicht machen, können wir auch nicht gewinnen. Diese hohe Niederlage ist bitter." Im Angriff hatte Möhlin vor allem im rechten Rückraum grosse Mühe, da Igor Deric krankheitshalber ausfiel. Aber auch im linken Rückraum war die Fehlerquote der Spieler schlicht viel zu hoch. Zu allem Unglück fehlte auch noch Stammgoalie Michael Vogel (krank). „Wir haben uns nach der guten Leistung im Cupspiel gegen Horgen wohl zu viel vorgenommen und uns ziemlich verkrampft", resümierte Regisseur Peter Kern.
Am kommenden Samstag empfängt Möhlin den Tabellenleader Willisau. Da kann sich Möhlin rehabilitieren, was aber sicherlich keine einfache Aufgabe werden wird. Immerhin sollten sich Vogel und Deric bis dahin gesundheitlich wieder erholt haben. Dann werden zumindest zwei der drei (Thomas Kern) Routiniers zurückkehren, welche der TVM im Zofingen-Spiel so schmerzlich vermisst haben. Willisau führt die Tabelle an und hat eine ausgezeichnete Bilanz: Sieben Spiele hat es bisher für sich entschieden und holte dazu noch ein Remis. Die Zentralschweizer haben also fast doppelt so viele Punkte wie der TVM, und dies erst noch mit zwei Partien weniger. Trotzdem ist Hüsser überzeugt, dass auch Willisau kein übermächtiger Gegner ist. Wenn sich Möhlin auf seine Stärken besinnt und den Tempohandball von Willisau zu unterbinden weiss, ist ein Sieg möglich. Sein Einsatzwille, die Kampfbereitschaft und die Konzentration sind dabei aber Voraussetzung. Nachdenklich fügt jedoch Peter Kern hinzu: „Es ist nicht so einfach, die Art und Weise wie die Niederlage gegen Zofingen zustande gekommen ist, schnell wegzustecken." Sicher sei nun eine gewisse Unsicherheit da. „Doch wenn wir so spielen wie im Cup gegen Horgen, liegt ein Sieg durchaus drin."
Nach dem Willisau-Spiel ist für die Fricktaler nur eine kleine Erholung möglich, denn nicht einmal 24 Stunden später messen sie sich zu Hause im Achtelfinal des Schweizer Cups mit Frauenfeld. Die Thurgauer spielen ebenfalls in der 1. Liga und belegen in der Gruppe 1 den fünften Rang. Ein weiterer Sieg in diesem Wettbewerb liegt also durchaus drin. „Es wäre schön, wenn wir weiterkommen würden", so Kern. „Doch in unserer Situation hat der Cup nicht die erste Priorität sondern die Meisterschaft." Sicherlich aber ist der Cup für den TVM ein Ansporn, einen Ligakonkurrenten aus dem Weg zu räumen und stellt zudem einen weiteren Test mit Wettkampf-Charakter dar. „Wir sind uns bewusst, dass wenn wir diese Runde überstehen, einen wohl übermächtigen Gegner zugelost erhalten werden und keinen Heimvorteil mehr geniessen würden", sagt Kern. Doch gerade darin liegt doch der Reiz des Cups, dass unterklassige Mannschaften an ihrer Aufgabe wachsen und sogenannten „Riesen" das Fürchten lernen. Für die Meisterschaft können solche Erfolge auch durchaus langanhaltende positive Signale geben. (vkr)


TV Zofingen - TV Möhlin 32:21 (16:7)
BZZ. - 120 Zuschauer. - SR: Anthamatten/Wapp. - Torfolge: 2:1, 5:3, 8:4, 11:6, 16:7; 18:9, 20:11, 24:14, 27:16, 29:19, 32:21. - Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Zofingen, 6-mal 2 Minuten gegen Möhlin.
Zofingen: Schoch, Wilhelm; Achermann (3), Friedli (1), M. Gautschi, A. Gossweiler (1), Ch. Gossweiler, Hert (5/2), Hottiger (7), Müller, Nieberg (8), Scholl (4), Steger (2/2), Steiner (1).
Möhlin: Bürgi, Wenger; Huber (4), Jaja, P. Kern (2), Lampe (8/4), Lesic, Meier, Schmid, Schmidhalter, Soder (3), Zeqaj (4).

Bemerkungen: Zofingen ohne Dubach (verletzt), Antic (Ausland), N. Gautschi (Einsatz mit TV Muri), Gloor (nicht im Aufgebot). Möhlin ohne Deric, Haxhimusa, Hürbin, T. Kern, Vogel. - Hert und Steger vergeben je einen Penalty

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