Der «neue» TV Möhlin unter der Regie von Trainer Jürgen Brandstaeter startete fulminant in die erste Halbzeit, schoss sich im Minutentakt in Führung, derweil die Gäste erst nach fünf Spielminuten den ersten Gegentreffer zum 4:1 verbuchen konnten. Da war viel Tempo, Dynamik und Kampf auf der Spielfläche zu sehen.

Die Mannschaften lieferten sich zudem schnelle Seitenwechsel mit vielen Spannungsmomenten. Anfangs hatte der TV Möhlin die Nase vorn, glänzte mit Mischa Wirthlin vom Flügel oder reüssierte auch mit einem tollen Pass von Patrik Vizes an den Kreis, wo Maurice Meier zum 7:5 einnetzte (12.). Danach brüskierte Rückraumshooter Joël Christinat die Möhliner Abwehr mal um mal und zusammen mit Janick Sorgen, der den Strafstoss sicher verwandelte, erreichten sie für ihr Team den Ausgleich. Nun machte auch Torwart Dominique Wyss den Kasten dicht und Möhlins Offensive kam ins Stottern. Patrik Vizes traf aber sicher vom Siebenmeterpunkt und auch Sebastian Kaiser kämpfte sich beherzt durch.

Als dann der junge Yannik Lang den perfekten Pass elegant ins Steffisburger Tor zauberte und sich ein kleiner Torvorsprung und damit auch Aufwind abzeichnete, konterte der Gegner erneut mit einem verwandelten Penalty. So kämpften beide Teams phasenweise Kopf an Kopf und nur dank dem abschliessenden Strafstoss für Möhlin vor der Pause, wegen einem Foul an Kreisläufer Meier, führten die Fricktaler zur Halbzeit mit einem Treffer 14:13.

Die zweite Runde im ersten Meisterschaftsspiel dominierte erneut der Gastgeber: Eine Parade von Rok Jelovčan an die Adresse von Christinat und zwei Treffer durch Lang und Vizes erhöhten das Gastgeberkonto. So schnell gab aber Steffisburg nicht auf und Möhlins Vorsprung schmolz dahin. Manuel Csebits erhob sich in diesem Moment von der Spielerbank und feuerte seine Teamkollegen an. Auch das Publikum, rund 400 Handballbegeisterte verfolgten den Matsch im Steinli, applaudierten und motivierten den TV Möhlin.

Belohnt wurden sie mit einer Aktion von Luca Halmagyi, welcher den Ball aus dem Spiel zurückfing und damit die Basis für den nächsten Möhliner Angriff legte. Mischa Wirthlin schoss danach seinen fünften und sechsten Treffer zum 22:19 in der 45. Spielminute, ehe er kurz darauf die dritte Zeitstrafe kassierte und damit das Spielfeld verlassen musste. Dieser Bruch manifestierte sich auch kurz im Spiel und Steffisburg zog in der 49. Minute auf 21:22 heran. Trainer Brandstaeter enervierte sich daraufhin über einen Schiedsrichterentscheid, was ihm noch eine Gelbe bescherte, aber gleichzeitig wehrte Möhlin den nächsten gegnerischen Angriff ab. Und Patrik Vizes zeigte später einen perfekten «Kempa» zum 25:21 (54.).

Noch war der Sieg nicht vergeben, denn Steffisburg bewies Moral und Kampfgeist und forderte Möhlin in der 57. Minute mit einem 1-Tore-Rückstand erneut heraus. Vizes traf noch einmal souverän vom Siebenmeterpunkt, Halmagyi zögerte erst und schoss dann selber sein erstes Tor für den TV Möhlin und Jelovčan verbarrikadierte hinten das Tor, so dass sich danach endlich das Heimteam verdient als Sieger feiern lassen durfte.

Im anschliessenden Interview, das Speaker Jürgen Spalinger initiierte, betonten beide Trainer, dass sie mit dem Gezeigten heute noch nicht ganz zufrieden seien. Klar gab sich Jürgen Brandstaeter mit den zwei Punkten zufrieden, ortet aber wie Markus Hüsser für Steffisburg, noch Verbesserungspotential.

Möhlin mit: Jelovčan (11/32), Bamert (1/4); Halmagyi (1), Ceppi, Christen, Vizes (9), Meier (2), Csebits, Lang (3), Kaiser (5), Wirthlin M. (6), Wirthlin F. (1), Ulmer.