Die jungen Schaffhauser waren sichtlich heiss auf dieses Aufeinandertreffen. Das Heimteam spielte munter auf und ergatterte sich sogleich die erste Führung der Partie. Selbst eine frühe Zeitstrafe gegen die Espoirs beirrte sie nicht, denn in der darauffolgenden Unterzahlsituation kassierten die Platzherren keinen Gegentreffer und schossen sogar ihrerseits die 2:0 Führung (3').

Die Möhliner Offensive war in den Startminuten noch nicht ins Rollen gekommen, doch mit zunehmender Spielzeit fand Möhlin besser ins Spiel und in der 18. Minute traf Yannik Lang zum 6:5 Anschlusstreffer.

Mehr Tempo im Angriff bringt die Wende

Die Schaffhauser antworteten jedoch mit zwei Treffern in Folge und führten in der 21.Minute mit 8:5, als der Möhliner Trainer den Spielfluss der Espoirs durch ein Team Time-out unterbrach. Brandstaeter nutzte die kurze Pause, um die Verteidigungsformation umzustellen und einigen Spielern eine Verschnaufpause zu gönnen.

Die taktischen Anweisungen trugen sogleich Früchte: Im Angriff spielten die Aargauer nun deutlich schneller und brachten so ihren Rückraumschützen, Patrik Vizes, in Wurfposition. Dieser zimmerte einen nach dem anderen Ball ins Lattenkreuz hinter dem gegnerischen Torwart.

Gleichzeitig zwang die verbesserte Möhliner Deckung die Schaffhauser zu kräfteraubenden Angriffen, welche nun zunehmend ohne Erfolg endeten. Kurz vor der Pause stibitzte Lukas Christen den Ball von den Schaffhauser Angreifern und traf per Gegenstoss zur erstmaligen Dreitoreführung für die Gäste (9:12). 

Möhlin vorerst mit leichten Vorteilen

Möhlin schien wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff das Spieldiktat an sich zu reissen. Trotz zwischenzeitlicher Viertoreführung liess sich das Heimteam nicht abschütteln. In der 38. Minute, kurz nachdem Vizes seinen neuten Treffer der Partie erzielt hatte, ordnete der Schaffhauser Trainer eine Manndeckung auf den Möhliner Rückraumspieler an.

Die Möhliner mussten nun wieder mehr für ihre Tore tun und die Espoirs bekamen langsam aber sich wieder etwas Aufwind. Doch Trainerfuchs Brandstaeter hatte auch darauf eine Antwort.

Während Vizes von einem Bewacher umschwirrt wurde, wechselte Brandstaeter einen siebten Feldspieler für Torwart Jelovcan ein, um so wieder mehr Druck auf die gegnerische Abwehr zu erzeugen. Dieser taktische Kniff zeigte Wirkung, und inspirierte sogar den Gegner zur Nachahmung.

Spannung bis in die Schlusssekunden

Schaffhausen kämpfte jedoch aufopferungsvoll weiter und als Vizes in der 58. Spielminute mit einer Zweiminutenstrafe auf die Bank geschickt wurde, witterten sie ihre Chance. Zwar führten die Gäste noch mit zwei Toren (22:24), doch in Überzahl agierend schien plötzlich mindestens ein Unentschieden in greifbarer Nähe.

Tatsächlich schossen die Espoirs erst denn Anschlusstreffer zum 23:24 und ergatterten sich dann im folgenden Möhliner Angriff der Ball nach einem Fehlpass der Fricktaler. Mit nur dreissig Sekunden auf der Spieluhr starteten die Platzherren in Überzahl ihren letzten Angriff.

Schulbuchwürdig setzten Sie die Fricktaler vom linken Flügel ausgehend unter Druck und spielten so den rechten Flügel frei. Dieser segelte in den Sechsmeteraum und die Zuschauer hielten den Atem an, denn allen war klar, dies würde die letzte Aktion der Partie sein.

Der Schütze vermochte aber zum Glück für Möhlin den herausstürmenden Torwart Jelovcan nicht zu bezwingen. Der Schuss prallte vom Boden ab, flog über die Querlatte, und besiegelte so den Sieg für die Fricktaler.