Der 41-fache französische Nationalspieler konnte zwei Treffer zum Sieg der Waadtländer beisteuern und war wohl auch für die höchste «Selfie»-Nachfrage auf der Schützenmatte seit langem verantwortlich. Mit zehn Toren in zehn Spielen hat Cissé einen grossen Anteil am guten dritten Rang von Yverdon in der Promotion League. Der Sieg in Basel war auf jeden Fall nie in Gefahr. Allerdings ärgerte sich Aziz Sayilir zu Recht über seine Mannschaft, denn diese kassierte zuerst zwei Tore per Standard und dann versuchte sie oft mit langen Bällen anzugreifen:

«Ich verwies vor der Partie auf die Standardstärke des Gegners, genauso auf das kaum vorhanden Pressing von Yverdon», meinte Sayilir «wir hätten uns deswegen im Aufbau mehr Zeit lassen können und nicht immer mit langen Bällen das Spiel schnell machen müssen.» Nach der Führung durch Cissé (per Kopf) und dem 2:0 durch den starken Innenverteidiger Bia (Volley aus kurzer Distanz), entschied Rushenguziminega mit einem strammen Flachschuss aus 15 Metern die Begegnung noch vor der Pause. Die Old Boys vermochten nicht mehr zu reagieren. Dass die weiteren Tore durch ein dummes Handspiel von Limanaj im Strafraum – den Elfmeter verwertete Cissé souverän – und mit einem Eigentor von Osaj fielen, hatte symbolischen Charakter für einen schwarzen OB-Nachmittag.

Djibril Cissés Penalty-Treffer

«Wenn alles passt werde ich bleiben»

Dank dem besseren Torverhältnis gegenüber YF Juventus Zürich bleiben die Old Boys immerhin über dem Strich. Ein grosses Manko bleibt trotz des klaren Resultates die Chancenverwertung. Mindestens ein bis zwei Tore hätten die Basler gegen Yverdon erzielen müssen. Es fehlt eben einer wie Djibril Cissé auf der anderen Seite. Ohne viel Aufwand kam der mittlerweile 36-Jährige zu zwei Treffern.

«Es sieht vielleicht einfach aus, aber dahinter steckt viel Arbeit des Teams», erklärte Cissé. Wie lange er noch bei Yverdon bleiben will ist unklar. Einem Aufstieg wäre Cissé genauso wenig abgeneigt wie einem Verbleib bei Yverdon. «Ich werde mit den Verantwortlichen schauen, aber momentan bin ich hier sehr zufrieden», meint der ex-Liverpool-Akteur, der für das Engagement bei „YS“ in die Schweiz gezogen ist. Ein weiterer zumindest regional bekannter Spieler konnte auf der Schützenmatte nicht bestaunt werden: Ex-FCB-Innenverteidger Francois Marque musste verletzungsbedingt passen.