Es war ein regelrechtes Startfurioso, das der TV Solothurn in den ersten Minuten der Partie auf den Platz zauberte. Nach dem Anspiel durch Stans und der ersten von vielen Paraden von TVS-Hüter Rados Dukanovic übernahmen die Aarestädter sofort das Spieldiktat. Zwar konnte das Heimteam mittels Penalty den Solothurner Führungstreffer zum 1:0 noch ausgleichen.

Danach ging bei den Innerschweizern aber gar nichts mehr. In den folgenden acht Minuten gelang ihnen kein einziges Tor mehr, zu stark präsentierte sich der Solothurner Abwehrwall. Die Kurth-Truppe hingegen dominierte Spiel und Gegner fast nach Belieben und schraubte das Skore im gleichen Zeitraum auf 8:1 hoch. Nach weiteren vier Minuten, in denen man dem Gegner wieder nur einen Treffer zugestand, stand es sogar 11:2 für den TV Solothurn (14. Minute).

Torhüterwechsel bringt Stans zurück ins Spiel

Obwohl noch ganze 45 Minuten zu spielen waren, schien das Spiel zu diesem Zeitpunkt schon fast entschieden. Das dachten sich vermutlich auch die Solothurner, anders ist der deutliche Leistungsabfall gegen Ende der ersten Hälfte nicht zu erklären. War zu Beginn der Partie noch jeder Schuss ein Treffer, geriet der TVS-Angriffsmotor mit zunehmender Spieldauer immer mehr ins Stocken.

Grösster Störfaktor im Solothurner Spiel war der Stanser Tormann David Wenger. Er wurde nach der desolaten Startphase für den glücklosen Stipan Maric eingewechselt und war in der Folge massgeblich daran beteiligt, dass seine Mannschaft die enorme Lücke langsam schliessen konnte. Zwischenzeitlich kämpfte sich Stans sogar auf zwei Tore heran (29. Minute, 11:13), ehe Solothurn bis zur Pause mit einem Zwischenspurt wieder auf 15:11 erhöhte.

Wehmuts-Tropfen trotz Sieg

Die zweiten dreissig Minuten standen dann ganz im Zeichen von Kampf und Krampf, auf beiden Seiten. Sowohl der BSV Stans, als auch der TV Solothurn, konnten sich auf starke Torhüter verlassen. Und beide Teams sündigten in der Offensive. So gab es während der zweiten Halbzeit gleich mehrere Phasen, in denen hüben wie drüben minutenlang kein Tor fiel.

Der TV Solothurn kann sich am Ende bei Trainer und Routinier Marco Kurth für den doppelten Punktgewinn bedanken. In den wichtigen Momenten, als die Partie auf die Seite der Innerschweizer zu kippen drohte, war es jeweils der ehemalige Nationalspieler, der Verantwortung übernahm. Er verwandelte alle vier Strafstösse für den TVS und erzielte aus dem Spiel heraus sechs weitere Treffer.

Aber auch ein Zittersieg gibt am Ende zwei Punkte und so setzt der TV Solothurn seine starke erste Saisonhälfte trotz Verletzungssorgen fort. Letztere dürften sich mit dem Ausfall von Andri Tatarinoff nicht verkleinern.

Der Spielmacher, der seit drei Spielen für die verletzten Sven Schafroth und Dario Lüthi nachgerückt ist, musste in der zweiten Halbzeit wegen einer Leistenzerrung ausgewechselt werden. Ob er für die letzten beiden Spiele in der ersten Saisonhälfte wieder fit wird, ist zu bezweifeln.

Mit dem Ausfall aller drei Rückraum-Mitte-Spieler müssen sich Trainer Marco Kurth und Coach Zlatko Portner eine Lösung einfallen lassen, um die kniffligen Aufgaben gegen die Pfadi Espoirs und Siggenthal an den kommenden zwei Wochenenden lösen zu können.