Eigentlich geht es im Handball ja um das Toreschiessen. In der Samstagspartie Baden vs. Steffisburg waren es aber die beiden Toreverhinderer zwischen den Pfosten, die der Partie ihren Stempel aufdrückten.

Zu Beginn sah noch alles nach einem Schaulaufen des favorisierten Tabellenzweiten aus. Hinten dicht und vorne zwingend legten die Platzherren munter Tor um Tor vor – bis die gegnerische Nummer 22 bei einer unglücklichen Badener Abwehraktion flach auf den Rücken knallte und schliesslich sichtlich mitgenommen neben dem Spielfeldrand gepflegt werden musste.

Spieler am Boden, Spielfluss flöten

Der mehrminütige Unterbruch setzte dem Badener Spielfluss ein jähes Ende. Warum auch immer: Plötzlich wollte nichts mehr richtig gelingen, und Ballverlust folgte auf Fehlwurf auf Ballverlust auf technischen Fehler.

Aus dem unerklärlichen Leistungsabfall wusste Steffisburg kein Kapital zu schlagen. Mit Kampf und Krampf gelang zwar der zwischenzeitliche Ausgleich zum 6:6, zu einer Führung reichte es aber nie.

Die einzig überzeugenden Akteure in der ersten Halbzeit: Die beiden Schlussleute im jeweiligen Tor. Nick Eggenberger stand immer wieder am richtigen Ort (oder wurde – je nach Sichtweise – viel zu oft angeschossen), Marco Wyss glänzte immer häufiger mit Big Saves und sehenswerten Reflexen.

10:7 zur Pause. 17 Tore nach 30 Minuten. Noch Fragen?

Berauschend ging es auch in der zweiten Halbzeit nicht weiter. Städtli 1 vermochte sich ein wenig zu steigern, aber nicht wirklich abzusetzen und investierte etwas gar viel Energie in die kritische Würdigung von Schiedsrichterentscheiden. Der Frust über die eigene Leistung war offensichtlich.

Bärenstarker Rückhalt zwischen den Pfosten

Steffisburg kämpfte tapfer und mit viel Herz, aber allzu oft ohne zählbaren Erfolg. Zum einen trieb die agile Badener Defensive die Berner Oberländer Mal für Mal ins Zeitspiel, zum anderen stand da eben Marco Wyss, der nun wirklich zu grosser Form auflief und die kühle Halle mehrfach zum Kochen brachte.

24:18 nach 60 Minuten. Baden ist der Favoritenrolle letztlich gerecht geworden und hat sich ohne Ausrutscher aus der unbequemen Affäre gezogen. So richtig zufrieden mit seiner Leistung darf eigentlich nur Goalie Wyss sein, der sich satte 53 Prozent gehaltene Würfe gutschreiben lassen kann. Acht Prozent mehr als die Nummer 16 im Steffisburger Tor – auch aus dieser Sicht geht der Badener Sieg also absolut in Ordnung.

Komfortable Ausgangslage

Da in der Samstagsrunde auch sonst Überraschungen ausblieben, belegt Städtli 1 unverändert komfortabel Platz zwei. Vier Punkte nach vorne, fünf nach unten – daran soll sich auch nächstes Wochenende möglichst nichts ändern, wenn der HS Biel in der Aue gastiert.