Ligacup Die Herren des STV Spreitenbach müssen erneut bereits im 1/32-Final des Cups die Segel streichen. Eines Erstligisten eigentlich unwürdig. Allerdings scheiterte Spreiti an einem anderen Erstligisten. Und der Auftritt war alles andere als stark.

Heimspiel im 1/32-Final des Ligacups. Für einen Erstligisten normalerweise nur möglich, wenn der Gegner das Heimrecht abtritt. Nicht so für Spreiti. Warum auch immer, trafen die Aargauer bereits in der 1. Runde (nach zwei Freilosen) auf den UHC Riehen, ebenfalls 1. Liga. Und dies obwohl doch im 1/32-Final noch sage und schreibe 64 Mannschaften im Wettbewerb verbleiben (und Erstligisten gibt es nur deren 20). Ach herrje, der Unihockeyverband hat – mal wieder – gepfuscht bei der Auslosung.

Wie auch immer. Auch der UHC Riehen ist ein Gegner, den Spreiti im Normalfall schlagen kann (was sie auch schon bewiesen haben). Riehen – ein äusserst faires und sympathisches Team – spielt zwar aufsässig und hat einige brillante Techniker und ganz starke Torhüter dabei, aber defensiv und taktisch gehören sie (noch) nicht zu den Topshots der Kleinfeldszene. Aber: Riehen hat erkannt, wo die Schwächen Spreitenbachs liegen. Von Anfang an setzten die Basler das Heimteam mit äusserst aggressivem und gut durchdachtem Pressing unter Druck. Spreiti hatte enorm Mühe damit, konnte kaum einmal sauber auslösen. Einige Spieler, die neu ins Kader eingebaut werden und noch nie auf diesem Niveau spielten, waren ob des starken Pressings sicherlich überrascht, aber auch die „alten Hasen“ tun sich nach wie vor schwer mit dieser Taktik.

Das Spiel ist schnell erzählt: Es ging schnell hin und her, Riehen wie erwähnt mit starkem Pressing, Spreiti mit dem Versuch, Ball und Gegner laufen zu lassen, allerdings mit viel zu vielen Ungenauigkeiten. 2:4 stand es zur ersten, 4:6 zur zweiten Pause. Im dritten Drittel ging Riehen etwas die Kraft aus und Spreiti konnte mit einem Mann mehr zum 6:6 ausgleichen. Riehen wankte, Spreiti war im Hoch. Doch kaum spielte man wieder 3 gegen 3, schien Spreiti ins alte Fahrwasser zu fallen, liess dem Gegner wieder Luft zum Atmen und dieser nutze das zu einer kleinen Druckphase, endend mit einem eher verzweifelten Drehschuss. Noch abgelenkt vom Spreitenbacher Verteidiger, kullerte dieser Ball tatsächlich irgendwie ins Tor. Riesenjubel bei den Gästen, 37 Sekunden verblieben zu spielen.

Spreiti setzte natürlich noch einmal alles auf eine Karte und ersetzte den überragenden Reto Zeindler (nur ein Gegentor) durch einen vierten Feldspieler. Riehen verteidigte leidenschaftlich, aber auch etwas unüberlegt. Plötzlich standen zwei Spreitenbacher alleine vor dem Riehener Schlussmann. Doch dieser konnte den Handgelenkschuss tatsächlich mit einem «Big Save» übers Tor lenken und seinem Team so den knappen, aber letztendlich verdienten Sieg sichern.

Spreiti muss sich vorwerfen lassen, mental nicht ganz für den ersten Ernstkampf der Saison vorbereitet gewesen zu sein und muss endlich lernen, mit aggressivem Pressing des Gegners besser umzugehen. Der Ligacup scheint nicht wirklich ein gutes Pflaster zu sein für Spreitis Herren (im Vorjahr scheitere man im 1/32-Final an Drittligist Beromünster). Schade. Nun muss und kann man sich aufs bald anstehende Trainingsweekend und dann auf die Meisterschaft konzentrieren. Dort möchte man so früh wie irgend möglich den Ligaerhalt sichern.

Gratulation dem UHC Riehen zum Einzug in die nächste Cuprunde.