Natur- und Vogelschutzverein

Kleinstrukturen fördern Biodiversität

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Vortrag von Albert von Felten über Steinlinsen und Kleinstrukturen in der Landschaft beim Natur- und Vogelschutzverein Wil

Die 73. Generalversammlung des Natur- und Vogelschutzvereins Wil und Umgebung fand im Restaurant Schwyzerhüsli statt. Präsident Bruno Oeschger erwähnte in seinem Jahresbericht die einzelnen Aktivitäten und dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz zum Wohle der Natur. Das Protokoll, verfasst von Daniel Winkler und die Jahresrechnung vorgelegt von Alice Ulmi wurden mit Applaus verdankt. Rolf Gärtner, Rechnungsrevisor, lobte die Kassierin für die korrekte und saubere Buchführung.

Wahlen
Für weitere vier Jahre Amtsdauer wurden mit Applaus bestätigt: Bruno Oeschger, Präsident, Chantal Speiser, Vizepräsidentin, Daniel Winkler, Aktuar, Alice Ulmi, Kassierin, Urs Leber, Vertreter des VONV (Verband Oberfricktalischer Natur- und Vogelschutzvereine) und Moritz Oeschger. Evelyne Zumsteg demissionierte wegen Wohnortswechsel. An ihrer Stelle wurde ebenfalls mit Applaus Beatrice Wochele gewählt. Die beiden Rechnungsrevisoren Rolf Gärtner und Stefan Zumsteg wurden einstimmig bestätigt.

Jahresprogramm 2012
Der VONV wurde 1980 gegründet und vergibt seit 1998 einen Naturschutzpreis. 2011 wurde er für das Projekt Steinkrebsen-Aufzucht im Mettauertal erteilt. Neben einem Wanderpreis beinhaltet der Naturschutzpreis einen Arbeitseinsatz von Verbandsmitgliedern entlang des Baches bei der alten Mühle in Mettau. Dieser wird am Samstag 31. März 2012 von 9 bis 12 Uhr, durchgeführt. Dazu eingeladen sind auch die Mitglieder des Natur- und Vogelschutzvereins Wil. Exkursionen sind am Sonntag, 20. Mai in Wil und am Freitagabend, 6. Juli, in Leibstadt geplant, wo das Umgehungsgewässer beim Wasserkraftwerk Leibstadt-Dogern besucht wird. Der Zugvogeltag findet am 7. Oktober von 9 bis 15 Uhr in Ittenthal und der Arbeitstag in Wil am Samstag, 27. Oktober statt. Die nächste Generalversammlung wird am Donnerstag, 24. Januar 2012, im Restaurant Hirschen in Wil durchgeführt.

Steinlinsen und Kleinstrukturen
Im Sommer 2011 wurden im Wiler Rebberg fünf Steinlinsen erstellt.Projektleiter war Albert von Felten, Geschäftsführer des Naturwerks, Brugg. Auf Anfrage von Bruno Oeschger war er bereit, die Generalversammlung mit einem Vortrag zu bereichern. Steinlinsen sind Steinstrukturen, die zur Stärkung und Vernetzung einheimischer Rosen- und Reptilienarten gebaut werden. Die Grundfläche ist ca. zwei bis drei Meter lang. Die Höhe beträgt 60 bis 90 cm, wovon 30 bis 50 cm im Boden abgesenkt sind. Die groben Jura-Kalksteine werden einzeln geschichtet, einerseits dass keine Hangrutschungen möglich sind und andererseits, dass die Reptilien Schutzräume haben. Mit dem Einbau von Totholz, Stroh und Sand werden ideale Bedingungen für Eidechsen, Blindschleichen und Schlangen geschaffen. «Als wechselwarme Tiere sind Reptilien in der warmen Jahreszeit aktiv», erläutert Albert von Felten: «Im Winter graben sie sich frostsicher ein, daher setzen wir die Steine in den Boden. Im Frühjahr folgt nach der Paarung die Eiablage im Sand.» Durch die Bepflanzung der Steinlinsen mit Wildrosen werden die Reptilien vor Vögeln und Katzen geschützt.»
Ideale Kleinstrukturen sind Trockenmauern, die möglichst viele Hohlräume aufweisen sollten. Auch Pfützen und Tümpel bieten Raum für Reptilien und Insekten. Für Albert von Felten ist es sehr wichtig, das die Kleinstrukturen vernetzt und in die Landschaft integriert sind.
Die Anwesenden dankten dem Referenten mit einem lang andauernden Applaus und Bruno Oeschger überreichte ihm eine Erinnerungsflasche aus dem Wiler Rebberg.

Bilder: Albert von Felten erhält von Bruno Oeschger einen Wiler Wein.

Der Vorstand des Natur- und Vogelschutzvereins Wil von links: Beatrice Wochele, Urs Leber, Delegierter VONV, Chantal Speiser, Vizepräsidentin, Moritz Oschger, Bruno Oeschger, Präsident, Alice Ulmi, Kassierin und Daniel Winkler, Aktuar.

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