Jahreskonzerte des Männerchor „Sängerbund“ Wittnau

Der Männerchor setzte auf seiner Konzert-Liederreise richtige Ohrwürmer ein, die schluss- und endlich noch eine Zugabe von der Zugabe geben mussten, weil es das Publikum so wünschte. Perkussion, Klavier und Gesang waren sehr ausgewogen und entspannend anzuhören.

Alljährlich laden die 28 Sänger zum Konzert ein und wagen steht’s was Neues. 21 Vereinsdelegationen durfte Präsident Daniel Hochreuter am Freitag begrüssen.  „Atemlos“, „Wanderliedchen“ und „Reiselied“ waren die ersten drei Songs, mit denen sich die Männer aufwärmten. Eine dubiose „Weinblondine“ sagte das erste Lied an und gab sich als Helene Fischer aus. Bei der dritten Darbietung, dem  „Reiselied“, kam erstmals Bewegung in den Saal. Denn allen Sängern war jetzt die Lockerheit ins Gesicht geschrieben und die Stimmung stieg raketenhaft an.  Mit dem Gruppensong, „mein Fahrrad“ von den Prinzen, brach das Eis. Die letzte Nervosität versiegte und die Sängerkehlen verkündeten, dass sie zum Fahrrad so treu seien, wie zu ihren Frauen. Mit  „I’m Walking“ walkten die Sänger im Takt von der Bühne und verschwanden hinter den Vorhängen zu ihrer verdienten ersten Pause.

Bei  „El Condor pasa“ wurde das Publikum vorerst durch den Ansager Erwin Brogle etwas in die Irre geführt, weil er zuerst vom Motorrad „Condor“ schwärmte. Jedes Piano wie Forte wurde dann aber minutiös zelebriert, so als würde der Chor der Natur einen romantischen Liebesantrag machen.

Das gab es noch nie, dass die Lieder–Ansage zu „Volare“ durch  einen Sänger die Gesellschaft mehr erheiterte als der anschliessend perfekt vorgetragene Song.  „Azzuro“, „über den Wolken“ und „Volare-Bambina“ wurden richtige Gassenhauer. Mit dem „Fliegerlied“: „und ich flieg, flieg, flieg, wie ein… und ich schwimm, schwimm, schwimm, wie ein ….“ vibrierte die Turnhalle unter dem tosenden und begeisterten Applaus.

Der Wittnauer Männerchor ist bekannt, dass im Schlussteil die Stimmbänder nochmals neu gespannt werden. Besonders der 1. Bass hatte hier oft die Führungsstimme. Das Schlusslied „Born to be wild“ donnerte wuchtig über die Bühne. Zur Zugabe verlangte das Publikum nochmals eine Zugabe, welche mit dem Anfangs-Song „Atemlos“ verdankt wurde, als wollten sie das Konzert nochmals von vorne beginnen. Man konnte nun förmlich spüren, wie die Gelassenheit eingekehrt ist und die Kehlen nun dem Feuchten zugewandt werden mussten.

Alles in Allem wurde ein rundum gelungener Unterhaltungs-Abend präsentiert. Ein Loblied auf die versierte Dirigentin Monika Sturm-Schmid, die routinierte Pianistin Viktoria Roubtsova und den Gebrüdern Nicolas und Jérôme Müller, welche das Konzert gekonnt mit verschiedenem Schlagzeug und –werk begleitet haben. Immer dabei mit viel Herzblut! Später in der Wein-schenke wurden Stimmen vernommen, welche sich vorstellen könnten, dem Chor beizutreten und mitzumachen. Die Sänger freuen sich auf Unterstützung!

 Bruno Vogler Pfeiffer / Jeannette Schneider-Brogle