Klangvolle Sehnsucht, Zärtlichkeit und Emotionen

(de) Das Orchester beider Rheinfelden präsentierte seinen zahlreichen Gästen am Sonntag 29. Januar im Musiksaal der Kurbrunnenanlage ein Programm mit schönster französischer Musik.

Die 52 Musikerinnen stellten ein großes Orchester mit beachtlicher Bläserformation dar. Die prägnanten Schlagzeugpartien wurden von den jugendlichen Lean und Loïc Meier ganz cool gespielt. Es war ein hochgestecktes Ziel, das sich der Dirigent Lukas Merkelbach gesetzt hatte.

In beharrlicher und minutiöser Kleinarbeit hatte er das sehr anspruchsvolle Programm mit dem Orchester erarbeitet. Die Bedingung, um in diesem Schwierigkeitsgrad mithalten zu können, ist regelmäßige Übungsarbeit zu Hause - eine große Herausforderung an alle Mitspielenden.

Nach der stimmungsvollen Eröffnung mit Gabriel Faurés Prélude zur Theaterspiel „Pelléas et Mélisande“ betrat der Cellist Nebojša Bogarski das Podium. Virtuos und mit viel Schwung setzte er zum Cellokonzert Nr.1 in a-moll von Camille Saint Saëns an. Dieses Werk ist ein einziges klangmalerisches Gemälde mit viel Gefühl, meditativ satten Partien und temperamentvollen Ausbrüchen. Das Orchester bildete den subtilen Klangraum dazu. Dieses hochemotionale  Konzert ging unter die Haut. Das Publikum spendete begeisterten Applaus.

Weiter ging der Reigen bewegender Stücke mit Maurice Ravels "Pavane pour une Infante défunte“, einem Trauerstück für eine verstorbene Prinzessin. Ein dichtes Klanggewebe wurde ausgebreitet. Hier kamen die Harfe und die Bläser besonders zum Zug und schafften einerseits luftige Leichtigkeit, anderseits abgründige Tiefen.

Die musikalische Fahrt ging weiter mit Claude Debussy " En Bateau "- im Schiff. Die Wogen ging auf und ab, eine leichte Brise mit schönen Bläsersolis, Musik zum Träumen.

Zum Abschluss erklangen die Arlésienne Suiten 1 und 2 von Georges Bizet. Hier wurden markante und hochemotionale Melodien und Rhythmen zu einem charaktervollen variantenreichen Ohrenschmaus verschmolzen. Musiker und Musikerinnen waren sehr herausgefordert durch die anspruchsvolle Melodik. Die Bläser hatten musikalisch und rhythmisch subtile Partien zu bewältigen, und die Schlagzeuger hätten ruhig ihre Zurückhaltung etwas lockern dürfen. Es war ein packendes Finale mit zauberhaften Momenten. Besonders gefiel die reizvolle Solostelle für Harfe und Flöte. Mit großem Applaus und der Verabschiedung der Geigerin Vreni Roniger, welche seit 60 (!) Jahren mitgespielt hat, ging der Konzertabend zu Ende. Bravo!

Dorothea Ernst