Am vergangenen Freitag und Samstag luden die Vereinigten Harmonikaspieler von Küttigen-Erlinsbach zu ihrem Jahreskonzert mit Theater ein. Präsident Marcel Amsler zeigte sich hoch erfreut über das zahlreiche Erscheinen des Publikums, von denen etliche wohl auch erschienen waren, um ihre Neugierde bezüglich der neu angeschafften Uniformen zu stillen. Doch vorerst liessen die Harmonikaspieler die Katze noch nicht aus dem Sack und verschafften ihrem alten Gewand einen letzten Auftritt – zusammen mit den Schülern und Junioren der Starter Kids – bevor sie sich zum Umziehen zurückzogen.

Die nächste halbe Stunde gehörte den Junioren des Vereins. Mit den Starter Kids hat der Leiter Didi Gautschi eine neue Formation ins Leben gerufen, die es den Schülern bereits früh ermöglicht, sich in einem Orchester an das gemeinsame Musizieren zu gewöhnen und sich natürlich auch dafür zu begeistern. Letzteres ist garantiert der Fall, wenn man moderne Stücke wie “Despacito“ von Luis Fonsi intonieren darf. Auch das Juniorenorchester AKKropolis, in diesem Jahr verstärkt mit Schülern der Musikschule Sissach, wagte sich an durchaus anspruchsvolle Notenliteratur: “Star Wars“ von John Williams und “Ma Chérie“ von DJ Antoine sind zwar allen bekannt, aber stellen die Junioren durchaus vor gewisse Herausforderungen, die sie mit Bravur meisterten.

Dann war es soweit: unter Trommelwirbel öffnete sich der Vorhang und da standen sie – die Vereinigten Harmonikaspieler in ihren neuen, eleganten Uniformen. Ausnahmsweise bebte der Saal vor Applaus, ohne dass ein Ton Musik erklungen war. Dieses Manko holten die Harmonikaspieler aber sofort nach und mit dem schmissigen “Zeughauskeller-Marsch“, einer Original-Akkordeonkomposition von Maurice Thöni, eröffneten sie ihren Konzertteil. Bereits im zweiten Stück offenbarten die Vereinigten Harmonikaspieler die ganze Palette ihres dynamischen Könnens, denn im bekannten Paso Doble “España Cani“ wechseln sich die Forte- und Pianoteile munter ab. Nach der dynamischen Herausforderung folgten die rhythmischen Klippen in einem kubanischen “Cha Cha del Vacilon“. Vacilon bedeute so viel wie Scherzbold, doch dem Leiter Didi Gautschi sei wohl beim Einstudieren dieses Stücks nicht immer zum Scherzen zumute gewesen, meinte die Ansagerin Isabelle Meier lakonisch.

Im weiteren Verlauf des Konzerts blieb man in Südamerika und machte mit “Garota de Ipanema“ und “I go to Rio“ zweimal Halt in Brasilien. Sowohl im Bossa Nova von Antonio Carlos Jobim wie auch im Samba von Peter W. Allen kam das Perkussions-Team der VHS Küttigen besonders vorteilhaft zur Geltung und verlieh den Stücken den gewünschten feurigen Pfeffer.

Dazwischen zeigten die Vereinigten Harmonikaspieler mit einem Medley der deutschen Band Truck Stop, dass sie auch im Country-Stil zu Hause sind, ehe sie mit ihrem Schlussstück “Girls, Girls, Girls“ der britischen Band Sailor die Begeisterung im Saal vollends überschwappen liessen.

Natürlich entliess das Publikum das Orchester erst nach drei Zugaben, die gerne gewährt wurden, auch wenn die neuen Uniformen nun erstmals so richtig durchgeschwitzt waren.

Ein grosser Teil der Besucher kam wie immer in Küttigen nicht nur wegen des Konzerts, sondern auch wegen des anschliessend aufgeführten Theaters. Die Vereinigten Harmonikaspieler können auf eine bestens motivierte, talentierte Theater-Gruppe zurückgreifen, die es einmal mehr ausgezeichnet verstand, mit dem Lustspiel “Bsuech vom Mars“ von Nick Hasler und Lukas Bühler wahre Lachsalven im Publikum auszulösen. Mit dem grünen Marschmenschen Lars gelang auch der Maskenbildnerin ein Meisterstück und sie passte sich so nahtlos dem in jeder Hinsicht gelungenen Abend an.