8848 Meter ist er hoch, gemessen ab Meereshöhe. Seine Entstehung verdankt er viel Zeit und der Konvergenz, dank der sich die indische Kontinentalplatte mit einer Geschwindigkeit von rund drei Zentimetern pro Jahr unter Eurasien schiebt.

Er ist der höchste Berg der Welt und hört auf den Namen Mount Everest, benannt nach seinem ersten Vermesser. Und eben dieser Mount Everest ist die nächste Hürde für den TV Solothurn. Zumindest wenn man das Ganze metaphorisch auf die NLB im Handball bezieht.

Der höchste Berg der NLB

Vermutlich hat der RTV Basel nicht die gleiche mythische Bedeutung wie der Mount Everest und er gehört auch nicht zum UNESCO-Weltkulturerbe, aber in der NLB ist er mit Sicherheit der höchste Berg.

Die Basler weisen bisher nach neun Spielen eine makellose Bilanz auf. Der RTV hat jedes Spiel gewonnen, meist sogar deutlich, im Schnitt sind es fast acht Treffer Differenz pro Spiel. Das ergibt das mit Abstand beste Torverhältnis (+71).

Es versteht sich von selbst, dass Basel mit 288 erzielten Treffern auch die potenteste Offensivabteilung der Liga stellt (im Schnitt 32 Tore pro Spiel).

Ein Sieg ist nicht unrealistisch

Dennoch muss sich der TV Solothurn in diesem Spitzenkampf nicht verstecken. Die Truppe von Marco Kurth konnte sich bisher in allen Spielen insgesamt auf eine hervorragende Verteidigung verlassen und stellt nach neun Spielen immer noch die zweitbeste Defensive der Liga (im Schnitt 23 Gegentore).

Im Angriff bereitete letzthin mit 36 erzielten Treffern vor allem das Spiel gegen die Lakers Stäfa Freude. Kann der TVS vorne seine Fehlwurf-Quote ähnlich tief halten wie im letzten Spiel, und steht die Solothurner Mauer gewohnt sicher, so kann der Underdog dem Ligakrösus gefährlich werden.

Starke Teamarbeit

Die Schwierigkeit an der Aufgabe ist sicherlich die Ausgeglichenheit beim Gegner. Der RTV Basel ist nicht von einzelnen Leistungsträgern oder Schützen abhängig, sondern verteilt seine 288 Tore recht ausgeglichen auf mehrere starke Spieler.

Doch bereits letzte Saison haben die Solothurner Gipfelstürmer bewiesen, dass sie den Favoriten ein Bein stellen können. Damals war der spätere Aufsteiger TV Endingen unangefochtener Leader.

Der TV Solothurn braucht eine Spitzenleistung

Der TV Solothurn gewann beide Spiele, eines davon sogar mit einem Traumresultat (38:21). Damit ein solcher Erfolg wiederholt werden kann, benötigen die Solothurner am kommenden Sonntag jedoch eine Spitzenleistung über die gesamten 60 Minuten, nur so können sie am höchsten Berg der NLB bestehen.

Geht alles wunschgemäss auf, empfiehlt sich als Begleitmusik bei der Heimfahrt ein Song des bekannten Bieler Musikers Nemo: «I bi uf em Himalaya gsi…»